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Bewerbung
Das verlangt der DFB von Gladbach für die EM

Bewerbung: Das verlangt der DFB von Gladbach für die EM
OB Hans Wilhelm Reiners und Rainer Bonhof gestern vor der DFB-Zentrale mit dem Aktenordner. FOTO: Borussia
Mönchengladbach. Borussia und die Stadt müssen bis zum 12. Juni 69 Fragen beantworten. Hotel-Kapazitäten, Verkehrskonzept, Fanmeile und Sehenswürdigkeiten gehören dazu wie technische Details zum Stadion. OB Reiners will die Politik einbeziehen. Von Andreas Gruhn und Karsten Kellermann

Einen Punktsieg hat Mönchengladbach am Dienstag in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt bereits errungen. Eigentlich stellte der DFB den an der Austragung von EM-Spielen 2024 interessierten Städten lediglich den Fragenkatalog vor. 69 Fragen in einem Aktenordner, die der DFB von Bewerber-Städten beantwortet haben will. Zu diesem eigentlich technokratischen Termin fuhren Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners und Borussias Vize-Präsident Rainer Bonhof als einziges Stadtoberhaupt und als einziger ehemaliger Profi und Weltmeister und wurden als solche auch als einzige namentlich begrüßt. "Wir wollten zeigen, wie ernst es uns ist", sagte OB Reiners. "Und dieses Zeichen ist registriert worden."

Nun entscheidet ein solches Signal noch lange nicht, wer von den noch verbliebenen 17 interessierten Städten (Dresden ist ausgestiegen) in den Kreis der zehn Austragungsorte aufgenommen wird, mit dem der DFB ins Rennen um die Bewerbung beim europäischen Fußballverband Uefa geht. Da hat der DFB schon etwas andere Anforderungen gestellt, die er auch weitgehend von der Uefa übernommen hat. Die Städte müssen je nach Art der Spiele, für die sie sich interessieren, vor allem eine bestimmte Zahl an Hotelbetten im Umkreis von 20 Kilometern vorweisen können. Wer beispielsweise Finalspielort werden möchte (es dürfte auf Berlin hinauslaufen), muss etwa ein Hotel der Fünf-Sterne-Kategorie mit 500 Betten nur für die Uefa in Stadionnähe bereithalten können. Allerdings werden auch regionale Kooperationen geduldet: Gladbach kann etwa die Nähe zu Hotels in Neuss und Düsseldorf mit anführen.

Die Stadt muss detailliert darlegen, welche Sehenswürdigkeiten sich in welcher Entfernung des Stadions befinden. Eine Fanmeile in der Stadt wird verlangt, ebenso muss ein genaues Verkehrskonzept zur Erreichbarkeit der Arena vorgelegt werden. Parkplätze, Trainingsmöglichkeiten, VIP-Betreuung, Pressearbeitsplätze und deren Anschlussmöglichkeiten, genaue Stadionpläne und -querschnitte müssen dargelegt und eingereicht werden. "Das ist ein dicker Katalog, der für Mönchengladbach nicht selbstverständlich ist. Aber wir werden ihn positiv angehen", sagte Reiners. Und Bonhof erklärte: "Wir haben erwartet, dass wir viele Hausaufgaben mitbekommen. Aber wir sind davon überzeugt, dass wir sie erledigen werden."

Einige Dinge sind bereits in der Erarbeitung. Bei den letzten Heimspielen etwa war die Parkplatzgesellschaft PPG, ein Joint Venture von Borussia und EWMG, per Hubschrauber in der Luft unterwegs, um Verkehrsströme rund ums Stadion zu analysieren.

Bis zum 26. April muss die Stadt die Erklärung unterzeichnen, mit der sie vom Interessenten offiziell zum Bewerber wird. Bis zum 12. Juni um 12 Uhr muss dann die Bewerbung vollständig abgegeben sein, was in diesem Fall bedeutet, dass alle Dateien über ein elektronisches Portal hochgeladen sein müssen. Die Entscheidung beim DFB fällt dann im September. Für alle Bewerber-Städte gilt, dass es keine Einladungen oder Ähnliches an DFB-Vertreter geben darf. Das gesamte Verfahren wird von "Transparency International" überwacht, betonte der DFB gegenüber den 17 Städten. "Wir werden als Stadt die Politik einbeziehen, bevor wir die endgültige Bewerbung abgeben", kündigte Reiners gestern an. "Alles soll sehr transparent ablaufen."

Quelle: RP
 
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