| 16.40 Uhr

Borussia
Emotionen, aber kein Sieger im Klassiker

1. FC Köln - Gladbach: Reaktionen
1. FC Köln - Gladbach: Reaktionen FOTO: ddp
Einen besonderen Ehrenplatz in der Galerie der glorreichen Mönchengladbacher Auftritte in Köln bekommt dieses Derby nicht. Das 1:1 ebnet der Borussia aber den Weg zu einem halbwegs entspannten Ausklang der Bundesliga-Runde -­ auch wenn sie nun schon seit fünf Partien auf einen Sieg wartet. Von Martin Beils

Einen gehörigen Anteil am Teilerfolg hatte Thorben Marx, der nach fünfwöchiger Verletzungspause, wieder in der Elf stand. Den Kölnern hilft das Remis weniger als der Borussia. Seit sieben Spieltagen haben sie nicht mehr gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Zvonimir Soldo läuft Gefahr, heute schon wieder dicht an die Abstiegsränge zu rutschen.

Und in den nächsten Wochen treffen die Kölner noch auf die wichtigsten Rivalen im Abstiegskampf: Hannover, Berlin, Bochum, Freiburg und Nürnberg.

Debüt von Patrick Hermann

Nach rasantem Beginn ­ den ersten Torschuss gab Maniche schon nach 35 Sekunden ab ­ schalteten die rheinischen Rivalen zurück. Die Gäste besannen sich nach den herben Niederlagen in Dortmund und gegen Wolfsburg darauf, Stabilität in die hinteren Reihen zu bringen.

Der 19-jährige Patrick Hermann, der zum ersten Mal in der Anfangsformation stand, setzte ein paar hübsche Akzente, das war's aber auch. Angriffsspitze Rob Friend hing in der Luft. Zeitweise wechselte der Ball fast so schnell die Seiten wie beim Tischtennis. Die Hausherren brachten das Geschehen nicht unter Kontrolle. Pässe ins Nirgendwo gehörten zu ihrem Programm, genauso harmlose Weitschüsse und Zoran Tosic' alberner Versuch, einen Strafstoß zu schinden.

Die Kritik, die nach dem "vielleicht schlechtesten Spiel der vergangenen Jahre” (FC-Präsident Wolfgang Overath) von allen Seiten auf die Mannschaft eingeprasselt war, zeigte Wirkung. Um Klassen engagierter als bei der Niederlage vor einer Woche in Mainz präsentierten sich die Kölner ihrem zunächst dankbaren Publikum. Das lag auch an den vier Umstellungen, die Trainer Soldo vorgenommen hatte.

Der Coach hatte versäumt, Miso Brecko zu ersetzen. Mit seinem Ballverlust ermöglichte der Slowene dem Gladbacher Marco Reus den beherzten Alleingang, den er mit einem Flachschuss zum 1:0 abschloss. Während die Gladbacher dem Ruf aller Fußballtrainer dieser Welt nach "Kompaktheit” folgten, rannten die Kölner ideenlos an.

Als der erneut enttäuschende Lukas Podolski nach gut einer Stunde einen Kringel zuviel drehte, quittierten die FC-Fans das mit Pfiffen. Auch Pierre Womé, der linke Außenverteidiger, zog sich den Unmut der Zuschauer zu. Und weil sie einmal dabei waren, ihrem Ärger Luft zu machen, riefen auch viele: "Soldo raus.” In dieser aufgeheizten Atmosphäre sorgte Maniche für den Stimmungsumschwung.

Der Portugiese, der wegen des Missverhältnisses zwischen Leistung und Einkommen in den vergangenen Tagen angefeindet worden war, setzte den Ball zum Ausgleichstreffer in den Torwinkel. Milivoje Novakovic vergab gleich im Anschluss die Möglichkeit, zum 2:1 zu kommen.


Statistik:

Köln: Mondragon - Brecko, Geromel, Mohamad, Wome (75. Ehret) - Petit, Pezzoni (66. Freis) - Tosic, Maniche, Podolski - Novakovic. - Trainer: Soldo

Mönchengladbach: Bailly - Levels, Brouwers, Dante, Daems - Bradley, Marx - Herrmann (72. Colautti), Reus, Arango - Friend (83. Bobadilla). - Trainer: Frontzeck

Schiedsrichter: Felix Brych (München)

Tore: 0:1 Reus (55.), 1:1 Maniche (79.)

Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)

Beste Spieler: Petit, Maniche - Herrmann, Reus

Gelbe Karten: Geromel (5) - Bradley (5)

Quelle: RP
 
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