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Borussia Mönchengladbach
Die Vorgeschichte der wahren Rückkehr

Borussia Mönchengladbach: Die Vorgeschichte der wahren Rückkehr
Marc-André ter Stegen steht im DFB-Aufgebot in Mönchengladbach. FOTO: afp, PST
Mönchengladbach. Borussias Ex-Torwart Marc-André ter Stegen gehört gegen Finnland zum DFB-Aufgebot. Bald kommt er mit Barcelona wieder nach Gladbach. Von Karsten Kellermann

Heute ist Länderspiel im Borussia-Park. Gegen Finnland. Aber ohne einen Borussen. Eine Heimspiel-Nominierung hat es nicht gegeben. Borussia und ihre Fans hätten es sicher goutiert, wenn einer ihrer Lieblinge oder auch mehrere dabei gewesen wären.

Außergewöhnlich ist es indes nicht, dass Länderspiele in Gladbach Borussen-frei sind. Nur zweimal, 2006 gegen Kolumbien (3:0) und 2014 gegen Kamerun (2:2) waren Gladbacher im deutschen Aufgebot: Oliver Neuville (spielte 30 Minuten) und Marcell Jansen (18-minütiger Einsatz) waren es vor zehn Jahren, vor zwei Jahren war es Kramer (18 Minuten im Spiel). Es sind einige Männer aus dem Team von André Schubert auf Länderspielreise. Die größte Abordnung jenseits der deutschen U-Nationalspieler ist Richtung Schweiz gereist. Yann Sommer und Nico Elvedi sind in eidgenössischen Angelegenheiten unterwegs, gleiches gilt für Djibril Sow, der aber für die U21 spielt. Die dänischen Verteidiger Jannik Vestergaard und Andreas Christensen zum Beispiel. Oder Oscar Wendt, der Schwede, der nach langer, langer Zeit wieder mal zum Nationalteam berufen wurde vom neuen Trainer Janne Andersson. Auch Thorgan Hazard ist ein Rückkehrer bei Belgien.

Eine Rückkehrer-Geschichte gibt es auch in Gladbach. Dort gibt es einen Mann, für den es ein ganz besonderes Länderspiel sein könnte: Marc-André ter Stegen. Der ist gebürtiger Gladbacher und für ihn wäre es daher eine große Sache das deutsche Tor zu hüten gegen Finnland. In dem Stadion, in dessen Schatten er groß geworden ist, in dem er als Fan in der Kurve stand, in dem er Einlaufkind war, in dem er am 10. April 2011 beim 5:1 Derby gegen den 1. FC Köln sein Bundesliga-Debüt feierte, in dem er das große Relegations-Erwachen erlebte, die Rückkehr in den Europapokal nach 16 Jahren und schließlich den tränenreichen Abschied am 3. Mai 2014 nach dem 3:1 gegen Mainz.

Ter Stegen spielt längst für den FC Barcelona, doch da er ein Gladbacher Eigengewächs ist, geht er ein bisschen auch als Borusse durch. Doch ist es für ter Stegen quasi nur die Vorgeschichte der wahren Rückkehr. Die gibt es am 28. September, wenn er mit Barcelona zum Champions-League-Spiel in den Borussia-Park kommt. Was ist das für eine Geschichte. Er, das Kind dieser Stadt, soeben zur Nummer eins ohne Wenn und Aber erkoren bei einem der größten Fußballvereine der Welt. Dort spielt er an der Seite von Lionel Messi - größer geht nicht. Und man darf sich fast sicher sein, dass ter Stegens Story ein bisschen sogar Messi die Schau stehlen wird - wenn das möglich ist bei einem der besten Fußballer aller Zeiten. Allerdings hat ter Stegen ihm bereits am Wochenende den Rang abgelaufen. Er spielte beim 1:0 gegen Bilbao 62 Pässe, von denen 51 ankamen - Messi kam nur auf 51 Pässe insgesamt. Seit zehn Jahren hat kein Torwart in Spanien mehr Pässe gespielt. Ein Gladbacher, der einen spanischen Rekord hält - das wär doch die perfekte Besetzung für den Torwartjob heute im Borussia-Park.

(K.K.)
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