| 21.33 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Die Schubert-Jungs starten durch

Fotos: Nordtveit trifft per Volley-Hammer
Fotos: Nordtveit trifft per Volley-Hammer FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Borussias Interimstrainer André Schubert feiert im dritten Bundesligaspiel den dritten Sieg – und schreibt damit Vereinsgeschichte. Jetzt mehren sich die Stimmen, dass er bleiben soll. Von Stefan Klüttermann

Im Hochgefühl des dritten Bundesligasieges in Folge ließ Granit Xhaka kurz die offizielle Sprachregelung in der Trainerfrage bei Borussia Mönchengladbach links liegen. "Max Eberl hat genug Ahnung, um zu wissen, dass man bei neun Punkten aus drei Spielen keinen neuen Trainer braucht", sagte der Schweizer Nationalspieler und brach damit eine höchst öffentlichkeitswirksame Lanze für Interimstrainer André Schubert, der mit besagten drei Siegen in Serie so erfolgreich wie kein Gladbacher Trainer vor ihm gestartet ist.

Übersicht: So starteten die Bundesliga-Trainer der Borussia FOTO: rpo

Mit diesen neun Punkten verschaffte Schubert den zuvor katastrophal in die Saison gestarteten Borussen dringend benötigte Luft nach unten in der Tabelle und Sportdirektor Eberl Zeit, nach einer Dauerlösung auf dem Trainerstuhl zu suchen. Denn dass bei allem Erfolg und trotz Xhakas Werbesendung aus den Kabinengängen diese Dauerlösung nicht Schubert sein wird, daran lässt Eberl immer noch keinen Zweifel.

Auch die von Fans aus der Taufe gehobene Facebook-Gruppe, die 10.000 Stimmen für einen Verbleib Schuberts im Amt sammeln will, dürfte letztlich keine Basis für Eberls Entscheidung sein. "Wir werden auf jeden Fall über die Länderspielpause hinaus mit André Schubert arbeiten. Es wird auch noch einige Wochen dauern, was die Trainersuche betrifft. Wir wollen Qualität vor Schnelligkeit walten lassen", sagte Eberl nach dem 2:0 gegen den VfL Wolfsburg.

Augsburgs Coach Markus Weinzierl fällt laut Eberl erst einmal heraus aus dem Kandidatenkreis für die Nachfolge von Lucien Favre. "Markus Weinzierl hat bis 2019 einen Vertrag, wir suchen heute einen neuen Trainer. Damit ist die Sache erledigt", sagte er. Wobei der Faktor Zeit im Fall Weinzierl durchaus noch einmal relevant werden könnte, falls die kriselnden Augsburger auch in den kommenden Wochen nicht die Kurve bekommen. Denn wie schnell in Stein gemeißelt scheinende Arbeitsverhältnisse von Erfolgstrainern zu Ende sein können, weiß man in Gladbach seit Favres Rücktritt jedenfalls allzu gut. Schubert hat derweil die in ihn gesetzten Hoffnungen weit übertroffen. Mitten in einer Phase Englischer Wochen installiert, weckte er innerhalb kürzester Zeit verunsicherte Borussen auf, gab ihnen Mut und Selbstvertrauen zurück und geht nun mit der Bilanz von Siegen gegen Augsburg, Stuttgart und Wolfsburg sowie einem formidablen Auftritt beim unglücklichen 1:2 gegen Manchester City in der Champions League in die Länderspielpause. "Die Mannschaft setzt das um, was André ihr an die Hand gibt, und er macht's hervorragend", sagt Eberl.

Gladbach - Wolfsburg: Einzelkritik FOTO: ap

Schubert verordnete mehr Offensivdrang, ohne die Favre-Schule der defensiven Kompaktheit zu vernachlässigen. Er profitierte zudem von Spielern, die nach Verletzungen zurückkehrten. Und er nutzte die Bühne, die ihm Borussia bot, nicht zur Selbstdarstellung, sondern zum Lob der kollektiven Arbeit von Trainerteam und mündigen Profis. Dieses Gesamtpaket funktioniert. "André baut mit seiner Arbeit auf der Qualität auf, die wir im Kader haben. Wir spielen ja jetzt auch keinen ganz neuen Fußball", sagte Eberl. Auch der Fußball am Samstag war nicht neu. Borussia verteidigte gegen pomadig wirkende Wölfe diszipliniert und setzte mit den späten Toren von Havard Nordtveit und Ibrahima Traoré die erforderlichen Nadelstiche. "Es ist sensationell, was die Spieler auf den Platz gebracht haben. Wir haben aber nicht nur Mentalität, sondern auch Qualität gezeigt", schwärmte Schubert.

Schubert ist also ein klarer Gewinner der vergangenen 14 Tage in Gladbach. Doch Eberl - mit neuem Vertrag bis 2020 - ist es genauso, weil beide, Sportdirektor und Interimstrainer, vom nachweislichen Erfolg als Krisenmanager nachhaltig profitieren.

Quelle: RP
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