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Borussia Mönchengladbach
Fröhliche Rückkehrer

Die fröhlichen Rückkehrer Tony Jantschke und Oscar Wendt
Wieder da: Oscar Wendt (oben) nach seiner Muskelverletzung und Tony Jantschke nach seinem Kreuzbandriss. FOTO: Dieter Wiechmann, Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Tony Jantschke widerlegte gegen Berlin die These, dass er nach seiner schweren Verletzung in dieser Saison gar nicht mehr auflaufen würde. Auch Oscar Wendt kehrte zurück. Von Karsten Kellermann

Tony Jantschke war froh. Wenige Minuten hatten dafür gesorgt, wenige Minuten, die er bei Borussias 5:0 gegen Hertha BSC Berlin auf dem Rasen verbrachte. Als bekannt wurde, dass sein Kreuzband gerissen war, das war Mitte Dezember nach dem 0:5 bei Bayer Leverkusen, stand zu befürchten, dass er in dieser Saison gar nicht mehr spielen würde. Nun hat Jantschke die These widerlegt - und nahm genüsslich wahr, dass seine Rückkehr den Fans viel Freude bereitete. "Fußballgott" riefen sie. "Ein Gänsehautgefühl", verspürte der derart Gefeierte. In Situationen wie diesen erlebt ein Fußballer, dass sich die Schufterei in der Reha gelohnt hat. "Ich habe es immer gesagt, dass ich in dieser Saison noch spielen werde. Ich freue mich über jede Minute, die jetzt noch kommt", sagte er.

Dass es am Tag seiner Rückkehr dasselbe Ergebnis gab wie an dem Tag, als er sich schwer verletzte, ein 5:0 nämlich, aber dieses Mal eben anders herum, das wollte er natürlich nicht mit sich in Verbindung bringen. Für ihn ging es an diesem Tag einfach nur um das emotionale Erlebnis der Rückkehr, ganz so wie vor einigen Wochen beim 5:1 gegen Bremen Martin Stranzl. Weswegen Jantschke den Applaus der Anhängerschaft "ehrlich gesagt etwas erwartet hatte, einfach weil wir tolle Fans haben", sagte Jantschke.

Sein Comeback nach 113 Tagen war eine von vielen Rückkehrgeschichten der vergangenen Wochen: Patrick Herrmann, Martin Stranzl, André Hahn, nun Jantschke und Oscar Wendt, der im Eiltempo den beim 4:0 gegen Stuttgart erlittenen Muskelfaserriss auskurierte. "Es ist Fakt, dass wir eine sehr gute Reha-Abteilung haben", lobte Jantschke das entsprechende Fachpersonal im Klub.

Die verbliebenen Langzeitverletzten sind Alvaro Dominguez und Nico Schulz. Letzterer war am Samstag auf beiden Seiten der Mixedzone unterwegs, mal bei den Borussen, mal bei den Berlinern, von denen er zu Saisonbeginn nach Gladbach gekommen ist. Wie Jantschke hat er sich ein Kreuzband gerissen, nur wird er erst wieder zur neuen Saison richtig einsteigen können. Aktuell leistet ihm ein anderer Ex-Berliner in der Reha Gesellschaft: Raffael. Der indes soll nach dem Muskelfaserriss, den er von der Dienstreise zu Schalke 04 mitgebracht hat, möglichst schnell wieder da sein, vielleicht schon am Samstag in Ingolstadt.

Oscar Wendts Rückkehr sowie die schnelle Genesung von Fabian Johnson, der sich auf Schalke eine Zerrung zugezogen hatte, die er aber rechtzeitig auskurierte, machte es möglich, dass Trainer André Schubert seine erste Besetzung für die vorgezogenen Außen zur Verfügung hatte. Wendt, der genau einen Monat gefehlt hatte, war voller Spielfreude und hatte zudem Berlin gefährlichen Offensivmann Salomon Kalou, der über Wendts Seite für Gefahr sorgen sollte, sicher im Griff. Johnson tat gewohnt zuverlässig Dienst auf der anderen Seite, beide schalteten sich gut und gern ins Spiel nach vorn ein. Wendt hatte sogar die Chance, erstmals seit seinem Siegtor gegen Darmstadt am 20. Dezember, zu treffen, doch das misslang. So waren André Hahn, der seit seinem Doppelpack am 17. Oktober in Frankfurt nicht mehr erfolgreich war, und Ibo Traoré, dessen letzter Einschuss am 21. November in Hannover passierte, die Tor-Comebacker des Tages. Aber auch so waren Wendt und Jantschke fröhliche Rückkehrer. "Man sieht, mit was für einem Selbstverständnis wir spielen - es macht einfach Spaß", sagte Jantschke.

Quelle: RP
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