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Borussia Mönchengladbach
Das Duell der Brasilianer

Raffael – Keiner ist wertvoller für Borussia
Raffael – Keiner ist wertvoller für Borussia FOTO: ap
Mönchengladbach. Welcher Brasilianer drückt dem direkten Duell heute (15.30 Uhr/Live-Ticker) den Stempel auf - 1899 Hoffenheims Firmino oder Borussia Mönchengladbachs Raffael? Von Stefan Klüttermann

Manche Dinge sind nicht überraschend. Wie sie in Mönchengladbach Spiel für Spiel davon ausgehen können, dass der Gegner mit elf Mann beginnen wird, so erwartbar ist längst auch das anerkennende Lob, das der Trainer des Gegners in den Tagen vor der Partie Richtung Niederrhein sendet. Markus Gisdol wollte da keine Ausnahme machen. "Beim Präzisionsspiel in höchstem Tempo ist Gladbach für mich die beste Mannschaft der Liga. Dazu haben sie die zweitbeste Defensive. Das ist also ein absolutes Top-Team. Für viele Mannschaften - auch für uns - sind sie ein Orientierungspunkt", schwärmte Hoffenheims Coach mit Blick auf das heutige Heimspiel gegen die Borussen (15.30 Uhr).

Wie jeder Bundesliga-Trainer wird auch Gisdol versuchen, mit seiner Mannschaft dem Spiel den Stempel aufzudrücken, seine Spielidee dem Gegner aufzuzwingen. Dumm nur, dass das im Fall von Borussia nur noch ganz selten einem Kontrahenten hierzulande gelingt, weil Lucien Favres Team es inzwischen konstant meistert, über eine Mischung aus Ballbesitz und Umschaltspiel den Takt einer Partie anzugeben. Maßgeblicher Taktgeber in der gegnerischen Hälfte ist Favres Ziehsohn Raffael. Der Brasilianer gehört seit einer Woche zum Ü-30-Klub und ist laut Abwehrchef Martin Stranzl "ein Spieler, der durch seine Aktionen immer ein Spiel alleine entscheiden kann".

Borussia trainiert für Hoffenheim FOTO: Dirk Päffgen

In der Hinserie war es ein wenig ruhig und unauffällig geworden um den Mann, der in der Vorsaison auf 15 Tore und sieben Vorlagen gekommen war. Eine kleine Schaffenskrise und eine Verletzung gegen Jahresende ließen ihn unter seinen Möglichkeiten bleiben. Indes, die Borussen-Macher beunruhigte dies keineswegs, denn sie wissen, selbst in Wochen und Monaten ohne Gala-Auftritt ist Raffael ein wichtiges Zahnrad in Favres System. Als zentraler Umschaltspieler, als Mann, der zwischen die gegnerischen Linien vorstößt und die letztlich entscheidenden Löcher reißen kann. "Es ist bei mir nicht so gut gelaufen. Aber das ist vorbei", sagte Raffael unter der Woche. Und in der Tat: Inzwischen ist er auf bestem Weg zurück zur Vorjahresform. In den vergangenen zwei Auswärtsspielen erzielte er vier Treffer, darunter beide beim 2:0 in München.

Heute Nachmittag trifft er auf seinen Landsmann Firmino. Der ist 23, im Gegensatz zu Raffael auch Nationalspieler und Hoffenheims Führungsfigur in der Offensive. Sechs Treffer und sieben Vorlagen verzeichnet er in dieser Saison. Im Vorjahr waren es gar 16 Treffer und zwölf Assists. Umso erstaunter war man, als er im März 2014 seinen Vertrag bis 2017 verlängerte. Doch scheint klar, dass er bei einem lukrativen Angebot im Sommer weg ist. An Interessenten soll es nicht mangeln, und der Marktwert von 25 Millionen Euro schreckt auch nicht alle ab. Firmino ist angesagt, mit den handelsüblichen Tattoos eines Jungstars versehen und auch mit einem Zehn-Millionen-Ausrüster-Vertrag. In der Vorwoche schoss er den 1:0-Siegtreffer für Brasilien gegen Chile.

Das Duell der Brasilianer - es könnte heute spielentscheidend sein in der Sinsheimer Arena.

Quelle: RP
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