| 20.21 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Borussias Debütanten ohne Fortune

Bilder: Xhaka wettert nach Gelb-Rot gegen Werder
Bilder: Xhaka wettert nach Gelb-Rot gegen Werder FOTO: ap
Bremen. Roel Brouwers und Havard Nordtveit spielten in Bremen erstmals. Die Haudegen sollten für Stabilität sorgen. Das gelang nur leidlich. Brouwers kam beim zweiten Gegentor zu spät. Auch André Hahn kam zum Debüt, verpasste aber das 2:2. Von Stefan Klüttermann

Bremen Lucien Favre und die Seinen waren unter anderem an die Weser gereist, um die verloren gegangene Stabilität wiederzufinden. Der Trainer hatte auf der Suche danach zwei Männer ausgemacht, die bislang nicht mitwirken konnten oder durften in dieser Saison: Havard Nordtveit und Roel Brouwers. Der eine war bisher gesperrt, der andere nur Ersatzmann. Nun sollten diese beiden Haudegen, die Favre von Anbeginn seiner Zeit am Niederrhein kennt und schätzt, helfen, die alte Kompaktheit zu erlangen und nebenbei die ersten Punkte der Saison einzusammeln.

Nun, die Umsetzung beider Aufgabenbereiche gelang den Debütanten nur leidlich. Daran konnte auch André Hahn nichts ändern, der ebenfalls zum ersten Mal in dieser Spielzeit zum Einsatz kam, dies jedoch als Ergänzungsspieler. Borussia verlor in Bremen 1:2 und damit das dritte Bundesligaspiel am Stück (vier in Folge sind es saisonübergreifend). Allein Hahn und Brouwers hätten den schlechtesten Start der Gladbacher Bundesliga-Historie verhindern können.

Zunächst Brouwers. Der ist in der Nacht zum Freitag zum dritten Mal Vater geworden und stand nun erstmals in der Startelf. Ein würdiges Ende der Geschichte wäre ein gelungenes Spiel in Bremen gewesen. Brouwers machte anfangs einen ordentlichen Job. Allerdings bescherte der umtriebige Anthony Ujah ihm und seinem Innenverteidiger-Kollegen Marvin Schulz, der als einziger im defensiven Zentrum bisher alle Spiele machte, mehr und mehr Kopfzerbrechen. Schulz passierte dann auch im Zweikampf mit dem Ex-Kölner ein Kontakt, den der Stürmer zu einem Sturz im Strafraum ausschmückte. Der fällige Elfmeter bedeutete das 0:1.

Beim zweiten Gegentor konnte dann Brouwers nicht das ausspielen, was Favre sich von ihm gegen die vielen langen Bremer erhofft hatte: die Lufthoheit. Nach einer Ecke von Zlatko Junozovic stand er hinter Jannik Vestergaard und kam somit beim Kopfball des Dänen im Fünfmeterraum zu spät. Es war letztlich die spielentscheidende Aktion.

Hahn vergibt Chance zum Ausgleich

André Hahn hatte die Chance, das auszubügeln. Er war soeben eingewechselt worden und fand sich in der 74. Minute plötzlich nach einem starken Pass des am Ende mit einer Ampelkarte bedachten Granit Xhaka in einer aussichtsreichen Schussposition wieder. Hahn hätte auch querlegen können auf Thorgan Hazard, entschied sich aber zum Schuss. Den parierte Bremens Torhüter Felix Wiedwald. Als Hahn dann in der Nachspielzeit recht frei zum Kopfball kam, flog der Ball reichlich weit am Ziel vorbei. Nichts war es mit einem Jokertor.

Und nichts war es auch mit einem gehobenen Ordnungsprinzip im defensiven Mittelfeld. Dort ersetzte Nordtveit Lars Stindl, den Favre dieses Mal ganz nach vorn beorderte. Diese Maßnahme brachte immerhin das Ausgleichtor durch den Ex-Hannoveraner. Nordtveit war derweil spürbar bemüht und auch einsetzfreudig. Doch fehlte erneut die echte Struktur aus der Tiefe, weil Granit Xhaka an Nordtveits Seite zu unstet spielte und dem Norweger selbst vielleicht die nötige Spielpraxis fehlte, um die entscheidende nötige Sicherheit einbringen zu können. Weswegen er in der Schlussphase durch Mo Dahoud ersetzt wurde. Es war ein strategischer Wechsel, der angesichts des Rückstandes und einiger Stürmer auf der Bank etwas theoretisch anmutete. Doch kam mit Dahoud durchaus mehr Spielkultur ins Team.

Am Ende des Tages stützte Brouwers die Hände auf die Knie und schaute betreten zu Boden. Diese Geste hatte Allgemeingültigkeit bei den Borussen. Brouwers, Nordtveit und Hahn hatten sich ihren Saison-Erstling anders vorgestellt. Sie konnten Lucien Favre nicht wirklich helfen bei der Suche nach Stabilität und Punkten.

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