| 23.07 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Borussia verliert beim Titelverteidiger

Fotos: Stellungsfehler von Wendt führt zu Sevillas Siegtor
Fotos: Stellungsfehler von Wendt führt zu Sevillas Siegtor FOTO: dpa, jgu hak
Sevilla. Mönchengladbach unterliegt im Hinspiel in der Europa League beim FC Sevilla mit 0:1. Vicente Iborra erzielt das Tor des Abends für die Spanier. Im Rückspiel muss die Mannschaft von Lucien Favre ihre Chancen besser nutzen. Von Karsten Kellermann

Es war eine heiße spanische Nacht für Borussia Mönchengladbach. Lange behielt die Mannschaft von Trainer Lucien Favre beim FC Sevilla kühlen Kopf. Doch am Ende ging das Zwischenrunden-Hinspiel der Europa League 0:1 (0:0) verloren. Trotz der Niederlage zeigten die Borussen, dass sie mit dem Titelverteidiger mithalten können. Das Ergebnis lässt somit durchaus Hoffnung, am kommenden Donnerstag im Rückspiel noch das Achtelfinale zu erreichen.

 

Lucien Favre setzte in Sevilla wieder mal auf eine üppige Rotation. Fünf Neue standen im Vergleich zum Derby-Sieg gegen Köln in der Startelf von Sevilla. Unter anderem fand sich Nationalspieler Max Kruse auf der Bank wieder, an seiner Stelle stürmte Branimir Hrgota neben dem Brasilianer Raffael. Auch die Flügel waren ganz neu besetzt: Thorgan Hazard, der nach seiner Einwechslung gegen Köln das 1:0 vorbereitet hatte, und Fabian Johnson waren die Außen. In der Abwehr kehrte Martin Stranzl nach seiner Verletzungspause ins Team zurück.

Die Borussen spielten im Estadio Ramon Sanchez-Pizjuan nicht nur gegen die hoch motivierten Weißen, sondern auch gegen 28.000 heißblütige andalusische Fans. Immer, wenn das Heimteam in Aktion war, brandeten ohrenbetäubende Gesänge auf. Die 2100 Gladbach-Fans im Stadion taten derweil ihr Möglichstes.

Fotos: Wendt vergibt größte Chance zur Führung in Sevilla FOTO: Screenshot Sky

Dass der Titelverteidiger auf dem Rasen von Anfang an Eindruck schinden wollte, war spürbar: Sevilla ging resolut in die Zweikämpfe, es war, wie Borussias spanischer Verteidiger Alvaro Dominguez vorab vermutet hatte, mehr ein Kampfspiel denn ein ansehnliches Fußballfest. Die Spanier setzten auf internationale Härte.

Sevilla rannte an, jedoch nicht wirklich strukturiert, sondern wirr und ungestüm. Die beste Chance bot sich den Gastgebern in der 23. Minute, da strich ein Schuss von Vitolo knapp am Pfosten vorbei.

Die Borussen, die es in der Bundesliga zuletzt mit sehr tief stehenden Gegnern zu tun hatten, wollten mit Konterfußball zum Erfolg kommen. Dazu bot sich in der Anfangsphase wenig Gelegenheit, denn die Spanier waren viel unterwegs und boten den Gästen keine brauchbaren Lücken an, um in die Tiefe zu kommen.

Fotos: Kramer scheitert mit Schuss an Sevilla-Keeper FOTO: dpa, jgu hak

Zum ersten Mal gelang das, als Raffael nach 23 Minuten Fabian Johnson bediente, der aber an Sevillas Torhüter Sergio Rico scheiterte. Der hatte zuvor auch bei einem Schussversuch von Christoph Kramer gut reagiert (20.). Mit Aktionen wie diesen machten die Gladbacher deutlich, dass sie wenig beeindruckt waren von der Geräuschkulisse und der Wildheit des Gegners. Sie demonstrierten, dass sie bereit waren für die Herausforderung in Sevilla.

Auch nach der Pause gestalteten sie den Schlagabtausch offen. Kurz nach der Pause hatte Linksverteidiger Oscar Wendt sogar die große Chance, das erhoffte Auswärtstor zu schaffen, doch er verzog (49.). Sevilla blieb bei seinem ungestümen Ansatz. Der wurde in der 70. Minute dann doch belohnt. Vincente Iborra kam nach einer Hereingabe von Vitoli frei zum Schuss und traf zum 1:0. Das "Pizjuan" kochte, jeder Gladbacher Ballbesitz wurde nur gnadenlos "ausgepfiffen". Und Sevilla wollte mehr. Doch weiteren Schaden ließ Borussia nicht zu.

Dieses 0:1 ist ein kompliziertes Ergebnis für das Rückspiel. Aber es ist machbar.

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