| 12.21 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Borussia steht unter Zugzwang

Rangliste: Das sind Borussias Topscorer 2014/15
Rangliste: Das sind Borussias Topscorer 2014/15 FOTO: dpa, dna jai
Berlin. Die Fans von Borussia Mönchengladbach haben sich mit einer großen Fan-Party im Berliner RAW-Club auf das Spiel am Sonntag bei Hertha BSC Berlin eingestimmt. 2500 Gladbacher waren da und zwei Bands spielten bei der vom Fanclub "Spree-Borussen" organisierten Party. Insgesamt werden 8000 Gladbacher im Olympiastadion sein, um das Team von Trainer Lucien Favre zu unterstützen. Das ist unter Zugzwang im Fernduell um den dritten Platz nach dem 2:0-Sieg des rheinischen Rivalen Bayer Leverkusen gegen das B-Team des FC Bayern München. Von Karsten Kellermann

In der vergangenen Woche hatte Leverkusen ebenfalls vorgelegt, da nutzten die Borussen das 1:1 des Konkurrenten in Köln und zogen mit dem 1:0 gegen den VfL Wolfsburg an Bayer vorbei. Nun liegen die Borussen (57 Punkte) wieder einen Punkt zurück und müssen punkten, um nicht mit einem Rückstand in den direkten Vergleich mit Leverkusen (58) am nächsten Samstag zu gehen. "Es ist aber kein Nachteil oder Vorteil, nachzulegen, es ist normal", hatte Trainer Lucien Favre schon vor dem Wochenende klargestellt.

Der Auftritt der Bayern in der Bay-Arena war unter den Gladbach-Fans ein großes Thema auf der Fan-Party und in den sozialen Netzwerken. "Wettbewerbsverzerrung" und "Unsportlichkeit" werfen die Borussen dem Team von Pep Guardiola ("Die Bundesliga ist beendet") vor – in unterschiedlichsten Tonarten. "Jetzt werde ich Barca alle Daumen der Welt drücken, um ins Finale nach Berlin zu kommen", schrieb ein Borusse bei Facebook mit Blick auf das Champions-League-Halbfinale des feststehenden deutschen Meister beim FC Barcelona, bei dem der Ex-Borusse Marc-André ter Stegen im Tor steht.

Die Borussen blieben indes ihrem Motto treu: "Wir schauen nur auf uns, nicht auf andere." Sie wissen, dass sie es selbst in der Hand haben, sich den Traum von der ersten Teilnahme an der Gruppenphase der Meisterliga zu erfüllen. "Wir wollen uns das holen, was wir uns verdient haben", sagte Sportdirektor Max Eberl. Die Gladbacher wollen ihrem Trainer Lucien Favre seinen 100. Bundesliga-Sieg als Coach kredenzen und damit wieder an Leverkusen vorbeiziehen.

Im Rennen um Platz drei lassen sie sich auch von Nebengeräuschen nicht aus der Ruhe bringen. Nicht die Fans, von denen einige am Samstag in Berlin wegen einer Fehlbuchung ohne Hotelzimmer dastanden, als sie mit dem Sonderzug aus Gladbach anrollten. Und auch der Klub nicht. "Wir konzentrieren uns nur auf die letzten vier Spiele", sagte Eberl, der angesichts einiger Gerüchte um seine Spieler gelassen bleibt.

Dass Max Kruse zum VfL Wolfsburg wechselt, wird indes immer wahrscheinlicher, er soll sogar schon einen Medizincheck in der Autostadt absolviert haben. Wolfsburgs Manager Klaus Allofs gab derweil an, dass es aber noch keinen Vertrag gäbe. Kruses offenbar gewordene Zukunftspläne kommen bei den Gladbach-Fans naturgemäß nicht gut an, das zeigen die Kommentare in den sozialen Netzwerken. Gleichwohl ist Kruse für den Rest der Saison ein wichtiger Faktor für die Borussen – wie Granit Xhaka, der Mittelfeldmotor.

Um den rankt sich ein hoch skurriles Gerücht: Xhaka werde im Sommer zum FC Bayern wechseln. Das berichtet eine Zeitung aus Pristina, der Hauptstadt des Kosovo unter Berufung auf nicht genannte Quellen aus Xhakas Umfeld. Der Schweizer mit Wurzeln im Kosovo hat aber konkrete Pläne in Gladbach – über diese Saison hinaus. Xhaka hat seinen Vertrag bei Borussia gerade erst bis 2019 plus ein Jahr Option verlängert. Und er spielt seit Wochen mit einer gebrochenen Rippe, die beim Länderspiel der Schweiz gegen Estland kaputt gegangen ist. "Ich will mit Borussia unbedingt in die Champions League. Dafür spiele ich auch mit gebrochener Rippe. Ich spiele, weil ich muss, weil ich will, weil wir alle einen Traum haben", sagte Xhaka. Den wollen Xhaka und die anderen Borussen am Sonntag in Berlin weiter befeuern. Gladbachs Fans sind jedenfalls bereit für die nächste Party in Berlin.

 
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