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Borussia Mönchengladbach
Drmic: "Ich will die Fans mit guter Arbeit überzeugen"

Porträt: Josip Drmic: Schafft er es noch bei Borussia?
Porträt: Josip Drmic: Schafft er es noch bei Borussia? FOTO: Dieter Wiechmann
Mönchengladbach. Vor seinem ersten Heimspiel als Borusse spricht der neue Stürmer über Geduld, seinen Umzug nach Gladbach und den Menschen Drmic.

Herr Drmic, Sie haben am Donnerstag wegen muskulärer Probleme mit dem Training ausgesetzt. Ist Ihr Einsatz am Sonntag gegen Mainz gefährdet?

Josip Drmic Nein, das war nur eine Vorsichtsmaßnahme. Die medizinische Abteilung hatte mir empfohlen, etwas kürzer zu treten. Aber ich werde gegen Mainz bereit sein.

Es ist Ihr erstes Heimspiel. Ihr letzter Auftritt im Borussia-Park war bitter. Sie haben mit Leverkusen das "Finale" um die direkte Champions-League-Teilnahme verloren.

Welcher Trainer fliegt zuerst? FOTO: dpa

Drmic Ich kam beim Stand von 0:1 rein, um das Spiel zu drehen – und dann hat Borussia ein Tor nach dem anderen geschossen. Für Borussia war es ein toller Tag, für mich nicht.

Da wussten Sie noch nicht, dass Sie indirekt davon profitieren würden, weil Sie nach Mönchengladbach wechseln.

Schulz trainiert erstmals mit Borussia FOTO: Dieter Wiechmann

Drmic Wir haben da schon ein bisschen geflirtet, aber es war noch nicht klar, dass ich Borusse werde.

Es wird viel darüber diskutiert, ob der Stürmertyp Drmic zu Borussias Stil passt. Was ist so schwierig daran, für Gladbach zu stürmen.

Fotos: Borussia-Film feiert Premiere im Haus Zoar FOTO: Dieter Wiechmann

Drmic Was heißt schwierig? Die Leute haben halt riesige Erwartungen. Ich habe für Nürnberg viele Tore gemacht und komme jetzt für viel Geld aus Leverkusen – den Druck spüre ich. Aber ich muss damit klar kommen. Die Mannschaft macht es mir leicht. Ich hoffe, dass ich der Stürmer bin, der die Lücke vorn schließen kann. Klar, wir hatten einen etwas komischen Start mit der Klatsche in Dortmund, auch ich. Wir müssen einfach weiter arbeiten und an uns glauben. Zu sagen, gewisse Spieler passen nicht, wäre nicht fair. Jeder neue Spieler braucht ein bisschen Zeit. Man muss geduldig sein, auch als Spieler.

Sind Sie ein geduldiger Mensch?

Drmic Eigentlich bin ich eher ein Typ, bei dem alles möglichst schnell gehen muss. Zum Beispiel habe ich mir jetzt meine neue Wohnung eingerichtet, und es musste flott gehen.

... das heißt, Sie ziehen jetzt von Köln nach Gladbach ...

Drmic Ich bin schon umgezogen. Bald habe ich auch ein MG-Kennzeichen am Auto. Das läuft schon alles. Ich weiß aber, dass ich in manchen Dingen Geduld haben muss. Wie in Leverkusen, wo ich auf meine Chancen gewartet habe, aber nicht weiter eingesetzt wurde. Das soll bei Borussia anders werden.

Patrick Herrmann und Ibrahima Traoré sagen, dass sich Borussia auch auf Ihren Stil einstellen müsse, weil Sie anders als Max Kruse spielen.

Drmic Die Mischung muss sich finden. Ich bin ein anderer Typ als meine Vorgänger, und ich bin mir sicher, dass die anderen schnell wissen, wie ich spiele. Es wird von Spiel zu Spiel besser werden. Dazu will ich alles beitragen und dem Team helfen. Es fehlen nur Details. Wie in Dortmund bei dem Pass von Ibo Traoré. Wenn der Ball da etwas genauer kommt und ich vor dem Tor stehe, bin ich mir sicher, dass ich das Duell mit Roman Bürki gewinne. Dann hätten wir 1:0 geführt und es läuft vielleicht dann alles anders. So aber waren wir alle nicht gut, auch ich nicht, das zeigt ja auch meine Zweikampfstatistik. Aber es kommt mit der Zeit, dann passen die Details – die muss man uns geben. In Nürnberg habe ich auch nicht gleich 17 Tore geschossen. Es waren fünf bis zum Winter, danach ging es dann richtig los.

Wichtig wäre, schnell zu treffen.

Drmic Ich denke auch. Wenn ich in Dortmund treffe, redet keiner. So ist man ein Chancen-Tod. Das ist das Schicksal eines Stürmers. Ich hoffe natürlich, dass ich gegen Mainz für Borussia treffe. Aber das heißt nicht, dass es passiert. Wir werden sehen, wie der Trainer spielen lässt. Erst mal geht es ja um das Team und dass es gewinnt, und nicht um mich. Ich will natürlich am liebsten dazu beitragen, dass die Fans die Klatsche von Dortmund vergessen können. Wir müssen einfach eine Reaktion zeigen.

Sie haben am Mittwoch mit den Kollegen den Borussia-Film im Kino geschaut. Bringt das etwas oder war es nur eine nette Abwechslung?

Drmic Nein, das ist schon wichtig, so etwas zu sehen. Du lernst den ganzen Klub und sein Umfeld kennen, man spürt, wie wichtig der Klub den Menschen hier ist. Es ist krass, wie die Leute hinter dem Verein stehen. Man will diesen Leuten einfach etwas zurückgeben, mit guten Leistungen und Toren. Ich kenne das auch Zürich und Nürnberg. Mir ist es wichtig, eine gute Verbindung zur Kurve zu haben. Aber ich weiß, dass man das nicht erzwingen kann. Ich will die Fans mit guter Arbeit überzeugen.

Erklären Sie den Fans den Menschen Josip Drmic.

Drmic Ich bin ein offener und lustiger Typ. Ich passe mich schnell an und will es immer allen recht machen. Nein sagen, fällt mir schwer. Ich habe ein großes Herz, und meine Familie ist mir sehr wichtig. Ich bin ehrgeizig und versuche immer 100 Prozent zu geben. Manchmal will ich ein bisschen zu viel. Dann muss ich etwas auf die Bremse treten. Und ich bin ein Autofreak. Was das angeht, bin ich etwas verrückt.

Dann haben Sie in Martin Stranzl ja den richtigen Ansprechpartner.

Drmic Er hat mich gleich auf mein Auto angesprochen. Wir haben auch schon zusammen etwas an meinem Wagen gemacht. Es ist gut, wenn man jenseits des Fußballs Themen hat. Und Martin ist ein erfahrener Mann, er kann mir gute Ratschläge geben. Ich will immer dazulernen. Ich habe schon einige Erfahrung, aber ich bin noch nicht fertig. Mit diesem Trainer und diesem Team kann ich mich weiterentwickeln.

Quelle: RP
 
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