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Borussia Mönchengladbach
Fans und Zugänge beleben Borussia

Borussia - Hannover: Einzelkritik
Borussia - Hannover: Einzelkritik FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Fünf Zugänge kamen für Borussia gegen Hannover 96 zum Einsatz. Lars Stindl trifft nur noch auswärts. Und Christoph Kramer gab nach Ewigkeiten mal einen Torschuss ab. Von Jannik Sorgatz

Nordkurve weckt Stadion und Mannschaft auf

"Verein für Schwimmübungen 1900 e. V.", hatten wir am Donnerstag angesichts der Tatsache getitelt, dass Borussia in den ersten sechs Spielen stets einen totalen Kontrollverlust über 15 bis 30 Minuten erlitt. Nun zeugen 15 Torschüsse für Hannover 96 auch nicht von vollkommener Souveränität in der Abwehr, aber bis auf die Phase nach der Pause ließ sich Gladbach nie länger am Stück hinten rein drängen. Auf 4:1 Versuche kamen die Gäste zwischen der 46. und 55. Minute. Es war die Zeit, in der die Stimmung auf den Rängen zu kippen drohte, doch die Nordkurve stemmte sich dagegen und legte sich fortan besonders ins Zeug. Der Rest des Stadions zog mit. Ab der 80. Minute schnürte die Mannschaft Hannover mit 76 Prozent Ballbesitz und 9:3 Torschüssen so ein, wie es ihr selbst schon oft widerfahren war in dieser Saison. Und es passt zum "Alles ist immer möglich"-Charakter der vergangenen Wochen, dass der Gegner in der 87. Minute durch Martin Harnik dennoch die allergrößte Chance des Spiels vergab.

12 in 16 und 2 in 13

Dank Thorgan Hazards Elfmeter gab es am Ende den dritten Heimsieg der Saison, den zweiten in Serie – Letzteres ist ein Novum unter Dieter Hecking, selbst unter Hinzunahme von Europa League und DFB-Pokal. Der Siegtorschütze hatte sich das Okay des Kapitäns geholt. "Ich habe kurz mit Lars Stindl gesprochen, er hat gesagt, ich soll schießen", erzählte Hazard. Dabei hätte Stindl den Heimtreffer selbst gut gebrauchen können. 2017 hat er in 13 Einsätzen im Borussia-Park nur zwei Tore geschossen. Auswärts dagegen ist die Quote sagenhaft: 16 Spiele, zwölf Tore.

Ein früher Schlussverkauf

In dieser Saison ist Stindl damit auch der einzige Gladbacher, der in den neuen weißen Trikots getroffen hat – beim 1:6 in Dortmund. So richtig gut scheint das Outfit nicht anzukommen. Seit vergangener Woche gibt es im Fanshop bereits Rabatt. Vor der Saison hatten wir die User gebeten, Borussias Trikots zu benoten. Heraus kam eine 3,5 fürs Heimtrikot, eine 2,9 fürs grüne Ausweichtrikot und eine 2,1 fürs schwarz-weiße Eventtrikot, das auch sportlich am besten ankommt. Dreimal hat es Borussia zu Hause getragen und dreimal gewonnen, auswärts gab es den Punktgewinn in Leipzig, eine Niederlage noch gar nicht. Während des Gastspiels in Bremen am 15. Oktober ist Freimarkt – also ein klarer Fall fürs Eventtrikot.

Fünf Zugänge zeigen sich

War es nun ein Umbruch im Sommer? Oder nur ein Umbau des Kaders an einigen Stellen? Die Anfangsformation gegen Hannover legte den Eindruck nahe, dass Borussia lediglich Mo Dahoud und Andreas Christensen ersetzt hat. Stattdessen liefen Michael Cuisance und Matthias Ginter auf. In der 67. Minute legte Borussias jüngster Startelf-Debütant der Vereinsgeschichte dem Weltmeister und Confed-Cup-Sieger das 1:0 auf. Rückkehrer Raúl Bobadilla war da bereits eingewechselt worden und hatte eine gute Sicht auf den Treffer, weil er neben Ginter lief. In der 78. Minute feierte Vincenzo Grifo seine Pflichtspielpremiere für Borussia, in der 79. Minute kam Denis Zakaria erstmals von der Bank. Und da hatte es dann doch den Eindruck, als seien die Umbauarbeiten etwas umfangreicher ausgefallen. Bobadilla und Zakaria waren wie ein doppelter Espresso, Grifo und Ginter leiteten mit ihrem Doppelpass den Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit ein. 

Kramer beendet die Torschuss-Flaute

Matthias Ginter durfte nach 38 Spielen mal wieder jubeln und empfand es als Erlösung. Was soll Christoph Kramer erst sagen? Der ist seit dem 17. Dezember 2014 torlos, seit fast drei Jahren und 110 Pflichtspielen. Seit seiner Rückkehr aus Leverkusen hat Kramer allerdings nicht viel unternommen, um daran etwas zu ändern. Zwei Torschüsse standen vergangene Saison in seiner Bundesliga-Statistik, dementsprechend war in der 82. und 91. Minute gegen Hannover nahezu Sensationelles zu beobachten: Einmal zog Kramer aus der Distanz direkt ab und wurde abgeblockt, einmal aus dem Strafraum mit dem gleichen Resultat.

 
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