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Borussia Mönchengladbach
Borussias Trio mit hoher Tor-Wahrscheinlichkeit

Borussia Mönchengladbachs Angriffstrio: Fabian Johnson, Raffael und Lars Stindl
Der nächste Streich: Lars Stindl setzt sich gegen Bayerns Medhi Benatia durch und trifft am Samstag zum 2:0. Hinten sieht Fabian Johnson aus nächster Nähe zu. Er wird später das 3:0 erzielen. FOTO: Dieter Wiechmann
Mönchengladbach. Fabian Johnson, Raffael und Lars Stindl sind Borussias produktives Angriffstrio. Alle drei sind zudem wichtig für die Struktur des Mönchengladbacher Teams. Am Dienstag, beim Champions-League-Spiel in Manchester, wird es auch auf sie ankommen. Von Karsten Kellermann Aus Manchester

Der, der einen Lauf hat, hat durchaus noch eine Idee für eine Optimierung. Im Trikot von 1860 München, dem Klub, bei dem er groß geworden ist, ja, da wäre es noch schöner gewesen, gegen den Stadtrivalen FC Bayern zu treffen, gab Fabian Johnson nun bekannt. Der Borusse grinste in dem Moment, lachte sogar kurz ob dieser Vorstellung, und für einen wie ihn, der sonst immer extrem gelassen bleibt, war das schon ein außerordentlicher Gefühlsausbruch.

Anlass für solcherlei Regungen hat der Außenbahnspieler wahrlich reichlich in diesen Wochen: Erst schoss er ein Tor beim historischen ersten Champions-League-Sieg der Borussen gegen den FC Sevilla (4:2). Danach traf er sogar doppelt bei seinem Ex-Verein 1899 Hoffenheim und rettete seinem aktuellen Arbeitgeber damit ein spätes 3:3. Und nun machte der gebürtige Münchener auch beim famosen 3:1 gegen die Bayern sein Tor, wie in Hoffenheim das dritte und wieder nach einem Sololauf bei einem Konter. All jene seiner Kumpels aus der alten bayerischen Heimat, die eigentlich für die Bayern sind, waren ihm an diesem Tag nicht böse, vermutet Johnson, "sie haben mir die Daumen gedrückt".

Borussia Mönchengladbach: Scorerliste der Saison 2015/16 FOTO: ap

Das wird auch heute so sein, wenn Johnson und die anderen Borussen bei Manchester City spielen. "Wir wollen in Europa überwintern", definiert Johnson die Zielvorgabe für den Abend im Etihad-Stadion. Er gehört zu den Borussen, die Anführer sein müssen in diesem Spiel, und es ist ihm zuzutrauen. Denn er, Raffael und Lars Stindl sind aktuell ein Trio mit hoher Tor-Wahrscheinlichkeit.

Alle drei Namen sind direkt mit Borussias verblüffenden Aufschwung nach dem Fehlstart mit sechs Pflichtspielniederlagen und dem Abgang von Lucien Favre verknüpft. Johnson kehrte nach der Verletzung, die er sich am ersten Spieltag beim 0:4 in Dortmund zugezogen hatte, im ersten Spiel unter Neu-Trainer André Schubert gegen Augsburg zurück. Seit diesem 4:2 ist er ein wichtiger Strukturspieler, zumal in der Kooperation mit Oscar Wendt auf der linken Seite.

Borussias Abschlusstraining in Manchester FOTO: dpa, pp ss

Und seit diesem 4:2 machen ganz vorn auch Raffael und Stindl stets gemeinsame Sache. Das Angriffsduo war in der Bundesliga seither an 23 von 30 Toren beteiligt, nur beim 0:0 gegen Ingolstadt gab es, die Natur des Resultats legt das nahe, keinen zählbaren Arbeitsnachweis der beiden Herren. "Lars ist ein sehr intelligenter Fußballer. Wir verstehen uns super, es passt", stellt Raffael klar. In Borussias junger Mannschaft sind er, Stindl und Johnson wesentliche Bausteine des Gerüsts. Raffael ist mit seinen 30 Jahren mit dem gleichaltrigen Wendt der Älteste der Schubertschen Stammformation, die anderen beiden sind 27. Erfahrung haben sie also schon des Alters wegen reichlich - und die bringen sie nicht nur mit Toren und Vorlagen ein. Alle drei haben neben der Coolness vor dem Tor ein großes taktisches Verständnis, eine extreme Ballsicherheit und ein gewieftes Passspiel mit geringer Fehlerquote. Auf Attribute wie diese wird es auch heute in Manchester ankommen.

Dass auf sie Verlass ist, auch auf der höchsten europäischen Ebene, unterstreicht einmal mehr die internationale Statistik: Stindl hat drei von sechs Toren Borussias in der Meisterliga erzielt, Johnson zwei und Raffael eines. Zuletzt gegen Sevilla waren alle drei erfolgreich. "Ich freue mich, wenn es so weitergeht und ich dem Team helfen kann", sagte Johnson bezogen auf den eigenen Lauf, Raffael und Stindl werden indes ähnlich denken.

Letzterer nährte mit seiner Öffentlichkeitsarbeit nach dem Bayern-Spiel der Hoffnung, dass er möglicherweise in Manchester Großes leistet - weil er die Aussage verweigerte. Auch nach dem 2:1 gegen Hannover hatte er sich rar gemacht und danach gegen Sevilla mit zwei Toren groß aufgezogen. Nun winkte er auch ab, als er um Statements zum Triumph gegen die Bayern gebeten wurde. Stindl hätte nichts dagegen, wenn sich die Geschichte wiederholt.

Quelle: RP
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