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Borussia Mönchengladbach
Sevilla nimmt Borussias Elfmeter-Geschenke an

Einzelkritik: Note 6 für Stindl
Einzelkritik: Note 6 für Stindl FOTO: dpa, jai
Sevilla. Borussia Mönchengladbach hat auch zum Auftakt der Champions League seine Negativserie nicht stoppen können. Im Gegenteil: Beim FC Sevilla unterlagen die mit vier Niederlagen in die Bundesliga gestarteten Gladbacher 0:3, weil sie den Spaniern gleich drei Strafstöße spendierten. Zwei dieser Elfmeter verwandelte der Favorit, ein Fehlschuss fiel letztlich gar nicht ins Gewicht. Borussia geht somit ohne das erhoffte Positiverlebnis in das rheinische Derby am Samstag beim 1. FC Köln. Von Stefan Klüttermann

Und so bleibt am Ende die zweite von zwei möglichen Geschichten dieses Abends hängen. Es ist die, die eine Minute nach Wiederanpfiff begann. Dann nämlich, als Borussia besagte drei Elfmeter binnen gut 20 Minuten verursachte und sich so selbst auf die Verliererstraße manövrierte. Erst foulte Torhüter Yann Sommer Vitolo nach Meinung des tschechischen Schiedsrichters elfmeterreif, und Kevin Gameiro erzielte das 1:0 vom Punkt. Zwei Minuten später trat Gameiro schon wieder zum Strafstoß an, weil diesmal Roel Brouwers Vitolo klar getroffen hatte. Nun traf Sevillas Nummer neun aber nur die Querlatte. Schließlich legte auch noch Tony Jantschke Gameiro, und Èver Banega zeigte sich treffsicher vom Punkt. Borussia taumelte fortan wie zuletzt in der Liga, das Spiel war gelaufen. Das 3:0 durch Jewhen Konopljanka, dessen Flankenversuch unter gütiger Mithilfe von Sommer direkt im Tor landete, war dann noch der negative Schlusspunkt.

Und gelaufen war damit eben auch diese andere Geschichte dieses Spiels, die die ersten 45 Minuten lang dauerte. Sie begann damit, dass sich alle Gladbacher nach eigenem Bekunden so sehr darauf gefreut hatten, auf dem Platz zu stehen und diese fast schon mythisch-erhöhte Champions-League-Hymne zu hören. Und dann war der Lärmpegel der Sevilla-Fans dermaßen laut, dass bei den Spielern, noch mehr aber bei den mitgereisten 1800 Gladbacher Fans höchstens ein laues "Hymnchen" ankommen konnte. Dennoch schien die große Bühne Champions League manche zuletzt brach gelegene Qualität wieder zu Tage zu fördern.

Schiedsrichter pfeift drei Elfmeter gegen Borussia FOTO: afp, CQ/raf

Im Hexenkessel Estadio Ramón Sanchez Pizjuan agierte das Team von Trainer Lucien Favre zwar längst noch nicht wieder wie in der Vorsaison, aber für einen verunsicherten Tabellenletzten zunächst einmal durchaus mutig sowie gemeinschaftlich in der Arbeit gegen den Ball. Sie tat also genau das, was Sportdirektor Max Eberl von den Seinen im Vorfeld gefordert hatte. "Wir müssen einfach das, was uns in den letzten Jahren ausgezeichnet hat, wieder hinkriegen. Defensiv gut zu stehen, gut zu verteidigen", hatte er tags zuvor gesagt.

Vitolo scheitert am Pfosten

So gab es natürlich die kaum zu vermeidenden Drangphasen des Europa-League-Siegers von 2015, und es gab große Chancen durch Sevillas Stürmer Gameiro, die dieser aber entweder vergab oder die Sommer entschärfte. Und es gab natürlich auch den Pfostenschuss von Vitolo nach gerade einmal vier Minuten, bei dem die Gäste eine Extra-Portion Glück ihr Eigen nennen konnten. Aber in weiten Teilen des Spiels schaffte es Gladbach eben auch, die Andalusier ein Stück weit weg vom Tor zu halten und die eigene Defensive wieder deutlich engmaschiger als zuletzt zu verweben. Manchmal fehlte es indes etwas an Entschlossenheit in den Zweikämpfen, um Situationen klären zu können.

Shaw bricht sich in Eindhoven das Bein FOTO: afp, JT/vel

Und nach vorne? Auch da ging immerhin ein bisschen: Brouwers köpfte nach fünf Minuten aus drei Metern neben das Tor, und Ibrahima Traoré hätte sich bei seinen beiden aussichtsreichen Schussgelegenheiten wohl gewünscht, der Ball hätte auf seinem starken linken Fuß gelegen. Nach 90 Minuten blieben noch viel mehr Borussen-Wünsche offen. Wieder einmal.

Quelle: RP
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