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Borussia Mönchengladbach
EM-Fahrer: Borussia mit PSG und Atletico gleichauf

Diese Spieler nutzten die Bundesliga als Sprungbrett
Diese Spieler nutzten die Bundesliga als Sprungbrett FOTO: dpa, gp bjh ss
Viersen. Wie viele EM-Teilnehmer stellen eigentlich die Top-Vier-Teams in den europäischen Top-Ligen? Und wie sortiert sich Borussia in dieser Hinsicht ein? Vor Inter Mailand und Benfica Lissabon auf jeden Fall. Von Stefan Klüttermann

Sie schmücken einen Verein immer wieder aufs Neue, daraus machen die Klubs landauf, landab jedenfalls keinen Hehl: die Nationalspieler. Und besonders, wenn es um die Bekanntgabe von Kadern vor Welt- oder Europameisterschaften geht, sind die Vereine in der öffentlichen Darstellung meist die größten Fans ihrer nominierten Profis. Wer dann noch der Logik folgt, dass in der Regel die besten Spieler bei den besten Vereinen und am Ende auch in der Nationalelf spielen, für den lohnt sich ein Blick auf die Top-Teams Europas und ihre personelle Vertretung in einem der 24 EM-Starterländer. Betrachtet seien im Folgenden also jeweils die besten vier Teams in den sechs stärksten Ligen der Uefa-Fünf-Jahreswertung - denn unter diesen Top Vier befindet sich Borussia nun schon zum dritten Mal in den vergangenen fünf Spielzeiten.

Vier EM-Fahrer stellen die Gladbacher nach der offiziellen Lesart: die drei Schweizer Yann Sommer, Granit Xhaka und Nico Elvedi sowie den zuletzt ausgeliehenen Österreicher Martin Hinteregger. Aber ist das nun viel oder wenig im internationalen Vergleich der besten Mannschaften? Nun ja, es ist zumindest mehr, als Inter Mailand (drei), Europa-League-Halbfinalist FC Villarreal (einen), Bayerns Champions-League-Gegner Benfica Lissabon (drei) oder Olympique Lyon (drei) vorweisen können. Und Champions-League-Finalist Atletico Madrid, Englands Meister Leicester City oder Frankreichs Über-Team von Paris St. Germain kommen auch nur auf vier. Im Schnitt schicken die betrachteten Mannschaften fünf EM-Starter zum Turnier nach Frankreich. Die meisten spielen bei Juventus Turin (zwölf), Tottenham Hotspur (elf), Real Madrid, dem FC Barcelona und dem FC Bayern (je neun). Der einzige der 24 infrage kommenden Vereine aus Spanien, Deutschland, England, Italien, Portugal und Frankreich, der übrigens keinen einzigen Spieler zur EM schicken wird, ist Lucien Favres neuer Verein OGC Nizza.

In Borussias Fall wäre ein größeres Kontingent dabei ja durchaus möglich gewesen. Man denke weniger an die Kandidaten, die der Bundestrainer verschmähte, als vielmehr an Oscar Wendt, dessen Nichtnominierung für Schwedens EM-Kader wohl einzig und allein in den Gedankengängen von Nationaltrainer Erik Hamrén eine schlüssige Begründung finden dürfte. Und hätten sich die Dänen qualifiziert, Andreas Christensen wäre wohl ein definitiver Bestandteil des Kaders gewesen. Außerhalb Europas eröffnet Fabian Johnson derweil in der Nacht zu Samstag mit den USA die Copa América, und Ibrahima Traoré führt Guinea am Sonntag in Swasiland als Kapitän auf Spielfeld.

Doch es gibt eben bei allem schmückenden Beiwerk, das National- und Turnierspieler für einen Klub abgeben, eben auch die andere Seite, eine, die auch Borussia aktuell anführen kann, ohne dafür kritisiert zu werden: Denn jeder Nationalspieler, der die Europameisterschaft aus den verschiedensten Gründen verpasst, steht den Gladbachern zu Saisonbeginn, und da ganz speziell bei den Champions-League-Play-offs im August, fit zur Verfügung. Und das ist ja auch nicht schlecht.

Quelle: RP
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