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Borussia Mönchengladbach
Drmic bleibt glück- und torlos

Borussia Mönchengladbach: Drmic bleibt glück- und torlos
Josip Drmic nach der Niederlage auf dem Rasen des Kölner Stadions. FOTO: Dieter Wiechmann
Köln. Ein wenig beneidet Josip Drmic, angestellt als Mittelstürmer bei Borussia Mönchengladbach, seinen Kollegen Anthony Modeste, der den gleichen Job beim 1. FC Köln macht, schon. Modeste ist wie Drmic neu bei seinem Arbeitgeber, doch hat der Franzose dem Schweizer einiges voraus. Sechs Tore hat er schon erzielt in dieser Saison, zunächst zwei im Pokal und danach auch schon vier in der Bundesliga. Das letzte davon brachte den Kölnern nun einen 1:0-Derbysieg gegen die Borussen ein. Drmic wartet noch auf seinen Debüt-Treffer als Gladbacher. Von Karsten Kellermann

"Glückwunsch an Modeste, wenn es läuft, dann läuft es", sagte Drmic nach der für sein Team sechsten Pflichtspiel-Niederlage am Stück. Er selbst durfte mal wieder von Beginn an mitwirken, erstmals seit dem ersten Spieltag beim 0:4 in Dortmund. Danach war er seinen Platz ganz vorn im Sturm zunächst wieder los und nur noch Bank-Angestellter und Joker. Nun war er mit dem Status "Hoffnungsträger" zurückgekehrt – doch Drmic konnte Gladbachs Trend nicht ändern. "Mit dem Resultat können wir nicht glücklich sein", gestand er.

Einzelkritik: Siebenmal Note 4, einmal Note 5 FOTO: afp, PST/bb

Mit seiner Leistung in Köln war er leidlich zufrieden. "Ich habe versucht, mein Bestes zu geben und mich reinzuhauen", sagte er. Das tat er tatsächlich, doch glücklos. Einmal versuchte er sich im Torschuss, doch wurde der Ball frühzeitig abgeblockt. Ansonsten war er bemüht, die richtigen Laufwege zu finden und irgendwie ins Spiel zu kommen. Dass er und seine Teamkameraden eigentlich gar nichts wirklich Gefährliches zuwege brachten an diesem Tag, war die ernüchternde Erkenntnis des 23-Jährigen: "Wir haben nicht genug nach vorn gemacht, um Tore zu machen", fasste Drmic zusammen.

So lag Kölns Modeste im Wettstreit der Neu-Stürmer deutlich vorn. Die Herren aus der Abteilung Attacke werden nun mal an Tore gemessen und was das angeht, ist Drmic noch alles schuldig geblieben. Allerdings muss zu seiner Verteidigung gesagt werden, dass es in der Fußballgeschichte wohl selten Stürmer gab, die ohne Ball Tore erzielt haben. Und auch, dass Drmic nach der längeren Schaffenspause nicht gleich mittendrin im Spiel der Gladbacher sein kann. Nach der Pause wirkte es in Köln indes schon etwas runder, doch effektiv war all das nicht, nicht bei Drmic, aber auch nicht bei den anderen.

Drmic braucht Spiele, um sich im Favre-Style zu assimilieren – und hofft, dass er die nun bekommt. "Ich würde es mir wünschen, einige Spiele am Stück zu machen, das würde mir sicher gut tun", sagte Drmic, der zuvor auch in Leverkusen nur selten länger spielen durfte. Nun, in den Partien gegen den FC Augsburg und beim VfB Stuttgart, "müssen wir angesichts unserer aktuellen Situation jede Chance nutzen". Das gilt für Borussia, aber auch für ihn. "In der Nationalmannschaft hat es zuletzt geklappt", erinnerte er an seine beiden Tore für die Schweiz gegen Slowenien. "Ich hoffe, dass es bald auch bei Borussia klappt."

Borussen-Frust nach Niederlage in Köln FOTO: Dirk Päffgen

Der Zeitdruck ist inzwischen groß, dennoch mahnt Drmic an, "geduldig zu sein und den Glauben nicht zu verlieren". Dass er eine mehr als doppelt so hohe Ablösesummer (10 Millionen Euro) als Modeste (4,5 Millionen Euro) mit sich "herumschleppt", ist wegen seiner Torlosigkeit nicht hilfreich. Modeste gilt als Glücksgriff, über Drmic schwebt der Vergleich mit dem bei Borussia gescheiterten Mittelstürmer Luuk de Jong, der sogar noch zwei Millionen Euro teurer war, wie ein Damoklesschwert. Einen Vorteil jedoch hat einer, der für Tore zuständig ist: Schon mit einer Aktion kann er zum Helden werden. Wie der Kölner Anthony Modeste im Derby.

 
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