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Keine EM im Borussia-Park
Mönchengladbachs Engagement war bemerkenswert

EM 2024: Mönchengladbach hat sich bemerkenswert engagiert
Aus der Traum: Im Borussia-Park werden 2024 keine EM-Spiele stattfinden. FOTO: Jannik Sorgatz
Meinung | Mönchengladbach. Absage Nummer vier: Wie 1974 (WM), 1988 (EM) und 2006 (WM) wird es auch bei der EM 2024 keine großen Turnierspiele in Mönchengladbach geben. Der Deutsche Fußball-Bund hat sich für die üblichen Verdächtigen entschieden. Von Karsten Kellermann

Das ist schade. Die Stadt und Borussia hätten mit ihrer engagierten Bewerbung verdient gehabt, die Chance zu bekommen, sich als einer der Gastgeber der Europameisterschaft 2024 zu beweisen.

Mindestens darf man sagen: MG wäre ganz sicher ein guter EM-Gastgeber gewesen. Schon bei der Hockey-WM 2006 hat Gladbach gezeigt, wie begeisternd solche sportlichen Großereignisse in der Stadt aufgenommen werden. Bei der Frauenfußball-WM 2011 war Gladbach dabei und präsentierte sich erneut als guter Gastgeber. MG ist eine Sportstadt, die auch sportbegeistert ist. Vor allem ist Gladbach eine Fußball-Stadt, hier schlägt das Herz des Fußballs, so sagte es Berti Vogts. Borussia ist die Marke, die all das in die Welt hinaustransportiert hat. Die Botschaft ist offenbar nicht so recht angekommen in Frankfurt.

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Wer den Evaluationsbericht des DFB genau liest, kommt schnell zu dem Schluss, dass Mönchengladbach nie mehr als ein Außenseiter war. Die Rolle hat man aber angenommen, das war auch die richtige Strategie. Das Engagement, mit dem um die EM gekämpft wurde, ist bemerkenswert. Und auch, dass ganz Gladbach, die Stadt, Borussia und die Bürger gemeinsam hinter der Bewerbung stand. Das zeigte die Videokampagne, das zeigte die üppige Unterschriftenaktion.

Doch am Ende war die Distanz zu groß, die die Bewertungskommission sah zu den Mitbewerbern. Die Absage sollte auch ein Ansporn sein, die monierten Punkte, die tatsächlich als relevant eingestuft werden müssen, vor allem das Thema Verkehr, grundsätzlich zu verbessern. Alles in allem: Gladbach hat den Wettkampf aber erhobenen Hauptes geführt  – und sollte all die Stärken sehen, die es in der Bewerbung herausgearbeitet hat.

Es hat sich als liebenswerte, sympathische Stadt präsentiert, als eine Stadt mit Herz. Aus der Bewerbung sollte Gladbach Selbstvertrauen für die Zukunft ziehen, die Bewerbung kann ein Ansatz für einen Leitfaden zur Stadtentwicklung sein. Trotz der Niederlage kann die Stadt ein Gewinner sein in dieser Bewerbungsgeschichte – auch ohne EM-Spiele.

 
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