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Borussia Mönchengladbach
Kruse: "Das war ein deutliches Signal"

Fotos: Kruse cool vom Punkt trotz Wartezeit
Fotos: Kruse cool vom Punkt trotz Wartezeit FOTO: afp, dg
Sinsheim. Nach dem Premierensieg in Hoffenheim steht Borussia Mönchengladbach weiterhin auf Platz drei. Auch wenn niemand plant, sich auf dem Status quo auszuruhen, meinte Max Kruse: "Wir wollen uns von da oben nicht mehr verdrängen lassen."

Nach dem Spiel wollten sie sich auf Gladbacher Seite nicht mehr lange mit Konjunktiven beschäftigen. Das galt besonders für Fabian Johnson, der im Mittelpunkt einer kuriosen Szene gestanden hatte. "Hätte, hätte", meinte der Ex-Hoffenheimer nur, angesprochen auf die 21. Minute, als er den Ausgleich bereits vor Augen hatte, und auf eine weitere gute Chance vor der Pause.

Beim Stand von 1:0 für die Gastgeber touchierte David Abraham seinen ehemaligen Teamkollegen leicht. Johnson fiel, Abraham rasselte mit Torwart Oliver Baumann zusammen. Am langen Pfosten schien der Angriff aus Gladbacher Sicht dank Patrick Herrmann ein gutes Ende zu nehmen – doch Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer pfiff den Vorteil ab und zeigte auf den Elfmeterpunkt.

Der Ärger der Borussen dauerte aber nur an, bis Max Kruse viereinhalb Minuten später den Strafstoß verwandelt hatte. So lange dauerte die Verletzungspause. "Das kann passieren", meinte der irgendwie beklaute Herrmann, dem später trotzdem seine Saisontore neun und zehn gelangen. "Wenn er nicht reingeht, wäre es extrem ärgerlich gewesen." So bleibt Kruse (acht Bundesligatore) auf Tuchfühlung in der internen Rangliste. "Patrick hat sich ein bisschen geärgert, ich mich ein bisschen gefreut – so ist das halt", sagte der Schütze des Ausgleichs mit einem Schmunzeln.

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Vier Tore in der Fremde gelingen Gladbach wirklich nicht andauernd. "Der Ball ist gut gelaufen. Hoffenheim hat die Taktik verfolgt, extrem zu pressen, das haben wir sehr gut gelöst", sagte Herrmann über die vier Tore, die allesamt nach schnellem Umschalten über die linke Seite eingeleitet wurden. Hoffenheims Rechtsverteidiger Andreas Beck habe man vorab aber nicht explizit als Problemfaktor ausgemacht, so Kruse: "Wir haben einfach grundsätzlich guten Fußball gespielt und auch gute Angriffe über rechts gehabt. Über welche Seite die Tore dann fallen, ist völlig egal."

Der zweite Auswärtssieg in Folge, seit sieben Ligaspielen ungeschlagen – für Kruse war es ein richtungsweisender Erfolg. "Das war ein ganz deutliches Signal, dass wir uns von da oben nicht mehr verdrängen lassen wollen", sagte der Angreifer. "Dass wir zurecht da oben stehen, haben wir immer gesagt. Wir haben unsere Punkte ja nicht geschenkt bekommen, sondern sie uns erarbeitet."

Doppeltorschütze Herrmann meinte mit Blick auf die Champions League: "Wir haben es in der eigenen Hand, es sieht sehr gut aus. Aber wir dürfen uns jetzt nicht darauf ausruhen." Etwas durchschnaufen kann er selbst aber nach einer Woche voller guter Nachrichten. "Ich fühle mich wohl in Gladbach", sagte Herrmann, der bis 2019 unterschrieben hat. "Es ist gut, dass ich den Vertrag verlängert habe und jetzt den Kopf frei habe, weil ich weiß, was die nächsten Jahre Sache ist."

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Am Mittwoch geht es im Pokal-Viertelfinale nach Bielefeld, nach den Gastspielen in München und Hoffenheim wartet der Drittliga-Tabellenführer. "Ich glaube, dass keiner von uns eine Extra-Motivation braucht", sagte Kruse. "Jeder von uns sieht das Ziel vor der Nase, dass wir noch zwei Spiele haben, bis wir nach Berlin fahren können. Wer da zusätzlich motiviert werden muss, ist fehl am Platz."

Quelle: RP
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