| 12.27 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Borussia wirft das Europapokal-Aus nicht um

Borussen bedanken sich bei mitgereisten Fans
Borussen bedanken sich bei mitgereisten Fans FOTO: Dirk Päffgen
Manchester. Nach dem Spiel war die Enttäuschung da. "Weil wir nach einer sehr guten ersten Halbzeit das Spiel nicht weiter so gestalten konnten. Und weil wir gehofft hatten, dass sich Juventus besser verkauft", sagte André Schubert, der Trainer von Borussia Mönchengladbach am Flughafen in Manchester. 2:4 verlor sein Team dort bei "City", und weil Turin in Sevilla unterlag, ist es vorbei mit dem Europapokal. Doch "schon ein, zwei Stunden nach dem Spiel und auch heute Morgen ist da mehr der Stolz über die Art und Weise, wie wir uns verkauft haben", sagte Schubert. Von Karsten Kellermann

Für ihn und seinen Arbeitgeber war es indes eine neue Erfahrung, seit der 44-Jährige Trainer ist: Bis dahin hat irgendwie alles geklappt, was er anpackte. Auch in Manchester sah es gut aus nach 45 Minuten und "einer sensationellen Leistung mit brutalen Laufdaten, 124 Kilometer sind es gewesen". Mit Mut und Spielkunst hatten die Borussen "City" beeindruckt. Doch zur Pause war Schubert klar, dass "wir das nicht halten können". Nebenbei war der Gegner "eine Weltklassemannschaft". "City" ist das einzige Team, das sich Schuberts Erfolgsserie widersetzt hat. Beide Spiele gewann der von arabischen Scheichs unterstützte Klub. Ansonsten ist es niemandem, nicht mal den Bayern, gelungen, Schuberts Borussia aufzuhalten.

Dass das aber keine Zauberei ist, sondern ganz menschlich, stellte Schubert klar: "Wir haben in den letzten Wochen am Limit gespielt." In der Bundesliga haben die Borussen nach dem Fehlstart "die Kehrtwende geschafft", wie Vize-Präsident Rainer Bonhof anmerkte. Das 0:3 in Sevilla zum Auftakt der Champions League (vor Schuberts Amtsantritt) war aber doch eine zu große Hypothek. Anderseits: Als die Gruppe mit den drei dicken Brocken ausgelost worden war, hatte niemand einen Pfifferling auf Gladbach gesetzt. "Und nun haben wir bis zur 80. Minute des letzten Spiels um Europa gespielt", sagte Sportdirektor Max Eberl. Die Tatsache, dass Borussia nicht mehr international aktiv ist, wird aber keine direkten Auswirkungen auf die Kaderplanung im Winter haben. "Ob wir auf einer, zwei oder drei Hochzeiten dabei sind, ist nicht völlig maßgeblich für unsere Planung. Wir werden sehen, wie es mit den Verletzten wird, dann werden wir uns Gedanken machen. Aber es muss Sinn machen, wenn wir etwas tun", sagte Eberl.

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Bis zum Ende der Hinrunde muss es der derzeitige Kader richten. Eine Blockade im Kopf nach dem Aus im Europapokal befürchtet Schubert nicht. "Die Jungs sind ja alle psychisch stabil", versichert er. Was von der Champions League bleibt, sei jenseits der akuten Enttäuschung ein gutes Gefühl. Man habe eine gute Figur abgegeben als Novize, da waren sich alle einig. Sogar die "City"-Stars haben den Borussen gesagt: "Klasse, was ihr gespielt habt." Mehr Respekt geht nicht. "Und wenn wir so spielen wie in der ersten Halbzeit in Manchester, ist es für jeden Gegner schwer gegen uns", befand Havard Nordtveit.

Das ist eine Ansage vor dem "kleinen" rheinischen Derby bei Bayer Leverkusen am Samstag. Für das Spiel und für den Rest der Saison wollen die Borussen Honig saugen aus den schönen Erlebnissen, die sie insgesamt in der Champions League hatten. "Das muss ein Ansporn sein, wieder einen Europapokal-Platz zu erreichen. Dafür brauchen wir eine gute Saison - und drei Punkte in Leverkusen", sagte Schubert. Nach angeknackstem Selbstvertrauen klingt das nicht.

Quelle: RP
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