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Borussia Mönchengladbach
Favre zum Fan-Boykott: "Schade"

"Auf zum Derbysieg" - Fans demonstrieren beim Training
"Auf zum Derbysieg" - Fans demonstrieren beim Training FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Borussias Trainer Lucien Favre gibt sich in der Krise seines Teams kämpferisch. Auf die Frage, ob er angesichts der aktuellen Situation (fünf Pflichtspielniederlagen in Serie, Letzter in der Bundesliga) vielleicht amtsmüde geworden sei, sagte der Trainer: "Wir werden weiter arbeiten. Und wir werden das schaffen." Von Karsten Kellermann

Favre sagte mit Blick auf der Derby beim 1. FC Köln am Samstag (15.30 Uhr/Live-Ticker) weiter: "Das Derby ist ein wichtiges Spiel für uns. Wir haben zwar keine Punkte, aber wir sollten trotzdem Selbstvertrauen haben, unser Spiel machen, den Ball fordern und mutig nach vorn spielen. Ich bin überzeugt, dass wir viele Teams schlagen können."

Favre glaubt daran, dass er der Mannschaft, die zuletzt bei den 0:3-Niederlagen gegen den Hamburger SV und in der Champions League beim FC Sevilla sehr verunsichert wirkte, mit seiner üblichen Arbeitsweise wieder hinkriegen kann. "Ich arbeite wie vor einem Jahr, wie vor vier Jahren. Wie schauen DVDs, analysieren, trainieren und machen individuelles Training. Es ist eine besondere Herausforderung für mich und für uns alle", sagte Favre. Auch Sportdirektor Max Eberl glaubt daran, dass Favre die Borussen wieder in die Spur bringen wird. "Es ist eindrucksvoll, wie er auftritt. Wir haben einen großartigen Trainer, der fantastische Arbeit macht und auch diese Situation meistern wird", sagte Eberl am Donnerstag.

Karsten Kellermann

"Müssen uns der Situation stellen"

Dass seine Mannschaft am Samstag, wenn sie den ersten Schritt nach vorn machen will beim 1. FC Köln, wegen des Boykotts, zu dem die aktive Gladbacher Fanszene aufgerufen hat, auf die breite Unterstützung der Fans in der Domstadt verzichten muss, findet Favre "schade". "Es ist natürlich schöner, wenn unsere Fans dabei sind und uns unterstützen, aber wir müssen uns der Situation stellen", sagte Max Eberl.

Von den 3500 Tickets, die Borussia für das Spiel bekommen hat, sind 1800 zurückgegangen nach Köln, zudem werden viele Fans ihre erworbenen Tickets nicht nutzen. "Wir haben uns gegen den Boykott positioniert, akzeptieren ihn aber", sagte Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers. Beim Training am Donnerstag waren 500 Fans dabei, um den Team ihre Zuneigung zu zeigen. Zuvor gab es ein Gespräch der Fans mit dem Mannschaftsrat, in dem die Gründe für den Boykott erläutert wurden. Die Gladbach-Fans haben eine "Gegenveranstaltung" in der Heimat organisiert. Am Samstag wird es einen Marsch vom Fanhaus am Stadion in die Altstadt geben, der in einer Kundgebung für den Erhalt der Fankultur mündet. Danach wollen sich die Fans auf die Gaststätten in der Altstadt verteilen, um das Derby zu schauen.

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Die Boykott-Initiatoren rechnen mit rund 2000 Teilnehmern. "Wir gehen davon aus, dass alles friedlich bleibt, wir wollen ein positives Zeichen setzen", sagte Martin Gipp, Sprecher des Mönchengladbacher Supporters-Club. Dass Kölner Fans in Gladbach auftauchen, um die Veranstaltung zu stören, befürchten wieder die Polizei noch die Organisatoren. Auch Stephan Schippers ist "überzeugt, dass es absolut friedlich sein wird".

Ein positives sportliches Zeichen wollen derweil die Gladbacher Profis in Köln setzen – möglichst mit dem ersten Sieg der Saison. In Köln steht Favre Granit Xhaka wieder zur Verfügung, der gegen den HSV und in Sevilla jeweils gesperrt fehlte. Möglicherweise wird der Trainer dem 10-Millionen-Euro-Einkauf Josip Drmic, der zuletzt nur Joker war, wieder eine Chance von Beginn an geben. Und eventuell gibt es ein Überraschungs-Comeback von Patrick Herrmann. Auf der üblichen Mitteilung zum Verletztenstand (Dominguez, Stranzl, Johnson) fehlt jedenfalls sein Name, er wurde nur als "fraglich" eingestuft. Herrmann trainierte am Donnerstag noch individuell, aber "vielleicht ist er schon morgen im Team", sagte Favre. Es ist ein "vielleicht", das Gladbach Hoffnung macht.

Quelle: RP
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