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Borussia Mönchengladbach
Borussia spielt gegen den Rückrunden-Trend

Noten: Borussias Hinrunden-Zeugnis
Noten: Borussias Hinrunden-Zeugnis FOTO: afp, agz
Mönchengladbach. Seit 2006 war die Rückrunde siebenmal die schwächere Halbserie des VfL. Passiert dies erneut, gerät die Europacup-Teilnahme in Gefahr. Von Stefan Klüttermann

Im Mai 2006 war es vorbei. Die Serie war gerissen, die Verlässlichkeit dahin. Neun Jahre in Folge hatte es Borussia zuvor bewerkstelligt, in der Rückserie einer Saison punktemäßig gegenüber der ersten Halbserie zuzulegen. In den neun Spielzeiten seit 2005 war dann jedoch siebenmal die Rückrunde die schwächere der beiden Gladbacher Halbserien. Diesem Trend der "Frühjahrsmüdigkeit" wollen und müssen die Borussen nun 2015 entgegentreten, wollen sie die erneute Europacup-Teilnahme nicht ernsthaft in Gefahr bringen. "Wir sagen ja immer ,25 Punkte + x', insofern liegen wir mit 27 im Soll. Abe jetzt ist der Rückrundenstart das einzig Wichtige", sagte Tony Jantschke.

Fotos: Borussias Neue singen beim Fan-Abend auf der Bühne FOTO: Dirk Päffgen

Die 27 Zähler lassen Jantschke und Co. bekanntlich auf Rang vier überwintern, das liegt freilich auch daran, dass sich hinter den Bayern und Wolfsburg jedes Team eine schwächere Phase in der Hinserie gönnte und somit alles eng beieinander liegt. Doch ein Blick in die Statistik zeigt, dass Borussia minimum eine Rückserie mit abermals 27 Zählern benötigt, um auch 2015/16 in drei Wettbewerben vertreten sein zu können.

Seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel in der Spielzeit 1995/96 benötigte ein Team nämlich durchschnittlich 54 Zähler, um sich für den Uefa-Cup/die Europa League zu qualifizieren. Ja, Hannover 96 reichten auch mal 48 (2011/12) und dem TSV 1860 München 49 (1996/97), aber es waren auch schon mal 61 Punkte (Hamburger SV, 2008/09) vonnöten, um sich das Ticket für den kleineren der beiden Europapokal-Wettbewerbe zu sichern.

Borussia: Beste Stimmung auf der Weihnachtsfeier FOTO: Dieter Wiechmann

62 Punkte für die Champions League

Um sogar den Traum von der Champions League realisieren zu können, müsste Lucien Favres Team in den verbleibenden 17 Bundesligaspielen punktemäßig noch spürbar gegenüber der Hinserie zulegen. 62 Punkte brauchte im Schnitt der vergangenen 19 Spielzeiten das Team, das eine Zugangsberechtigung zur Königsklasse erwarb. Den geringsten Aufwand musste 1860 München in der Saison 1999/2000 betreiben, als es mit nur 53 Punkten Champions-League-Qualifikant sein konnte. Die Bayern (2001/02) und der HSV (2005/06) mussten dagegen immerhin 68 Punkte sammeln für denselben Status.

Gesichter und Szenen der Hinrunde FOTO: dpa, crj htf

"Wir haben eine sehr gute Ausgangslage in allen drei Wettbewerben, aber wir müssen natürlich wieder bei Null anfangen und Vollgas geben", sagte Borussias Sportdirektor Max Eberl nach dem letzten Pflichtspiel 2014 in Augsburg, und er formulierte auch kurz und präzise, mit welcher Einstellung die Mannschaft in die zweite Saisonhälfte gehen muss. "Wir wissen, was wir können, wir wissen aber auch, was wir in jedem Spiel bringen müssen", sagte er.

Was Borussia auf jeden Fall vermeiden muss, ist ein "Punkteeinbruch" wie in der vergangenen Saison, als man nach 33 Zählern in der Hinserie in der Rückrunde nur noch auf 22 Punkte kam. Um wie damals - und auch wie 2011/2012 - vom Punktepolster der ersten Saisonhälfte zu zehren, ist genau dieses diesmal nun nicht dick genug. Womöglich ist dieses Wissen aber auch förderlich, denn so ist auch dem letzten klar, dass es ab dem ersten Spiel in Stuttgart Ende Januar einen Von-Null-auf-Hundert-Start geben muss.

Bis einschließlich Sonntag haben die Borussen noch Urlaub, am Montag (15 Uhr) bittet Favre dann zum Trainingsauftakt im Neuen Jahr. Am 8. Januar beginnt dann das Trainingslager in der Türkei.

Quelle: RP
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