| 18.43 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Zeit, dass sich was dreht für Nico Schulz

Porträt: Nico Schulz: Ein Berliner bei Borussia
Porträt: Nico Schulz: Ein Berliner bei Borussia FOTO: Dirk Päffgen
Nico Schulz hat in den vergangenen anderthalb Jahren kaum Fußball gespielt. Im September 2015 kam eine Kreuzband-Verletzung dazwischen, in der Hinrunde der laufenden Saison durfte er nur einmal von Beginn an ran. Unter dem neuen Trainer soll sich alles ändern. Von Jannik Sorgatz, Marbella

Nico Schulz ist auf dem 19. Platz in die Winterpause gegangen. Solch eine Platzierung bereitet nur selten Freude, höchstens in der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt. Doch bei Schulz war es der 19. Platz in Borussias Einsatzminuten-Tabelle der ersten Saisonhälfte. Nur 106 Minuten durfte der Linksfuß spielen, obwohl er spätestens ab dem Herbst immer fit war. "Ich bin aus einer sehr langen Verletzung zurückgekommen. Mir war bewusst, dass ich nicht das erste Spiel von Beginn an machen würde und mich herankämpfen muss", sagt Schulz. Im September 2015 hatte er sich das Kreuzband gerissen. 

"Nico ist unser erster Neuzugang", pflegte Sportdirektor Max Eberl nach der vergangenen Saison zu sagen. Anfang 2017 ist die Geschichte immer noch aktuell. "Es ist mir egal, das halbe Jahr ist für mich abgehakt", sagt Schulz, dem dennoch anzumerken ist, dass er nicht versteht, warum er unter Trainer André Schubert nur diese eine Chance in der Startelf bekommen hat, die er nicht einmal als solche bezeichnen will – es war das 0:4-Debakel beim FC Barcelona. 

Unter Dieter Hecking gibt es auch für Schulz einen Neustart. Sonst hätte er sich womöglich Gedanken machen müssen, ob er in Gladbach noch eine Perspektive hat. "Was ohne Trainerwechsel gewesen wäre, weiß ich nicht. Aber es ist klar, dass es so für mich persönlich nicht weitergehen kann", sagt der 23-Jährige, der 2015 als Vize-Europameister mit der U21 aus Berlin gekommen war. 

Auf den ersten Blick verkörpert Schulz nicht gerade Polyvalenz. "Wenn wir Viererkette spielen, ist mir die Position hinten links am liebsten", sagt er. "Wir haben sehr flexible Offensivspieler, die viel in die Mitte gehen. Ich laufe dagegen mehr die Linie rauf und runter." Er sieht sich aber auch in einem 3-4-1-2 auf der linken Seite gut aufgehoben, oder im 4-2-3-1 als linker Mann in der offensiven Dreierreihe, als linker Mittelfeldspieler in einem 4-4-2. Das gilt in dieser Form nur für einen weiteren Mann in Borussias Kader: Oscar Wendt, der mit 1882 Minuten den 4. Platz in der Einsatzminuten-Tabelle belegte. "Der Konkurrenzkampf ist da", sagt Schulz. "Oscar oder ich – das kann man so sehen."

Öffentlich rumgemosert hat der zweifache Vater in der Hinrunde nie. "Was hätte ich machen sollen? Einen von meinen Jungs kaputttreten? Ich bin eher der ruhige Typ. Wenn ich auf dem Platz bin, gebe ich Gas, aber ich bin kein großer Lautsprecher, der sich beschwert", sagt er. Am Dienstag stehen die beiden Testspiele im Trainingslager an. Da dürfte Schulz 90 Minuten bekommen, fast so viele wie in der gesamten Hinrunde.

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