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Borussia Mönchengladbach
Chance für Drmic, Rüffel für Ritter

Borussia Mönchengladbach: Chance für Drmic, Rüffel für Ritter
Das Foto zeigt (v.l.) Marvin Schulz, Nico Brandenburger, Sinan Kurt und Marlon Ritter im Januar 2014 vor dem Abflug in Borussias Trainingslager. Im Oktober 2015 hat Schulz seine ersten Startelf-Einsätze bei den Profis verbucht, Brandenburger spielt auf Leihbasis beim FC Luzern, Kurt spielt für die U23 der Bayern, Ritter für Borussias U23. FOTO: diwi (Archiv)
Mönchengladbach. Ohne sieben Profis, darunter Raffael (Grippe), spielt Borussia am Mittwoch (20.30 Uhr/Live-Ticker) im Pokal auf Schalke. Das dürfte mal wieder die Bühne für Josip Drmic bereiten. Marlon Ritter muss dagegen offenbar erstmal an seiner Einstellung zum Beruf arbeiten. Von Stefan Klüttermann

In seiner bisherigen Zeit als Borussias Cheftrainer kommunizierte André Schubert den Medien gegenüber vor allem eines über seine Profis: Lob. Lob für den Charakter, Lob für die Einstellung, Lob für die Bereitschaft, Lob für die Leistung. Die Auftritte seines Teams gaben ja nun auch Anlass zu verbalen Blumensträußen. Umso auffälliger klangen deswegen die unverhohlen kritischen Worte, die Schubert gestern wählte, als die Frage aufkam, ob angesichts der verletzten Flügelspieler Patrick Herrmann und André Hahn denn nicht U23-Torjäger Marlon Ritter eine Option für den Kader der anstehenden Spiele sei. "Marlon brauchen wir nicht hochziehen, er ist ja immer mal wieder dabei. Wir haben für Marlon aber in den vergangenen Wochen ein spezielles Programm entworfen. Es geht einfach für ihn darum, sich in bestimmten Bereichen zu entwickeln. Er muss in dem ein oder anderen Bereich mehr und härter an sich arbeiten", sagte Schubert über den 21-Jährigen, der in 13 Regionalligaspielen dieser Saison achtmal getroffen hat.

Das ist Marlon Ritter FOTO: Falk Janning

Schubert arbeitete seit Sommer selbst mit Ritter in der U23 zusammen, und er wie alle anderen Verantwortlichen im Verein wissen um das Talent des schnellen, wendigen, 1,70 Meter kleinen Flitzers, dem schon Lucien Favre mal attestierte: "Er ist sehr, sehr interessant. Sein erster Ballkontakt ist fantastisch, der Ball klebt förmlich am Fuß." Doch offenbar fehlt Ritter (Profivertrag bis 2017) in den Augen derer, die ihn zu beurteilen haben, noch der letzte Biss, um einem Mo Dahoud oder einem Marvin Schulz hin zu Bundesligaeinsätzen nachzueifern. "Für einen jungen Spieler stehen hier bei der Borussia die Türen ganz, ganz weit offen. Aber durch die Tür müssen sie eben schon selbst gehen. Wir erwarten einfach, dass er mit noch mehr Engagement, mit noch mehr Konzentration, mit noch mehr Bewusstsein für den Beruf trainiert", sagte Schubert. Sportdirektor Max Eberl saß daneben.

Schubert setzt auf Rotation

Im Fall von Josip Drmic, Thorgang Hazard und Branimir Hrgota, so stelle Schubert klar, liege es derweil keinesfalls am Willen oder an der Berufsauffassung, dass sie noch keinen Startelfeinsatz unter ihm verbuchen konnten. Die offensive Qualität der drei sei ebenfalls unumstritten. Aber: "Wichtig ist, dass die Jungs defensiv gut arbeiten, zuverlässig sind, dass sie verstehen, wie wir verschieben, wie wir Räume schließen. In diesem Bereich müssen sich die drei noch ein bisschen steigern", erklärte Schubert. Dass sie sich steigern können, dürfen Drmic und vielleicht auch Hazard am Mittwoch im Pokal auf Schalke dann mal von Beginn an zeigen.

Porträt: Josip Drmic: Schafft er es noch bei Borussia? FOTO: Dieter Wiechmann

Schließlich fällt Raffael mit Grippe aus, also wird neben Lars Stindl ein Platz in der Offensive frei. Und rotieren will Schubert eh: "Wir glauben, dass wir eine hohe Stabilität gewonnen haben, und wir glauben, dass die Jungs, die bisher hinten dran waren, mehr und mehr verstehen, wie wir auch defensiv spielen", sagte Schubert, der neben Martin Stranzl, Nico Schulz, Herrmann und Hahn heute auch auf Roel Brouwers (Schlag auf den Rücken) und Marvin Schulz (Schlag auf den Fuß) verzichten muss. "Trotz der Ausfälle freuen wir uns auf das Spiel", sagte Schubert.

Ob er angesichts der bekannten Langzeitverletzten über Transfers im Winter nachdenke, ließ Eberl derweil offen. "Wir reden mit dem André darüber, was man im Winter tun könnte. Wir müssen bei Patrick Herrmann abwarten, ob er operiert werden muss. Die Chancen sind da, dass er um eine Operation herumkommt. Das hieße, er würde in der Rückrunde zur Verfügung stehen", sagte Eberl.

Quelle: RP
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