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Borussia vor dem Bayern-Spiel
Zwei Hazards wären besser als einer

Was Borussia rechts besser macht als links
Was Borussia rechts besser macht als links FOTO: dpa, soe jai
Mönchengladbach. Da zwei Alternativen für links und rechts weiterhin ausfallen, ist Thorgan Hazard derzeit auf beiden Seiten Dieter Heckings beste Option. Deshalb muss der Trainer am Samstag gegen den FC Bayern abwägen: Fabian Johnsons Stabilitätsversprechen, Vincenzo Grifos Spaßfußball oder gar eine andere Lösung? Von Jannik Sorgatz

Thorgan Hazard ist in dieser Saison im 7-1-6 unterwegs: Sieben Startelf-Einsätze hatte er als Linksaußen, einen im Sturmzentrum und sechs als Rechtsaußen. An welcher Stelle der Zähler weiterspringen wird, ist zwei Tage vor dem Duell mit dem FC Bayern nicht klar - doch es bestehen keinerlei Zweifel, dass der Zähler weiterspringen wird. Hazard hat zu Beginn der Saison bewiesen, dass er auf links Borussias Bester ist, er durfte beim Sieg in Hoffenheim in der Mitte glänzen und erledigt rechts seinen Job so gut, dass Dieter Heckings stärkste Flügelzange derzeit zweifellos Hazard-Hazard heißen würde.

In Abwesenheit von Ibrahima Traoré und Jonas Hofmann gibt es für Samstag nur drei realistische Konstellationen, solange der Trainer mit seiner Aufstellung nicht ähnlich überrascht wie André Schubert vor zwei Jahren, der beim 3:1 gegen Bayern eine Dreierkette und den 19-jährigen Startelf-Debütanten Nico Elvedi auspackte. Das 4:2 in Berlin hat mit Blick auf die Flügel einige Erkenntnisse geliefert, die das 1:2 im Testspiel gegen Amsterdam zum Teil verfeinern konnte.

  • Erste Variante: Fabian Johnson - Thorgan Hazard

Richtig überzeugt hat Fabian Johnson bislang nur in der ersten Halbzeit gegen Bayer Leverkusen. In Berlin war er gemeinsam mit Oscar Wendt für die linke Seite verantwortlich und sorgte nur bedingt für den Stabilitätseffekt, den sein Einsatz verspricht. Ein Doppelpass mit Denis Zakaria war Johnsons beste Szene, die Konkurrenz hielt sich allerdings in Grenzen. Hertha fuhr fast jeden zweiten Angriff über Johnsons und Wendts Seite. Mit Erfolg: Beide Treffer leitete sie so ein.

  • Zweite Variante: Thorgan Hazard - Patrick Herrmann

Der Test in Amsterdam wäre für Patrick Herrmann die Chance gewesen, den guten Eindruck zu untermauern, den er mit seinem 20-Minuten-Einsatz in Berlin hinterließ. Eine gute Chance vergab er, ansonsten suchte man vergeblich nach Glanzlichtern. Immerhin kann Herrmann mit dem Ruf des Bayern-Schrecks wuchern. Zieht Hecking Hazard nach links und setzt rechts auf Herrmann, könnte der Trainer vielleicht auch Borussias Schieflage verringern: Kein Team in der Liga greift so wenig über links an (31 Prozent) und so viel über rechts (44 Prozent). Immerhin ist es für Nico Elvedi eine Auszeichnung, dass er als gelernter Innenverteidiger und noch recht frischer Rechtsverteidiger so intensiv ins Kombinationsspiel eingebunden wird.

  • Dritte Variante: Vincenzo Grifo - Thorgan Hazard

Vincenzo Grifo kann mit dem Spaßfußball-Argument punkten. Für Hecking ist es eine schwierige Rechnung: Wie viel Stabilität büßt Borussia defensiv ein, wenn der Italiener über links kommt, und wie viel mehr als Johnson bringt er nach vorne? Gegen Ajax spielte Grifo den schönsten Pass des Abends, Josip Drmic vergab frei vor dem Tor. Grifo zwang darüber hinaus Amsterdams Keeper zu seiner besten Parade und traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich. "Vince war an den gefährlichen Aktionen beteiligt. Nach vorne hat er absolut seine Klasse wieder aufblitzen lassen", sagte Co-Trainer Dirk Bremser. Gemeinsam mit Chefcoach Hecking muss er die Wahl treffen: Arjen Robben und Joshua Kimmich, sofern sie spielen, beschäftigen oder blocken?

Thorgan Hazard kann sich ganz in Ruhe den Plan anhören, den ihm der Trainer mit auf den Weg gibt. Es wird sein sechstes Spiel gegen die Bayern, erst einmal hat er beginnen dürfen. Das zweite Mal würde er sicher gerne mit der ersten Torbeteiligung verbinden, um die Rekordserie von neun Ligaspielen in Folge mit einem Scorerpunkt fortzusetzen. In Berlin tat Hazard das mit dem Elfmetertor zum 2:0, doch unsere Grafiken zeigen, wie gewinnbringend mittlerweile auch die Defensivarbeit des 24-Jährigen ist. Insofern kann er den Kollegen ein Vorbild sein, wenn es um die Verknüpfung von Kunst und Schufterei geht.

Quelle: RP
 
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