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Borussia Mönchengladbach
Fehlstart für Gladbach

Gladbach - Dortmund: Einzelkritik
Gladbach - Dortmund: Einzelkritik FOTO: dpa, gki
Mönchengladbach. Gladbach ist mit einem 1:3 gegen Dortmund in die Rückrunde gestartet. Zu wenig Ordnung in der Defensive brachte die Gastgeber um ihre Chancen gegen einen insgesamt reiferen Tabellenzweiten. Der BVB konnte sogar eine schwache Leistung seines Top-Torschützen Pierre-Emerick Aubameyang verkraften. Von Jannik Sorgatz

Schubert setzte auf das klassische 4-4-2 à la Lucien Favre, das mangels echter Stürmer in Wirklichkeit ja ein 4-2-4-0 ist. Die einzige Überraschung in der Startelf war Nico Elvedi, der auf der linken Innenverteidiger-Position begann – nicht Neuzugang Martin Hinteregger und auch nicht Rückkehrer Martin Stranzl.

Dortmund kam einen Tick besser ins Spiel, Ilkay Gündogan trat nach einer Hereingabe aus aussichtsreicher Position über den Ball. Gladbachs erstes Lebenszeichen in der 6. Minute brachte dann um ein Haar die Führung: Andreas Christensens Kopfball nach einer Ecke von Raffael berührte noch leicht die Latte.

Schubert: "Fehler gemacht, die wir nicht machen dürfen"

Beide Teams wechselten sich ab mit guten Angriffen, ein Spektakel war die erste Halbzeit aber nicht. Wie zu Beginn Gündogan kam auch Pierre-Emerick Aubameyang nicht richtig hinter den Ball und brachte nur ein Schüsschen zustande. Auf der Gegenseite spielte Ibrahima Traoré einen ungenauen Pass auf Raffael, der den Angriff jedoch noch rettete und Oscar Wendt in Szene setzte. Lars Stindl warf sich in den Schuss des Schweden, brachte ihn aber nicht über die Linie.

Bis zur Pause hatte der BVB dann deutlich mehr vom Spiel. Die nächste Möglichkeit war ein Zufallsprodukt: Aubameyang tauchte nach einem abgefälschten Gündogan-Schuss frei vor Sommer auf, der sich dem Top-Torjäger der Bundesliga mit vollem Einsatz entgegenwarf und rettete. Kurz darauf kam Gündogan dem ersten Treffer am nächsten: Sein Schuss aus gut 20 Metern klatschte gegen die Latte – kein Spieler hatte es bis dahin in dieser Saison öfter versucht, ohne zu treffen.

In der 41. Minute musste Gladbach doch noch das 0:1 hinnehmen: BVB-Torwart Roman Bürki spielte direkt auf Gündogan, der Reus mit einem Pass in die Nahtstelle zwischen Elvedi und Wendt auf die Reise schickte. Aus halbrechter Position setzte der ehemalige Gladbacher den Ball in die linke Ecke.

Nach einem Fehler von Sommer wäre Dortmund sogar fast noch das zweite Tor gelungen. Aber Gonzalo Castro schloss zu hektisch ab und schoss dem Keeper den Ball in die Arme. Aufgrund der letzten 20 Minuten der ersten Halbzeit war das Ergebnis zu diesem Zeitpunkt vollkommen verdient. Die Schubert-Elf schoss in dieser Phase nicht einmal mehr aufs Tor.

Gladbach begann forsch nach dem Wiederanpfiff, doch nachdem Traoré frei vor Bürki zu lange brauchte, musste Sommer den Ball auf der anderen Seite schon in der 51. Minute zum zweiten Mal aus dem Tor holen.

Elvedi leistete Reus nach einem Ballverlust nur Begleitschutz, diesmal wurde der Schütze des ersten Treffers zum Vorbereiter des zweiten: Der Ball kam nach links zum vollkommen freistehenden Henrich Mchitarjan, der Julian Korb überlaufen hatte. Problemlos erzielte der Armenier sein siebtes Saisontor.

Wie würde Gladbach in dieser Situation reagieren? In Hoffenheim kam die Borussia nach einem 1:3 zurück, in Leverkusen fiel sie nach einem 0:2 auseinander. Die erste Antwort gab es sechs Minuten nach dem 0:2. Traoré wuselte sich durch die Dortmunder Hintermannschaft, Johnson verhinderte zunächst ein gutes Zuspiel auf Wendt. Dann landete der Ball über Dahoud und Stindl irgendwie halbrechts bei Raffael, der lässig Park aussteigen ließ und mit links den Anschlusstreffer erzielte.

Die folgende Phase gestaltete Gladbach mindestens ausgeglichen. Wendt konnte Aubameyang gerade noch stoppen, Raffael verpasste es nach einem guten Konter, rechtzeitig abzuschließen. Nach 70 Minuten konnte sich Dortmund keineswegs sicher sein, die Führung über die Zeit zu bringen. Trainer Thomas Tuchel reagierte mit defensiven Wechseln. Matthias Ginter und Erik Durm kamen für Marco Reus und Gonzalo Castro.

Bevor sich die Partie wieder ordnen konnte, sorgte Dortmund für die Entscheidung. Nachdem Aubameyang noch mutterseelenallein vor Sommer überheblich vergeben hatte, traf Gündogan nach einer Flanke von Mchitarjan – das langersehnte erste Saisontor des Nationalspielers.

Schubert brachte in der Schlussviertelstunde seine Winter-Einkäufe Martin Hinteregger und Jonas Hofmann. Ex-BVB-Spieler Hofmann vergab in der 83. Minute eine große Chance auf den Anschlusstreffer. Dann war Schluss und der misslungene Start des VfL perfekt.

 

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