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Borussia Mönchengladbach
China öffnet sich für Borussia

Borussia Mönchengladbach: China öffnet sich für Borussia
Das chinesische Unternehmen ZTE sponsort die Borussia. FOTO: Dieter Wiechmann
Mönchengladbach. Ein neuer Sponsor soll dem Verein als Wegbereiter zum Absatzmarkt in Asien dienen. Der ersehnte Ansatz zur Internationalisierung scheint gefunden. Von Stefan Klüttermann

Es ist ja nicht so, dass Borussia nicht schon früher willens gewesen wäre, zum großen Sprung in puncto internationaler Vermarktung anzusetzen, allein bislang fehlte einfach der unternehmerisch-sinnvolle Ansatz, mithilfe dessen der Verein ein solches Projekt angehen wollte und konnte. Nun ist der Ansatz da, er heißt ZTE, ist ein chinesischer Technologiekonzern und soll als Co-Sponsor den Borussen in den kommenden beiden Jahren als Türöffner für den lukrativen Absatzmarkt in Fernost dienen. "Wir wollen in den chinesischen Markt und brauchen dafür strategische Hilfe", erläuterte Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers gestern bei der Vertragsunterzeichnung. Nachdem Borussia intensive Planungen und Gedankenspiele hinsichtlich einer Marketing-Reise in die USA letztlich nicht realisiert hatte, geht der Blick also nun gen Osten. Und es wird nicht nur beim Blick bleiben, denn Schippers stellte unmissverständlich klar, dass die Mannschaft bis 2018 in jedem Fall einen Trip nach China unternehmen wird. "Wir wollen dorthin gehen, nicht als reine Freundschaftsspielreise, sondern um Bekanntheit zu erlangen. Wir müssen jetzt in die Planungen und Überlegungen gehen", sagte er.

Eine Agentur hatte Borussia und ZTE zusammengebracht, und für beide Partner lag das Kalkül einer Zusammenarbeit schnell klar auf der Hand. "China ist für uns ein hochattraktiver Markt. ZTE wünscht sich im Gegenzug in Deutschland mehr Bekanntheit, und die wird sie erfahren über Borussia", sagte Schippers.

Die Verträge der Borussia-Spieler FOTO: Dirk Päffgen

ZTE ist hinter Huawei - seit Herbst 2013 Sponsor bei Borussia Dortmund - die Nummer zwei in Chinas Telekommunikationssektor und will über den Fußball vor allem den Absatz der Handy-Sparte hierzulande steigern. Denselben Ansatz hatte ZTE bereits in Sponsoringverträgen mit dem FC Sevilla und den Basketballern der Golden State Warriors aus der nordamerikanischen Profiliga NBA verfolgt. "Es ist eine Win-win-Situation", sagte Schippers. Über das finanzielle Volumen des Deals wurde nichts bekannt.

Der ZTE-Zugang nach China ist für Borussia die Eintrittskarte zu einem der wichtigsten Absatzmärkte. Denn die Fußballbegeisterung im bevölkerungsreichsten Land der Erde ist groß - "Fußball ist der populärste Sport in China" (Scott Xhang, Regionaldirektor Westeuropa ZTE) -, und die Kaufkraft ist mit dem Wirtschaftsboom gewachsen. Über das Trittbrett ZTE kann Borussia schließlich die inzwischen dauerhafte Präsenz im Europapokal endlich in eine Größenordnung internationaler Vermarktung ummünzen, wie sie eben nachhaltigen finanziellen Erfolg verspricht. Auch das Thema Social Media dürfte durch den Deal den nächsten spürbaren Schub erleben. "Wir werden viele Zuläufe erleben", ist sich Schippers sicher.

Borussias Sommer-Fahrplan 2016 FOTO: Dieter Wiechmann

Zu Ende gedacht wäre die Kooperation schließlich dann, wenn es irgendwann mal ein chinesischer Nationalspieler in den Kader der Mönchengladbacher schaffen würde. "Hoffentlich wird eines Tages ein Chinese für Borussia spielen", sagte deswegen auch ZTE-Vorstand Jacky Zhang. "Wenn du einen chinesischen Spieler in den eigenen Reihen hast, dann ist die Aufmerksamkeit auf dem chinesischen Markt viel größer. Aber es muss trotzdem eine sportliche Entscheidung und keine Marketing-Maßnahme sein", sagte Schippers.

Alleine hat Borussia diesen Gedankengang freilich nicht: Schippers' Leverkusener Amtskollege Michael Schade hatte schon vor zweieinhalb Jahren im Interview mit unserer Redaktion gesagt: "Wir haben immer wieder betont, dass wir uns wünschen würden, einen chinesischen Nationalspieler zu haben."

Die Schubert-Tabelle FOTO: afp, oa-iw
Quelle: RP
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