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Borussia Mönchengladbach
Erstmals seit 1990 würde der Fan-Alptraum wahr werden

Borussen-Frust nach Niederlage in Köln
Borussen-Frust nach Niederlage in Köln FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Bei einem Sieg gewänne der FC nach 26 Jahren mal wieder beide Derbys. Von Stefan Klüttermann

Für einen Großteil der Borussen-Fans sähe so wohl der emotional größte anzunehmende Unfall aus: Der 1. FC Köln gewinnt innerhalb einer Saison beide Derbys gegen Mönchengladbach. 26 Jahre lang ist dieser Alptraum für Borussias Anhänger nicht mehr Wirklichkeit geworden, aber am Samstag, gegen 17.20 Uhr, könnte es mal wieder so sein. Schließlich siegte der FC im Hinspiel im September 1:0, und vor dem Rückspiel präsentiert er sich als vielleicht stärkster Derby-Gegner seit etlichen Jahren.

Es lohnt sich also ein Blick zurück in die Saison 1989/90, zurück in die letzte "Null Punkte"-Derby-Spielzeit für den VfL. Viele von denen, die heute in der Nordkurve stehen, waren damals noch nicht geboren, und die die sich an die Partien damals erinnern können, realisieren so, wie lange sie schon dabei sind. Das Hinspiel stieg am 30. September 1989 auf dem Bökelberg, und die Kölner Gäste siegten durch Treffer von Falko Götz und Pierre Littbarski 2:0. Gladbachs Trainer Wolf Werner sollte dann auch vor allem in Kölns Edeltechniker "Litti" den Unterschied in diesem Spiel ausmachen. "Es ist nun einmal so, dass Köln einen Littbarski hat, und wir haben keinen", sagte Werner. Weil die Borussen zudem die eigenen Chancen konsequent ausließen, verließ die Mehrzahl der fast 30.000 Zuschauer an diesem Samstagabend bedient das Stadion.

Für zwei ehemalige Borussen im Köln-Trikot fiel die Rückkehr an alte Wirkungsstätte übrigens nicht so toll aus: Hans-Georg Dreßen und Uwe Rahn wurden bei der Durchsage der Mannschaftsaufstellungen mit Pfiffen bedacht, für Rahn gab es zudem die "Judas"-Rufe, die sich nach 1984 dann ja vor allem auf einen gewissen Lothar Matthäus fokussieren sollten. Mit den zwei Punkten aus Gladbach schloss der von Christoph Daum trainierte FC damals nach elf Spieltagen als Tabellenzweiter zum punktgleichen FC Bayern auf (beide 16:6), während die Borussen mit 11:11 Zählern auf Rang acht herumdümpelten.

Borussia: Rheinisches Derby: die besten Torjäger FOTO: IMAGO

Am 7. April 1990 trafen sich dann beide Vereine zum Rückspiel im Müngersdorfer Stadion. Und diesmal wurde es eine noch klarere Angelegenheit für die Geißböcke. 3:0 hieß es am Ende. Stefan Effenberg hatte den Kölnern per Eigentor noch vor der Pause die Führung serviert, in Hälfte zwei erhöhten Falko Götz und Andrzej Rudy. Der FC belegte an diesem Abend Rang drei hinter Bayern und Leverkusen, während die Gladbacher trotz des im November erfolgten Trainerwechsels von Werner zu Gerd vom Bruch auf Rang 16 abstürzten. Immerhin: Am Saisonende rettete sich Borussia als 15., und die Kölner wurden hinter München Vizemeister.

Seitdem ist also Ebbe, was Kölner Derbysiege in Hin- und Rückrunde betrifft. Und mehr noch: In seitdem 37 Duellen in 19 gemeinsamen Spielzeiten (17 in Liga eins, zwei in Liga zwei) kam der FC noch auf ganze sieben Siege, Borussia dagegen auf 20, zehnmal wurden die Punkte geteilt. Da konnte man als Borussen-Fan den emotional größten anzunehmenden Unfall schon mal nahe der Unmöglichkeit ansiedeln. André Schubert und sein Team stehen so vielleicht noch ein bisschen mehr unter Druck, den Samstag erfolgreich zu gestalten. Denn eine dann ja historische Derby-Pleite würde das aufkommende Murren über die zuletzt vielen Gegentore und Niederlagen ziemlich sicher lauter werden lassen.

Die Gesichter des rheinischen Derbys FOTO: rpo
Quelle: RP
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