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Borussia Mönchengladbach
Ein gutes Gefühl in Glasgow

Borussia Mönchengladbach: Ein gutes Gefühl in Glasgow
Die Fohlen-Fußballschule auf Tour in Glasgow: Zwölf Glasgower Schüler übten mit Borussias Nachwuchstrainern. FOTO: Borussia
Mönchengladbach. Die Champions-League-Reise in die größte schottische Stadt war nicht nur wegen des Sieges ein Erfolg. Die Fußballschulen beider Klubs setzten gemeinsam ein Zeichen. Von Karsten Kellermann

Rolf Königs war zufrieden. "Daumen hoch", sagte Borussias Präsident und unterstrich seine Worte mit der passenden Geste. Ja, Borussia hat sich in Glasgow wohlgefühlt. Nicht nur, weil das Champions-League-Spiel bei Celtic 2:0 gewonnen wurde und es am Ende fast war wie im heimischen Borussia-Park: Die Borussen machten mit den Fans die Welle, und es wurde lauthals "gedöpt". Auch jenseits des Hauptereignisses der dreitägigen Reise in die größte schottische Stadt "hat es uns sehr gefallen", versicherte Königs. Beim offiziellen Lunch mit der Chefetage von Celtic gab es Geschenke für die Gladbacher, unter anderem ein Bild, auf dem ein grüner Brustkorb mit einer Raute anstelle des Herzens zu sehen ist. Beide Vereine verbinden nicht nur die Farben Grün und Weiß (bei Gladbach kommt Schwarz hinzu), sondern auch eine lange Tradition.

Sehr gefallen hat den "Celts" und den Borussen auch die gemeinsame Aktion, die das Motto des dritten Königsklassen-Spieltages aufnahm: "Sag' nein zu Rassismus." Borussia setzte sich vorab mit der Celtic-Stiftung in Verbindung und regte an, dass die Fußballschulen der Klubs ausgewählten Kindern ein besonderes Training ermöglichen könnten. "Es war uns ein Anliegen, die Aktion der Uefa gemeinsam mit Celtic Glasgow zu unterstützen", sagte Geschäftsführer Stephan Schippers.

Nettes Gestgeschenk: Dieses Bild überreichte Celtic Borussia. FOTO: kk

Norman Wittekopf, Leiter der Gladbacher Fußballschule, und U15-Trainer Kyle Berger reisten mit nach Schottland. Celtic suchte zwölf Schüler aus Glasgow im Alter von elf bis 16 Jahren aus, die auf dem Celtic-Trainingsgelände nicht nur eine sozusagen deutsch-schottische Übungseinheit erlebten, sondern auch Borussias Maskottchen Jünter trafen. Verständigungsprobleme gab es da sicher nicht, denn Jünter ist ein schweigsamer Geselle. Er kommuniziert nonverbal - da gibt es keine Sprachbarrieren. "Das Training sollte den Teilnehmern zeigen, wie wichtig jeder Einzelne im Team ist, egal welcher Herkunft, Religion, Kultur er oder sie angehört oder welche Sprache er oder sie spricht", sagte Wittekopf. Nach dem Training gab es Workshops zum Thema Rassismus. "Wir haben da einige Wertbegriffe erarbeitet", sagte Berger.

Was den Borussen in Glasgow widerfuhr, belegt, was generell über die Gastfreundschaft der Glasgowegians gesagt wird: "Wenn du zu Besuch kommst, sagen Sie: Willkommen, hast du Hunger? In Edinburgh sagen sie: Willkommen, du hast sicher schon gegessen."

Die 180 Borussen-Fans indes, die zwangsweise fast fünf Stunden länger als geplant am Flughafen in Glasgow verweilten, taten das indes nicht wegen der Gastfreundschaft der Schotten. Der Start des vom Fanprojekt angebotenen Charterflugs verzögerte sich extrem, weil es technische Probleme gab. Dafür aber konnte Glasgow ja nichts.

Quelle: RP
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