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Borussias Trainer holte 54 Punkte
Eine Hecking-Saison auf Europa-Niveau

Dieter Hecking holte als Trainer von Borussia Mönchengladbach 54 Punkte
Dieter Hecking holt mit Borussia im Schnitt 1,59 Punkte pro Spiel. FOTO: imago
Mönchengladbach. In Darmstadt ging es los, in Freiburg hat der Trainer nun zum 34. Mal für Borussia in der Liga auf der Bank gesessen. Sein Ziel muss sein, die gute Bilanz zu halten. Von Jannik Sorgatz

Max Eberl bescheinigte seinem Trainer "eine herausragende Bilanz". André Schubert hatte gerade sein 34. Bundesligaspiel mit einem Sieg gegen den FC Ingolstadt beendet. Zur Belohnung für 65 Punkte in diesem Zeitraum samt Qualifikation für die Champions League gab es eine Vertragsverlängerung bis Ende Juni 2019. Es war der Tag vor dem Heimspiel gegen den FC Barcelona - knapp drei Monate später endete Schuberts Zeit in Mönchengladbach bereits, nachdem er nur noch eines der folgenden elf Ligaspiele gewonnen hatte.

In der Politik wird nach 100 Tagen ein Fazit gezogen, in der Bundesliga lohnt es sich, auf die persönliche Tabelle eines Trainers zu schauen, wenn er 34 Spiele, also eine Saison, auf der Bank gesessen hat. An diesem Punkt, um Bilanz zu ziehen, ist nun auch Schuberts Nachfolger Dieter Hecking angelangt. In seinem Fall ist es die Hecking-Tabelle, die 54 Punkte und den sechsten Platz in diesem Zeitraum ausweist. Der Zweite, Borussia Dortmund, ist acht Zähler entfernt, das Polster auf den Siebten, Bayer Leverkusen, beträgt komfortable sieben Punkte.

In der ersten Hälfte schaffte es Hecking, Gladbach vom Rande des Abstiegskampfes noch so nah an den Europapokal zu führen, dass dessen Verpassen am Saisonende für große Enttäuschung sorgte. Für die Ausbeute in der zweiten Hälfte gibt es die Gewissheit, unabhängig vom Ausgang des Spiels gegen den Hamburger SV heute, ab Januar wieder ums internationale Geschäfts zu kämpfen.

"54 Punkte haben zuletzt immer für den Europapokal gereicht", sagte Eberl über Heckings Bilanz. Borussia selbst war 2013/2014 der letzte Sechste mit mehr als 54 Punkten, vergangene Saison sammelte der 1. FC Köln als Fünfter sogar nur 49. "Das kommt mir teilweise zu kurz in diesem schnelllebigen Geschäft. Die Dinge werden teils von Tag zu Tag bewertet. Da versuche ich, die Ruhe zu bewahren, objektiv zu bleiben und mich nicht von Emotionen leiten zu lassen", sagte Eberl. Deshalb deutete er zuletzt an, Gespräche mit Hecking über eine Vertragsverlängerung anzustreben. Der ehemalige Coach des VfL Wolfsburg hatte im vergangenen Dezember bis Ende Juni 2019 unterschrieben.

Nach einem 0:0 gegen den SV Darmstadt zum Auftakt startete Borussia unter Hecking zunächst furios durch (siehe Formkurve oben). Zwischenzeitlich gab es fünf Siege in sechs Ligaspielen. Es folgte eine Phase der soliden Stagnation mit acht bis zehn Punkten pro Sechs-Spiele-Periode, begleitet vom Ausscheiden in der Europa League und im DFB-Pokal. Die schwächste Ausbeute gab es vom 29. bis 34. Spieltag, als nur noch ein Sieg gelang.

Von März bis September bewegte sich Borussia insgesamt auf einem konstanten Niveau - nie im Rausch, aber auch nie kriselnd. Bis heute hat es unter Hecking keine vier sieglosen Ligaspiele gegeben, die Premiere droht Gladbach nun zum Jahresende zu erleiden, wenn es keinen Sieg gegen den HSV gibt. Dabei hatte die Mannschaft nach dem 1:6-Debakel gegen Borussia Dortmund an die bärenstarke Anfangszeit unter Hecking angeknüpft, gekrönt vom 2:1-Sieg gegen den FC Bayern, als Gladbach die "Mannschaft der Stunde" war.

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Schubert hielt nach seiner virtuellen 65-Punkte-Saison noch elf Spiele durch, Lucien Favre hatte sogar 66 Punkte geholt und kam in seinen zweiten 34 Spielen auf 44 Punkte. Den bisherigen Schnitt von 1,59 zu halten, wird für Hecking also schwierig genug. Das Ziel muss es aber sein.

Quelle: RP
 
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