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Borussia Mönchengladbach
Wendt: Ich muss bei der EM dabei sein!

Das ist Oscar Wendt
Das ist Oscar Wendt FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Borussias Linksverteidiger hat eine bemerkenswerte Halbserie hinter sich, von den Fans wurde er zum "Spieler der Hinrunde" gewählt. Nur in seiner Nationalmannschaft spielt der Schwede derzeit seltsamerweise keine Rolle. Von Stefan Klüttermann Aus Belek

Es hätte wahrlich schlechter laufen können für Oscar Wendt in der abgelaufenen Hinserie. Erst verlängerte er bei Borussia vorzeitig bis 2018, dann stand er in 26 Pflichtspielen ganze sechs Minuten nicht auf dem Platz (in Manchester ab Minute 84), und er ist mit drei Treffern torgefährlichster Linksverteidiger der Bundesliga. Die Borussen-Fans wählten ihn schließlich zum Spieler der Hinrunde, und ein eigenes Lied hatten sie ihm 2015 auch gewidmet. Alles perfekt also, könnte man meinen - wäre da nicht die Nationalelf. Denn in der spielte der Schwede zuletzt seltsamerweise keine Rolle mehr.

"Die Nationalmannschaft ist ein Thema für sich. Ich kann nicht mehr machen. Borussia ist immer das Wichtigste. Alles, was darüber hinaus kommt, ist ein Bonus", sagt der 30-Jährige im Trainingslager in Belek. Der Zuhörer merkt, dass eine gehörige Portion Frust mitschwingt, zumindest Unverständnis, warum ihn Nationaltrainer Erik Hamrén trotz Champions-League-Präsenz nicht nominiert. "Meiner Meinung nach muss ich dabei sein, aber ich bin nicht der Trainer", sagt Oscar Wendt.

Er weiß, dass viele es so sehen wie er. Die Medien in seiner Heimat äußern auch immer wieder ihre Verständnislosigkeit über sein Außen-vor-Bleiben, und Fans in Schweden wie in Deutschland tun Wendt überdies ihre Unterstützung kund. "Die Medien entscheiden das leider nicht. Und die Fans sind auch nicht die Trainer", sagt Wendt. Was ist es also dann, was ihn bei den "Tre Kronor" im Abseits sieht? Schwierigkeiten mit dem Trainer, etwa? "Ich habe kein Problem mit dem Trainer, jedenfalls keins, von dem ich weiß", sagt Wendt.

Als im November das Play-off-Rückspiel gegen Dänemark anstand, sollte er kurzfristig zur Nationalelf stoßen, aber damals wollte er nicht, wie er nun erzählte. "Ich habe in den letzten paar Monaten nur mit dem Co-Trainer Kontakt gehabt. Er hat mich einen Tag vor dem zweiten Play-off-Spiel angerufen und gesagt, er hätte gerne, dass ich komme. Aber ich habe abgesagt, ich wollte nicht. Ich habe gesagt, ich wollte von Anfang an dabei sein, und nicht erst einen Tag vorher. Aber ich habe meine Karriere in der Nationalmannschaft nicht beendet", sagt Wendt.

Die Hoffnung auf eine Rückkehr ins gelb-blaue Trikot gibt Borussias Nummer 17 nicht auf. Schließlich steht im Sommer die EM in Frankreich an. Schweden trifft in der Vorrunde auf Irland, Italien und Belgien, und Wendt stünde bei diesen Spielen naturgemäß liebend gern auf dem Platz. "Es ist eine EM, und ich habe noch keine gespielt. Jeder Fußballer will auf höchstem Niveau spielen. Die EM ist ein Traum, und ich will dabei sein", sagt er.

Doch egal, wie das Thema Nationalelf für ihn weiter geht, in Gladbach kann er sich längst ungeteilter Wertschätzung sicher sein, wie die Spielerwahl und das Lied beweisen. Gerade in seiner neuen, offensiveren Außenverteidigerrolle unter Schubert blüht Wendt auf. "Wir spielen in der Defensive offensiver. Das gefällt mir. Und es macht mich stolz, dass ich ein eigenes Lied bekommen habe. Das sagt mir, dass ich etwas gut gemacht habe in meiner Zeit hier in Gladbach. Und der Titel ,Spieler der Hinrunde', so eine Auszeichnung ist eine Ehre", sagt Wendt.

Sein Kumpel und Zimmerkollege in Belek, Havard Nordtveit, sieht das alles übrigens ganz genauso: "Absolut. Ich habe von jedem Computer in Norwegen aus für ihn abstimmen lassen. Er macht seine Sache gut, und hoffentlich spielt er in der Rückrunde weiter so", sagt Howie. Das muss jetzt nur noch Erik Hamrén genauso sehen.

Quelle: RP
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