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Borussia Mönchengladbach
Borussias Endspiel in der Champions League

Borussias Abschlusstraining in Manchester
Borussias Abschlusstraining in Manchester FOTO: dpa, pp ss
Manchester. Das Ziel der Gladbacher in Manchester ist, Platz drei zu sichern und sich damit für die Europa League zu qualifizieren. Von Karsten Kellermann

Dass Borussia Mönchengladbach am Dienstag (20.45 Uhr/Live-Ticker) in der Champions League ein Endspiel haben würde, damit hatte vor neun Wochen niemand gerechnet. Damals war der Klub Letzter in der Bundesliga und rangierte auch am Ende der Tabelle seiner Meisterliga-Gruppe nach dem 0:3 beim FC Sevilla im Auftaktspiel. Das abschließende Spiel bei Manchester City, dem hyperreichen Klub aus dem Norden Englands, wurde als netter Abschluss der Europa-Tour eingestuft. Doch es kam anders. Es kam André Schubert.

Und diesem Mann, der zuvor nie einen Bundesligisten trainiert hatte und eigentlich in Gladbach angestellt worden war, um das Regionalliga-Team zu betreuen, dem trauen einige Menschen derzeit regelrecht alles zu. So war im Live-Ticker des Magazins "11 Freunde" zum Bayern-Spiel zu lesen: "Die Frage ist natürlich: Was macht André Schubert nach diesem Spiel? Löst er die Situationen in Syrien und im Irak? Sorgt er für das Ende der Hungersnot in Afrika? Oder wird er bei der EM 2016 mit Gladbach Weltmeister?" Nun, André Schubert wird so etwas eher belustigt zur Kenntnis nehmen, gehört das exzessive Understatement doch zu seinem Selbstverständnis. Nicht er, sondern die Mannschaft habe all das bewerkstelligt, was seit Wochen Fußball-Deutschland verblüfft: Der rasante Sprint von Platz 18 in der Tabelle auf Rang drei, eine Serie mit mittlerweile zehn Spielen ohne Niederlage in der Bundesliga, und nun der Triumph gegen den FC Bayern, der unbesiegbar schien - und das mit neuer Taktik und drei 19-Jährigen in der Startelf. Was soll man sagen: André Schubert macht alles richtig. Und: Der Mann hat einen Lauf.

Borussia Mönchengladbach: Borussias Bilanz gegen englische Teams

Der soll weitergehen. Auch 2016 in Europa. Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Eines kann auch André Schubert nicht mehr schaffen: Er kann Gladbach nicht zum Champions-League-Sieger machen. Denn sein Team wird sich in Manchester definitiv aus der ersten Klasse Europas verabschieden, das steht seit dem 1:1 gegen Juventus Turin fest. Das Ziel ist der weiche Fall in die Europa League. Und was das angeht, haben die Gladbacher tatsächlich etwas zu verlieren. Denn sie gehen als Gruppendritter und somit Europa-League-Teilnehmer ins Spiel im Etihad-Stadion. Und den gilt es im Fernduell mit dem FC Sevilla, der zeitgleich gegen Juventus spielt, zu verteidigen. Borussia hat fünf Punkte, die Andalusier drei - Schuberts Team ist somit im Vorteil.

Wann kommt Borussia weiter? Bei einem eigenen Sieg in Manchester und immer dann, wenn sie dasselbe Ergebnis wie Sevilla erzielen. Eine Niederlage reicht auch dann, wenn der Kontrahent daheim gegen Turin nicht gewinnt. Wenn Sevilla verliert, ist Borussia in jedem Fall weiter.

Borussia-PK: Andre Schubert

Wann scheidet Borussia aus? Bei einer eigenen Niederlage und einem Sieg Sevillas, weil dann die Spanier nach Punkten vorbeiziehen würden. Bei einem Unentschieden, wenn Sevilla gewinnt, da der direkte Vergleich gegen Gladbach sprechen würde.

Schubert und sein Team sind jedenfalls bereit für einen erneuten Coup. "Der Sieg gegen die Bayern gibt uns Selbstvertrauen", sagt Torwart Yann Sommer. Gegen die Bayern hielt der Schweizer stark, auf ihn wird es auch am Mittwochabend ankommen. Nach dem Sieg gegen das beste Team der Welt, die Bayern, wartet nun "das teuerste" (Sportdirektor Max Eberl), Manchester City. "Im Hinspiel haben wir gezeigt, dass wir mithalten können", sagt André Schubert. Er hat sozusagen noch eine Rechnung offen mit den "Citizens": Denn trotz der guten Leistung beim ersten Treffen gab es die einzige Niederlage, seit er Borussias Profis trainiert. Damals war Gladbach der ultimative Außenseiter, nun kommt Schuberts Team als Bayern-Besieger. Und wer die Bayern besiegt, der kann auch in Manchester gewinnen, oder? Granit Xhaka bestätigt das: "Stimmt."

Quelle: RP
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