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Borussia Mönchengladbach
Ein Oktober ohne Gold und eine Perspektive für Schulz

Borussia Mönchengldbach: Oktober ohne Gold, Lichtblick Nico Schulz
Wenn nicht jetzt, wann dann? Nico Schulz ist gegen Stuttgart ein Startelf-Kandidat. FOTO: rtr, sw
München. Nach dem 0:2 gegen den FC Bayern hat Borussia Mönchengladbach die längste Torflaute seit neun Jahren. Auswärts schafft es das Team von André Schubert weiter nicht, konstant gefährlich zu werden. Für einen Lichtblick sorgte Nico Schulz. Von Jannik Sorgatz

Vier Stunden und 44 Minuten

Der Monat Oktober war bei Borussia Mönchengladbach lange Zeit fest mit dem Wort "golden" verknüpft. Drei Jahre lang hatte es keine Pflichtspielniederlage gegeben und gleichzeitig ziemlich viele Siege, die mit dem Wort "Tor" noch enger verknüpft sind als der Oktober mit "golden". Der banale Hinweis sei an dieser Stelle erlaubt, weil Borussia in diesem Monat eben noch kein Tor in der Bundesliga gelungen ist. Nach dem 0:4 auf Schalke, dem 0:0 gegen Hamburg und dem 0:2 bei den Bayern wartet Gladbach seit 284 Minuten auf einen Treffer. Das ist dem Klub zuletzt 2007 widerfahren, in der letzten Abstiegssaison unter Jos Luhukay. Da blieb Borussia in vier Bundesligaspielen im gesamten Monat April ohne Tor – und der ist wenigstens bekannt dafür, dass er macht, was er will.

Die Qualität der Torchancen stimmte

Vier seiner zehn Ligatore hat Gladbach im Eilmodus gegen Bremen erzielt, in den restlichen sieben Spielen dieser Saison gelangen also nur sechs. Ohne Raffael stehen die Bänder in der Torfabrik still, dazu fehlt Thorgan Hazard, der bislang auch nur trifft, wenn der Brasilianer mit dabei ist. Die Hälfte der Liga hat momentan mehr Tore auf dem Konto als Borussia, bei der es vor allen Dingen auswärts an Möglichkeiten fehlt. 23 Schüsse, davon nur acht aufs Tor sind in vier Partien zu wenig, die Hälfte davon wurde auf Schalke produziert. Dabei stimmt immerhin die Qualität der Chancen. Fabian Johnson (erste Halbzeit) und André Hahn (zweite Halbzeit) hatten es bei ihren Versuchen in München nicht leicht, aber mit etwas mehr Fortune sind beide drin.

Vor 2019 keine Rekordserie

Fortune war in den vergangenen vier Spielen gegen die Bayern ein zuverlässiger Begleiter gewesen. Wann zuletzt eine Mannschaft mit Pech und ohne ein paar glückliche Fügungen gegen den Rekordmeister gewonnen hat, kann wohl kein Statistiker ermitteln. Die Serie, die nach dem 24. Januar 2014 begonnen hatte, bleibt also gleichauf mit denen aus den Jahren 1968 und 1969 sowie 1976 und 1977. Damals gelang allerdings kein Sieg in München, womit die aktuelle Serie schon die beste war. Vor 2019 wird das nun nichts mit einem neuen Bestwert für Borussia.

Den Herbst 2015 im Nacken

So langsam wird die Mannschaft von ihrer jüngeren Vergangenheit eingeholt. Elf Punkte aus acht Spielen sind unterdurchschnittlich. Bliebe Gladbach auf diesem Kurs, würde es eine Ausbeute wie 2012/2013 mit dem achten Platz. Aber noch ist die Saison so jung, dass wenige Spiele wieder in ganz andere Richtungen weisen können. So war es auch vergangenes Jahr, als Borussia nach fünf Niederlagen sechsmal in Folge gewann und schnell zurück war im oberen Tabellendrittel. Momentan sind es nur noch zwei Punkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Herbst 2015. Gegen Frankfurt am Freitag muss schon ein Sieg her, um die Saison mit dem Katastrophenstart nicht gleichziehen zu lassen.

Darf Nico Schulz gegen Stuttgart von Beginn an ran?

18, 20, 5, 6, 1, 4 und 25 – das sind die Minuten, die Nico Schulz bislang für Borussia Mönchengladbach gespielt hat, wobei zwischen der 20 und der 5 ein ganzes Jahr lag. Nach seinem Kreuzbandriss hatte Schulz in München nun seinen längsten Einsatz im Gladbach-Trikot. Beim Stand von 0:2 gegen die Bayern war das dankbar und undankbar zugleich. Engagiert und mit Zug spielte der gebürtige Berliner auf der linken Außenbahn, allein die Bindung zu den Kollegen fehlte noch etwas. Im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart könnte Schulz die Chance erhalten, diese Bindungen aufzubauen. Wenn nicht am Dienstag, wann dann?

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