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Borussia Mönchengladbach
Die vier Aufgaben des Jannik Vestergaard

Porträt: Jannik Vestergaard: Däne mit niederrheinischen Wurzeln
Porträt: Jannik Vestergaard: Däne mit niederrheinischen Wurzeln FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Warum hinter dem Transfer des großen Dänen mehr steckt, als nur die offensichtliche Zielsetzung, Borussia mehr Kopfballstärke zu verleihen. Von Stefan Klüttermann

Die blonde Mähne klitschnass geschwitzt, in jeder Hand einen Träger Wasser, so beendete Jannik Vestergaard gestern um zwölf Uhr seine erste Trainingseinheit als Borusse. "Nach so einer langen Pause braucht man erst ein paar Einheiten, bis man das Gefühl für den Ball wiederfindet", sagt der 23-jährige Däne, den Gladbachs Kaderplaner für elf Millionen Euro aus Bremen geholt und mit einem Vertrag bis 2021 ausgestattet haben. Die Borussen planen langfristig mit Vestergaard, während für den 1,99-Meter-Mann Borussia den nächsten Schritt in der Karriere darstellt. "Man merkt immer wieder die individuelle Klasse bei dem ein oder anderen. Ich freue mich, mich auf diesem Niveau zu messen", sagt Vestergaard. Die Aufgaben, die ihm in der neuen Saison zufallen, sind dabei durchaus vielfältig. Es sind bei näherer Betrachtung vier:

1 Lufthoheit Diese Zielsetzung lag bei Vestergaards Verpflichtung als erste auf der Hand: Der Hüne soll Borussia Lufthoheit auf dem Platz verschaffen und vorne wie hinten die Kopfballstärke der Fohlen erhöhen. Genau diese benötigte Fähigkeit rückte ihn letztlich auch wieder in den Fokus der Fohlen. In punkto Defensivkopfball büßte der Kader schließlich in Martin Stranzl und Roel Brouwers gehörig Körperlänge ein, und in der Offensive besitzt Borussia bei nur fünf Kopfballtreffern in der vergangenen Bundesligasaison unstrittig Luft nach oben. Dass Vestergaard für Kopfballtore gut ist, wissen die Borussen von der 1:2-Niederlage in Bremen und seinem Siegtreffer Ende August 2015 noch allzu gut.

2 Kaderverbreiterung Anders als Stranzl und Brouwers ist Vestergaard nicht auf die hinterste Linie als Betätigungsfeld festgelegt, sondern kann durchaus auch schon Praxis als defensiver Mittelfeldspieler vorweisen. Dreimal füllte er in der Vorsaison bei Werder diese Rolle aus, so auch beim 3:1-Sieg im DFB-Pokal in Leverkusen. Und ob er nun hinten in einer Dreier- oder Viererkette agiert, ist Vestergaard egal. "Selbst wenn ich es noch nicht gespielt hätte, würden wir es hier im Training oft genug üben, aber natürlich ist es ein Vorteil, dass ich die Dreierkette aus der Nationalelf kenne. Aber ich fühle mich in beiden Systemen sehr wohl", sagt er.

3 Einfluss Klar, die Geschichte liegt auf der Hand: Vestergaard und Christensen bilden Borussias dänische Innenverteidigung, zwei Kumpels und Nationalspieler im selben Verein. "Es ist natürlich von Vorteil, wenn man sich so gut kennt wie Andreas und ich", sagt Vestergaard. Und so könnte er letztlich noch zu einem wichtigen Faktor für Christensens Wohlbefinden werden, wenn dieser sich einer Spielzeit gegenübersieht, in der die Erwartungen an ihn deutlich steigen dürften. "Jetzt kommt für ihn eine Saison, wo die Erwartungen vielleicht höher sind, aber Andreas ist ein bodenständiger, guter Junge, der hart arbeitet, deswegen sehe ich da keine Gefahr für ihn", sagt Vestergaard. Kann er vielleicht am Ende mithelfen, Christensen zum Verbleib am Niederrhein zu überreden? "Da müssen Sie ihn selbst fragen", sagt Vestergaard, "aber ich hoffe natürlich, dass er längerfristig hierbleibt."

4 Attraktion In Stranzl und Brouwers sind Borussia zwei Publikumslieblinge abhandengekommen. Vestergaard - als Typ neben dem Platz, als Erscheinung auf dem Rasen und mit seiner Art, Fußball zu arbeiten - bringt auf dem Papier her alles mit, um sich selbst die Zuneigung der Fans zu erarbeiten. "Ich bin auf jeden Fall hochmotiviert", sagt Vestergaard.

Quelle: RP
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