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Borussia Mönchengladbach
Borussias unbekümmerte Helfer in der Krise

Borussia Mönchengladbachs unbekümmerte Helfer in der Krise
Djibril Sow kam im Pokal bereits zu seinem Profi-Debüt. FOTO: Imago
Krefeld. Borussia Mönchengladbachs neuer Trainer Dieter Hecking kann auch auf Talente wie Djibril Sow oder Lászlo Bénes setzen. Von Karsten Kellermann

Wenn am Mittwoch High Noon ist, zwölf Uhr mittags, dann beginnt für die Borussen eine neue Zeitrechnung. Die mit dem Cheftrainer Dieter Hecking, der dann vorgestellt wird. Es wird Veränderungen geben, doch nicht alles Bestehende wird umgemodelt im Staate Borussia, das hat Sportdirektor Max Eberl gesagt, schließlich gibt es ein Grundkonzept. Dazu gehört die Fohlenphilosophie. Borussia wird auch in der Ära Hecking auf Talente setzen. Im Sommer kommt ein neues dazu, der Paraguayer Julio Villalba.

Die aktuelle Situation ist indes sicher nicht der logischste Zeitpunkt, um Nachwuchskräfte einzubauen. Es braucht vermutlich zunächst kampferprobte Männer, um das zu richten, was in der Hinrunde schiefgelaufen ist. Jugendlicher Elan und Unbekümmertheit können aber auch in der Krise helfen - siehe Mo Dahoud in der vergangenen Saison. Er kam neu ins Team, als Borussia Serienverlierer war und half mit seiner Spielfreude, der Mannschaft neue Impulse zu geben.

Das ist Laszlo Bénes FOTO: Dieter Wiechmann

Dahoud, seit dem ersten Tag des neuen Jahres 21, aber auch Nico Elvedi, 20, waren die Jungspunde, die unter André Schubert zum festen Inventar des Profiteams geworden sind, auch wenn Dahoud nach seiner grandiosen Einstandssaison derzeit etwas abfällt. Wohl auch, weil er selbst mit seinen Darbietungen die Messlatte sehr hoch gelegt hat. Elvedi war das Vorzeigefohlen für Schubert, er kam groß heraus, als der Coach die Dreierkette als Defensivmodell für sich entdeckt hatte. Da ist viel Flexibilität gefragt, die bringt Elvedi mit.

Nun aber muss sich der Schweizer neu beweisen. Hecking wird vermutlich auf die Viererkette umschalten, und da muss sich Elvedi wieder positionieren. Tony Jantschke und Julian Korb, zwei, die vor einigen Jahren aus dem Talentstatus heraus im Bundesliga-Team Fuß fassten, werden angesichts des neuen Trainers eine neue Chance ausmachen und sie nutzen wollen. Zudem will ein aktuelles Talent, Mamadou Doucouré, nach seinem Muskelbündelriss endlich aktiv werden als junger Druckmacher für die Etablierten.

Im offensiven Bereich dürften zwei junge Herren in Heckings Fokus geraten, die sich zuletzt herangepirscht hatten ans Profi-Team: Djibril Sow, der elegante Schweizer, und Lászlo Bénes, der ballgewandte Slowake. Sow gehörte in der Hinrunde wettbewerbsübergreifend sechs Mal zum Kader und kam im Pokalspiel gegen Stuttgart sogar zu seinem Profi-Debüt. Bénes gehörte drei Mal zum Aufgebot, für einen Einsatz reichte es indes noch nicht. Allerdings traut Arie van Lent, Borussias U 23-Trainer, Sow und Bénes zu, in der Rückrunde den nächsten Schritt zu machen. "Vielleicht können sie sich in der Vorbereitung anbieten", sagt van Lent.

Julio Villalba machte bei der U 17-WM für Paraguay auf sich aufmerksam. FOTO: imago sportfotodienst

Gute Leistungen der beiden in seinem Team während der Hinrunde machen van Lent optimistisch: "Sie waren immer voll bei der Sache bei uns und haben richtig Gas gegeben, bei beiden ist der Trend sehr positiv." Sow, wie Bénes 19 Jahre alt, machte neun Spiele im von van Lent betreuten Regionalliga-Team, Benés elf; Sow brachte es auf zwei Tore und zwei Assists, Bénes traf ein Mal, legte den Kollegen aber vier Tore auf; Sow spielt am liebsten hinter den Spitzen und geht dann mit viel Speed Richtung Tor, Bénes kommt als Achter mehr aus der Tiefe des Raumes, er ist stark bei Standards und kann den initiierenden Pass spielen.

Sicherlich werden neue, erfahrene Kräfte geholt, beispielsweise Timothée Kolodziejczak und/oder Jaroslaw Jach für die Abwehr und/oder ein Mister X für das Zentrum. Doch ist es gerade auch für Borussias Talente wie Sow, Bénes, oder aber Tsy William Ndenge und andere ein Neustart. Schließlich ist es für jeden Trainer durchaus prestigeträchtig, einem Jung-Kicker zum Durchbruch verholfen zu haben.

Quelle: RP
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