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Borussia Mönchengladbach
Eberl klagt über Borussias Verletztenmisere

Borussia Mönchengladbach: Eberl klagt über Borussias Verletztenmisere
Tony Jantschke fehlt verletzt FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Die Geschichte des Mönchengladbacher 2:0-Pokalsieges auf Schalke ist bei genauerem Hinsehen eine Geschichte vom Preis-Leistungs-Verhältnis. Dass die Borussen trotz der bescheidenen Leistung in der ersten Hälfte am Ende als Preis den Achtelfinaleinzug in Händen hielten, war glücklich. Dass sie aber die Leistung, den Rivalen auswärts aus dem Wettbewerb geworfen zu haben, um den Preis des nächsten verletzten Profis bekamen, das verhagelte vor allem Max Eberl fast gänzlich die Freude über den hart erarbeiteten Erfolg. Von Stefan Klüttermann

Nein, seine Laune sei "nicht so gut, wenn du den nächsten Verletzten hast", sagte der einsilbige und vor Groll innerlich kochende Sportdirektor im Nachgang der Partie. Erst am Sonntag war schließlich André Hahn nach einem brutalen Tritt von Schalkes Johannes Geis für den Rest des Jahres ausgefallen. Nun erhielt Tony Jantschke nach einem harten Foul von Pierre-Emile Höjbjerg am Donnerstag die Diagnose "schwere Kapsel-Bänderdehnung im rechten Schultereckgelenk". Immerhin droht dem Verteidiger damit vielleicht nur am Samstag in Berlin eine Pause und nicht, wie unmittelbar nach Spielende von Eberl noch fatalistisch befürchtet, ein "monatelanger" Ausfall.

Doch unabhängig von der endgültigen Dauer der Pause bei Jantschke fiel der Preis für die Siege Nummer fünf und sechs in den Pflichtspielen Nummer sieben und acht unter Interimstrainer André Schubert aus Eberls Sicht dann doch zu hoch aus. Denn Eberl sortierte Hahn und Jantschke gedanklich sofort in die Reihe mit Martin Stranzl, Patrick Herrmann und Nico Schulz ein, die alle langfristig nicht zur Verfügung stehen.

Von Genugtuung ob der zwei Siege gegen Schalke binnen vier Tagen wollte Eberl angesichts der Verletzungen aber dann doch nichts wissen. "Es ist keine Genugtuung, sondern es sind zwei Erfolge, die wir uns erarbeitet haben. Punkt", sagte er. Es waren in jedem Fall zwei weitere Erfolge, die nun so schnell wie von niemandem erwartbar Borussias katastrophalen Saisonstart mit fünf Niederlagen in der Liga wie einen bösen Traum erscheinen lassen. Und da Schuberts Team nun offenbar ja auch noch Spiele wie am Mittwoch gewinnt, in denen es eine Halbzeit lang vom Gegner an die Wand gespielt wird und mit 0:2 oder 0:3 zurückliegen müsste, dürfte die Borussen-Brust weiter wachsen. "Der Gegner liegt 2:0 vorne und weiß nicht mal, warum. Aber das ist so, wenn man einen Lauf hat", bemerkte der zerknirschte Schalker Trainer André Breitenreiter.

Stindl nutzt Matip-Patzer eiskalt aus FOTO: dpa, gki jhe

Dieser Lauf sieht die Borussen also weiter im DFB-Pokal dabei und in der Liga in Schlagdistanz zu den Europapokalplätzen. Es ist ein Lauf, der fast schon die Gefahr birgt, eine Selbstverständlichkeit zu vermuten, die den Aufwand übertüncht, den die Gladbacher dafür betreiben. So war es Eberl dann auch wichtig, zu betonen, "wir sollten nicht vergessen, dass Schalke 04 immer noch eine Top-Mannschaft ist."

Eine Top-Mannschaft, die nach gutem Saisonstart indes zuletzt merklich ins Stolpern geraten ist. Nur ein Sieg aus den vergangenen fünf Pflichtspielen, nun das Pokalaus, dazu die allzeit wabernde Diskussion um die Zukunft von Manager Horst Heldt und ein gegen Gladbach erneut zur Schau gestellter Fan-Unmut gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies – für Unruhe sorgt Schalke derzeit wieder ganz allein.

Hazard verwandelt Elfmeter auf Schalke FOTO: dpa, gki jhe
Quelle: RP
 
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