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Borussia Mönchengladbach
"Den einzigen Druck mache ich mir selbst"

Borussia Mönchengladbach: "Den einzigen Druck mache ich mir selbst"
Andreas Christensen beim Training. FOTO: Dieter Wiechmann
Mönchengladbach. Die Frage nach seiner Zukunft ab Sommer 2017? Gestiegene Erwartungen? Alles kein Problem, sagt Andreas Christensen, Borussias Spieler der Vorsaison Von Stefan Klüttermann

Wenn es stimmt, dass eine gemeinsame Sprache dazu taugt, bei Menschen ein Gefühl von Zuhause zu erzeugen, dann hat Borussia Andreas Christensen in Jannik Vestergaard in diesem Sommer fast zwei Meter Zuhause an die Seite gestellt. "Mit Jannik Dänisch sprechen zu können, ja, das fühlt sich schon ein bisschen nach Heimat an. Das habe ich schon in der vergangenen Saison gemerkt, als ja manchmal mit Oscar [Wendt, Anm. d. Red.], Howie [Havard Nordtveit, Anm. d. Red.] und mir drei in der Viererkette Dänisch konnten", erzählt Christensen gestern Mittag. Der Weggang von Nordtveit und Branimir Hrgota hatte Borussias skandinavische Gemeinde zwischenzeitlich halbiert, nun also sind sie also wieder zu dritt.

Von diesen Skandinaviern ist indes unbestritten Christensen derjenige, der in der vergangenen Saison am meisten von sich reden gemacht hat - ohne dabei selbst viel zu reden, denn das ist seine Sache nicht. Dafür mit konstant guten Leistungen, ja konstant ungewöhnlich guten Leistungen für einen damals 19- und inzwischen 20-Jährigen. Er hinterließ als No-Name-Zugang des Vorsommers in den folgenden Monaten einen derart bärenstarken Eindruck auf dem Rasen, dass ihn Borussias Fans rückblickend zu ihrem Spieler der Saison wählten. "Das bedeutet mir eine Menge. Ich hatte das Gefühl, dass ich eine gute Saison gespielt habe, und ich freue mich, dass die Fans das offensichtlich genauso gesehen haben. Jetzt gilt es, diese Leistungen in der neuen Saison zu bestätigen", sagt Christensen.

Wer Christensen beobachtet, muss zwangsläufig zur der Frage gelangen: Verspürt dieser junge Mann denn überhaupt keinen Druck? Die Antwort liefert der Nationalspieler selbst: "Den einzigen Druck, den ich spüre, ist der, den ich mir selbst und wir als Mannschaft uns machen. Und diese Art von Druck hilft mir letztlich, besser zu werden, Was von außen an mich herangetragen wird, versuche ich auszublenden." Mit dem Trainerteam in Gladbach und alle paar Wochen mit Mitarbeitern des FC Chelsea analysiert Christensen seine Leistungen. Er geht derart nüchtern-rational an seinen Beruf heran, dass die Temperatur um ihn herum zuweilen ein paar Grad niedriger scheint als anderswo. Mit den Leistungen seiner ersten Bundesligasaison beeindruckte er nicht zuletzt auch seine Mitspieler, und so ist dieser Tage selbst angesichts einer nie dagewesenen Qualität in der Kaderbreite aus der Mannschaft die Erwartung zu hören, Christensen sei hinten natürlich gesetzt.

Im August beginnt sein zweites Jahr in Gladbach. Mit welchen Erwartungen? "Hoffentlich starten wir erst mal besser als letzte Saison. Wir haben gute Jungs dazubekommen für die, die uns verlassen haben. Ich bin optimistisch, was die neue Spielzeit angeht", sagt er. Ob der zweijährigen Leihe aus London der endgültige Kauf durch Borussia folgt, folgen kann oder ob Chelsea sich sein Abwehrjuwel im kommenden Sommer zurückholt, das werden die Verhandlungen in den kommenden Monaten zeigen. Christensen wäre indes nicht Christensen, würde ihn diese offene Frage derzeit in irgendeiner Form tangieren. "Nein, daran denke ich nicht. Daran denke ich, wenn die Saison vorbei ist. Nicht vorher", sagt er.

Sportdirektor Max Eberl wird womöglich Gladbachs finanzielle Schmerzgrenze neu definieren, um einen dauerhaften Verbleib Christensens möglich machen zu können. Davon abhalten wollen würde indes ihn wohl niemand.

Quelle: RP
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