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Borussia Mönchengladbach
Die EM-Borussen haben Mark Borsch etwas voraus

Borussia Mönchengladbach: Die EM-Borussen haben Mark Borsch etwas voraus
Der Gladbacher Mark Borsch ist als Assistent bei der EM dabei. FOTO: Imago
Mönchengladbach. Die Fußballer kennen ihre EM-Termine schon, die Schiedsrichtergespanne erfahren erst zwei Tage vor dem Einsatz, welche Spiele sie leiten. Von Karsten Kellermann

Yann Sommer, Granit Xhaka, Nico Elvedi und Martin Hinteregger haben einen Vorteil gegenüber Mark Borsch. Die vier Borussen, die für die Europameisterschaft in Frankreich nominiert wurden, wissen genau, wann für sie die EM beginnt. Sommer, Xhaka und Elvedi, allesamt Schweizer, starten am Samstag um 15 Uhr mit dem "Bruderduell" gegen Albanien, das gespickt ist mit vielen in der Schweiz geborenen Kickern, unter anderem Xhakas Bruder Taulant. Und Österreich beginnt am Dienstag um 18 Uhr gegen den Nachbarn Ungarn. Borsch hingegen, Assistent im Ensemble des deutschen Referees Dr. Felix Brych, weiß noch nicht, wann es für ihn losgeht. "Die Schiedsrichtergespanne werden erst zwei Tage vorher informiert, welches Spiel sie leiten", sagt Borsch, dem es "eine Ehre ist, meine Heimatstadt und meinen Schiedsrichterkreis bei der EM zu vertreten".

Es wird sein fünftes großes Turnier sein. 2011 war die U21-EM das Debüt, dann winkte er bei den Olympischen Spielen 2012 in London, beim Konföderationen-Turnier 2013 und bei der Weltmeisterschaft 2014. "Ich freue mich auf die EM, solche Turnier sind nie Routine, sondern immer wieder eine Herausforderung", sagt der 39-Jährige, der neben dem deutschen Ersatztormann Marc-André ter Stegen der einzige echte Gladbacher beim Turnier in Frankreich ist.

Natürlich haben beide, ter Stegen wie Borsch das Ziel, ins Endspiel zu kommen. Dem deutschen Team trauen Experten wie der Ur-Borusse Berti Vogts das auch sehr wohl auch zu. Borsch würde sich darüber freuen - wenngleich sein persönlicher Finaltraum platzen würde. Denn die Schiedsrichter aus den Nationen, die weit kommen, werden nicht mehr eingesetzt. "In Brasilien war für uns nach dem Viertelfinale Schluss", erzählt Borsch. Zugunsten des DFB-Teams verzichtet er aber gern.

Er ist fit für die EM - körperlich und in Sachen Regelkunde. 95 Regeländerungen hat es im Vorfeld der EM gegeben. "In den nächsten beiden Tagen stehen noch mal einige theoretischen Unterweisungen an", sagt Borsch. Zudem ist aus dem Unparteiischen-Trio ein Quintett geworden: Neben Schiedsrichter Brych und den Assistenten Borsch und Stefan Lupp sind dieses Mal auch die Torlinienrichter Bastian Dankert und Marco Fritz dabei.

Alle EM-Schiedsrichter sind in einem Vorort von Paris untergebracht. Die latente Terrorgefahr, die um das Turnier wabert, macht Borsch keine Angst. Als Kriminalhauptkommissar hat er "volles Vertrauen in die Arbeit der Sicherheitsbehörden", sagt Borsch.

Entsprechend will er sich voll und ganz aufs Regelhüten konzentrieren. Morgen wird mindestens der erste Auftrag vergeben: das Eröffnungsspiel Frankreich gegen Rumänien, das am Freitag die EM eröffnet. "Natürlich haben auch wir Schiedsrichter Spiele, die wir gern leiten würden. Aber wir können es eh nicht beeinflussen. Ich werde jeden Einsatz genießen, egal wer spielt", sagt Borsch.

Quelle: RP
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