| 14.16 Uhr

Nico Schulz im Interview
"Erst den alten Level wiederkriegen"

Porträt: Nico Schulz: Ein Berliner bei Borussia
Porträt: Nico Schulz: Ein Berliner bei Borussia FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Nico Schulz ist seit einem Jahr Borusse. Doch in der vergangenen Saison hat er mehr Minuten für Hertha BSC, den Klub, für den er zuvor 15 Jahre spielte, als für Gladbach auf dem Platz gestanden.

Er kam kurz vor Ende der Wechselfrist für drei Millionen Euro aus der Hauptstadt, wurde von Ex-Trainer Lucien Favre zweimal kurz eingewechselt, dann riss im Testspiel gegen Duisburg, in dem sich der 23-Jährige eigentlich zeigen wollte, das Kreuzband. Lange Pause, Reha, Warten. Nun ist Schulz zurück.

"Wir dürfen uns auf ihn freuen, er ist ein guter Spieler", sagt Raffael, der Schulz aus gemeinsamen Berliner Tagen kennt, über den Kollegen. Was er kann, hat er in der bisherigen Vorbereitung angedeutet. Karsten Kellermann sprach mit dem gebürtigen Berliner über das verlorene erste Jahr in Gladbach und seine aktuelle Situation.

Herr Schulz, Sie sind im Sommer 2015 von Hertha BSC Berlin nach Gladbach gekommen, haben sich dann aber früh schwer verletzt. Es ist nun nach dem Kreuzbandriss Ihre erste echte Vorbereitung mit Gladbach. Wie gefällt es ihnen?

Schulz Gut. Es bestätigt sich das, was ich über das erste Jahr hier vom Verein wahrgenommen habe.

Fühlen Sie sich wie ein Neuzugang?

Schulz Ich bin ja schon länger in der Mannschaft angekommen, dadurch, dass wir die Reha im Borussia-Park machen. So habe ich die Jungs ja immer gesehen, fühle mich daher nicht wirklich wie ein Neuzugang, sondern einfach als eine Verstärkung, die nun wieder auf dem Platz dabei ist, als eine neue Alternative.

Als eine Alternative auf einer Seite, die im vergangenen Jahr aufgrund Ihrer Verletzung und der von Alvaro Dominguez eigentlich nur einfach besetzt war mit Oscar Wendt: hinten links. Jetzt machen Sie ihm Konkurrenz.

Schulz Erst mal muss ich meinen alten Level wiederkriegen. Das geht nicht in drei, vier Wochen Mannschaftstraining. Das geht nur über die Spiele und kommt mit der Zeit. Natürlich will ich da sein, wenn ich gebraucht werde, und das natürlich so schnell wie möglich. Klar ist auch, dass ich spielen will. Aber ich will zu 100 Prozent fit sein.

Wie weit sind Sie davon entfernt?

Schulz Das kann man nicht in Prozente fassen. Aber ich habe sehr lange nicht gespielt und daher kann ich gar nicht bei 100 Prozent sein. Das ist ganz normal.

Die vergangene Saison war sehr schwierig für Sie: Sie kamen neu nach Gladbach und waren dann, bevor es richtig losging für Sie, schon wieder raus. Das war sehr bitter.

Schulz Ja, das kann man sagen. Es war aus sportlicher Sicht sicher nicht das schönste Jahr, das ich in meiner Karriere hatte.

Wie sind Sie damit umgegangen?

Schulz Ich habe es angenommen, so genommen, wie es gekommen ist. Es war nicht leicht, klar, aber was bringt es zu jammern? Ich konnte es sowieso nicht ändern. Ich habe meine Familie zu Hause, das war wichtig, ich habe versucht, normal weiterzuleben, die Reha hundertprozentig zu absolvieren, um wieder gesund zu werden. Mein Ziel ist, noch stärker zurückzukommen.

Was bedeutet des Trainers Taktik für Ihre Position? Gefällt Sie Ihnen?

Schulz Es macht auf jeden Fall Spaß, da zu spielen. Es ist ja bekannt, dass ich links hinten und vorn spielen kann. Die Position im 3-5-2 ist genau dazwischen. Ich mag das, und habe das auch früher schon gespielt – mal im Training, mal im Spiel. Die Feinheiten muss ich im Training und in den Spielen noch automatisieren, aber wenn die drin sind, ist es eine super Position für mich.

Quelle: RP
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