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Borussia Mönchengladbach
Die ökonomische Sogkraft der Borussias

Borussia Mönchengladbach: Die ökonomische Sogkraft der Borussias
Die Fohlenelf: Das Prinzip der Entwicklung von Talenten - hier das Blumenbeet im Bunten Garten (2013). FOTO: Raupold
Mönchengladbach. Profi-Fußball ist viel mehr als der Kampf um Tore und Punkte. Er entwickelt sich zum Glücksfall für die lokale Wirtschaft. Darüber diskutierten hochrangige Vertreter aus Gladbach und Dortmund in der Hochschule Niederrhein. Von Sebastian Eussem

Für die Fans ist er in erster Linie Herzensangelegenheit, für die Region und die lokalen Unternehmen ist der Profi-Fußball ein Wirtschaftsfaktor. Darum ging es am Donnerstag beim 14. Regionalökonomischen Forum an der Hochschule - mit Fachleuten und hochkarätigen Gästen. Nach dem einleitenden Vortrag von Dr. Markus Kurscheidt zu "Sport und Regionalentwicklung" gingen Professor Rüdiger Hamm und Christina Fischer vom Niederrhein Institut für für Regional- und Strukturforschung der Hochschule Niederrhein (Niers) auf die Bedeutung der Borussia für die Stadt Mönchengladbach ein.

Diese haben sie in einer umfassenden Studie untersucht. Dabei wurden Probanten ausführlich befragt. Die wesentlichen Erkenntnisse: Die Borussia ist der Imageträger schlechthin und verkörpert Sympathie, Begeisterung, Jugend und Dynamik. Eine Diskrepanz ergab sich bei der Wahrnehmung von Verein und Stadt. Die Befragten stufen die Stadt ohne den Verein als weitaus weniger attraktiv ein.

Im Mittelpunkt der Tagung stand eine Diskussionsrunde zum Thema "Wechselwirkungen zwischen Stadt- und Vereinsimage". Aus Gladbach waren Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers und Ulrich Schückhaus beim Gespräch dabei, welches von RP-Redaktionsleiter Ralf Jüngermann moderiert wurde. Aus dem Ruhrgebiet angereist waren Vertreter aus Dortmund: Dennis Thom, Marketingleiter des BVB, sowie Pascal Ledune von der Wirtschaftsförderung Dortmund nahmen an der Diskussion bei.

Borussia verkündet Umsatzrekord auf Mitglieder-Versammlung FOTO: Hans-Peter Reichartz

Stephan Schippers betonte das gute Verhältnis zwischen Verein und Stadt: "Wir sind ein Kind der Stadt. Ohne die Unterstützung der Stadt würde es das jetzige Stadion nicht geben. Borussias Verbindlichkeiten an die Stadt werden ordnungsgemäß ab 2018 zurück gezahlt." Beim Thema Stadion waren sich Schippers und Thom einig: Es sei eine ideale Plattform, um mit Geschäftspartnern zu verhandeln, aber auch um Netzwerke zu schaffen. Wie Ulrich Schickhaus betonte, habe auch der Standort Borussia-Park eine Sogkraft für Unternehmen, durch den Nordpark nah an der Borussia zu sein. Einige hätten so ihre Standortentscheidung getroffen.

Als weiteren Gesprächspunkt präsentierten beide Vereins-Vertreter das Image ihrer Klubs: Jürgen Klopp sei einst der perfekte Markenbotschafter für die "Echte Liebe"-Kampagne des BVB gewesen, sagte Thom. Die Marke sei mittlerweile so stark, dass auch eine sportlich durchwachsene Saison wie die vergangene keine negativen Auswirkungen auf den Merchandise-Verkauf habe.

Porträt: Jannik Vestergaard: Däne mit niederrheinischen Wurzeln FOTO: Dirk Päffgen

"Welches Image hat die Gladbacher Borussia?", wurde Stephan Schippers gefragt: "Wir verfolgen ganz gezielt die Philosophie der Fohlenelf. Wir setzen auf junge Talente, die wir erstklassig ausbilden wollen. Dass diese uns eventuell mal verlassen, ist zwar schmerzlich, aber Teil des Geschäfts." Trotz der Zielsetzung der höheren Vermarktungs-Einnahmen möchte Schippers den Fußball für die Fans, die Basis, wie er sagt, bezahlbar lassen. "Eine Nordkurven-Karte soll den Preis von 20 Euro nicht übersteigen. Das Stadion muss voll bleiben, die Stimmung darf nicht nachlassen. Ansonsten sind die Spiele auch für Sponsoren nicht mehr so attraktiv."

Auch wenn die beiden Borussen im Liga-Betrieb Rivalen sind, können sie sich am Ende der Diskussion doch gegenseitig Lob zollen. "Der BVB ist einer der Vereine in Deutschland, die perfekt geführt werden", sagt Schippers. Die Dortmunder Fraktion gibt das Lob zurück: "Borussia ist durch die Rückkehr zur Mentalität der Fohlenelf einen mutigen Schritt gegangen und hat Verantwortung übernommen, sich auf seine Geschichte besonnen und ein starkes Rückgrat bewiesen", sagte Thom.

Quelle: RP
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