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Borussia Mönchengladbach
Die Holländer wollen künftig besser zielen
CL-Quali 12/13: de Jongs bitteres Eigentor
CL-Quali 12/13: de Jongs bitteres Eigentor FOTO: dpa, Federico Gambarini
Fussball. Luuk de Jong und Roel Brouwers hatten beim 0:0 in Hoffenheim die besten Chancen, vergaben sie aber. Das soll gegen Fortuna anders sein. Von Karsten Kellermann

Es fehlte nicht viel und Borussias erste offizielle Präsentation des neu einstudierten 4-3-3-Systems, mithin eine ebenso niederländische Spezialität wie Käse aus Edam, wäre durch ein Siegtor aus Holland garniert worden. Denn Luuk de Jong, der Stürmer, und Roel Brouwers hatten im Sinsheim die beiden besten Gelegenheiten, das Siegtor bei 1899 Hoffenheim zu erzielen. Doch de Jongs schöner Direktschuss sauste über das Tor. Und Brouwers' Kopfball flog vorbei.

Borussias Holländer waren geständig, dass beide Bälle den Weg ins Tor hätten finden müssen. "Das wäre dann der 1:0-Sieg gewesen", sagte Brouwers zu seinem Versuch in der 70. Minute. Und beide gelobten Besserung, möglichst schon am Samstag, wenn Düsseldorf in den Borussia-Park kommt. De Jong wird sicher spielen, so er gesund bleibt, Brouwers' Einsatz hängt wohl davon ab, ob Martin Stranzl, der in Hoffenheim fehlte, zurückkehrt.

Während de Jong Stürmer Nummer eins und somit gesetzt ist, ist Brouwers Verteidiger 1c, der dritte Mann also. Doch oft schon musste Brouwers in dieser Saison einspringen, zuweilen war er, wie jetzt in Hoffenheim, auch Kapitän. Und stets bleibt er cool, wenn er spielt, ruhig und besonnen spielt er, weswegen er die Verlässlichkeit in Person ist. "Wir haben drei sehr starke Innenverteidiger", findet Brouwers' Kollege Alvaro Dominguez, und egal wie die Konstellation ist, es passt.

Vorn ist alles noch nicht ganz so eingespielt, auch, weil de Jong lange fehlte nach seiner Knieoperation. Nun hat Favre das 4-3-3 der Marke Borussia erdacht, um mehr Bälle zu de Jong zu kriegen, hinein in den Strafraum, das Hoheitsgebiet des Stürmers. Edelfuß Juan Arango hat auch angekündigt, das zu tun, doch nur einen Ball spielte er de Jong passend zu. Und weil alles noch nicht recht zusammengeht, die Borussen den letzten Pass noch zu oft verpassen und die Breite des Spielfeldes nicht konsequent nutzen, macht sich de Jong zuweilen dann selbst auf, sich Bälle zu organisieren.

"Natürlich müssen die Abläufe vorn noch besser werden", sagt der 22-Jährige. Und hofft, dass am Samstag ihm oder einem anderen im dritten Spiel (0:0 in der Liga, 0:1 im Pokal) das erste Tor gegen die Fortunen in dieser Saison gelingt. Im Hinspiel war de Jong nah dran, und wer weiß, ob er Gladbach nicht im Sauseschritt erobert hätte, wenn seine Direktabnahme damals, am zweiten Spieltag, nicht von Fabian Giefer gehalten worden wäre. "Klar wäre es hilfreich gewesen da gleich zu treffen, aber das ist für jeden Stürmer gut", sagt de Jong.

So aber war es eine durchwachsene erste Saisonhälfte für ihn. Erst wurde er als Fremdkörper definiert, als er im Team mehr und mehr ankam, verletzte er sich. "Aber jetzt bin ich fit", sagt er. Und will im niederländischen System nun auch Holland-Tore liefern. Roel Brouwers ist da ganz bei ihm. Und auch in der Meinung, dass am Samstag gegen Fortuna gewonnen werden sollte.

Quelle: RP/rl/can/rm/csi