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Borussia Mönchengladbach
Fünf Dinge, die das Stuttgart-Spiel lehrt

Das 4:0 gegen Stuttgart im Notencheck
Das 4:0 gegen Stuttgart im Notencheck FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Ob in Sachen Spielidee, in Bezug auf einzelne Protagonisten oder hinsichtlich der mittelfristigen Kaderplanung, Borussias 4:0 gegen den VfB liefert gleich eine Handvoll aussagekräftiger Erkenntnisse. Von Stefan Klüttermann

Das 4:0 gegen Stuttgart verzückte das Borussen-Land, und es lieferte Erkenntnisse, die über den Abpfiff hinaus Bestand haben. Diese fünf, zum Beispiel:

1. Der Auftritt setzt die Messlatte für Variabilität. "Ich glaube, Stuttgart war ein wenig überrascht, wie wir gespielt haben", sagte Granit Xhaka nach dem Spiel. In der Tat überraschte André Schubert mit seinem Matchplan, und gleichzeitig setzte er mit ihm den Maßstab für die kommenden Wochen, vor allem in punkto Variabilität. Denn die Rhythmus-Wechsel zwischen geduldiger Ballzirkulation, verbunden mit blitzschnellem Umschalten im richtigen Moment und dem Schubertschen Vorwärtsverteidigen machen Borussia unberechenbarer und zugleich ausbalancierter, stabiler. Es gibt Momente, da ist es für Borussia zielführender, den Gegner auch mal kommen zu lassen, und es gibt Momente, ihn früh zu attackieren. Die Qualität im Kader ist groß genug, beide Spielideen in einem Spiel anzuwenden und sie situativ zu variieren. Das muss der Weg für die restlichen Partien sein.

2. Xhaka ist momentan hinter Dahoud wertvoller. "Es war eine andere Rolle für mich, vielleicht nicht so auffällig, aber trotzdem wichtig", sagte Xhaka. Die Wahrheit ist: Wenn er sich im offensiven Tatendrang zurücknimmt und auf die Kontrollfunktion vor der Abwehrkette fokussiert, wirkt er reifer, dann ist er der Balance-Spieler, um den herum Stabilität entsteht. So entwickeln Dahouds Offensivstärken weiter vorn ihre Qualität, so entschärft er die Folgen von Dahouds Ballverlusten im Vorwärtsgang.

3. Hazard ist in der Bundesliga angekommen. Der Reifeprozess, den der Belgier seit dem Bremen-Spiel durchlaufen hat, ist beachtlich. Schnell, trickreich und laufstark war er vorher auch, aber mittlerweile gelingt es ihm, seine Stärken in die Rahmenbedingungen der Bundesliga einzubringen. Hazard geht vor allem Zweikämpfe besser an: In offensiven Duelle hat er an jugendlicher Naivität eingebüßt und lässt stattdessen Gegenspieler naiv aussehen. In der Defensivarbeit bedeutet ein Hazard-Zweikampf nicht mehr automatisch einen Freistoß für die anderen, inzwischen geht er körperlich viel cleverer in die Duelle. In dieser Interpretation seiner Spielanlage ist er aus der Mannschaft aktuell nicht wegzudenken.

4. Herrmann ist sofort wieder eine Waffe. Wer lange verletzt war, braucht genauso lange, um wieder die frühere Form zu erreichen - so lautet eine gängige Formel im Profifußball. Patrick Herrmann widerlegt sie zumindest in der Hinsicht, dass er sofort wieder eine Waffe in Borussias Spiel ist. Denn an Schnelligkeit hat er ganz offensichtlich nichts eingebüßt, an Abschlussqualität auch nicht. Insofern ist er viel früher wieder eine Option als - selbst optimistisch - anzunehmen war.

5. Das System vom Mittwoch erzeugt Außenstürmer-Stau. Das 3-4-3 vom Mittwoch braucht defensiv mitdenkende Offensivaußen. Fabian Johnson und Oscar Wendt (fällt mit einem Muskelfaserriss mit Sehnenteilruptur bis auf Weiteres aus) sind hierfür prädestiniert. Ansonsten käme noch Julian Korb vom Typ her infrage. Andere Kandidaten wären zu offensivfixiert. Und so entsteht ein Außenstürmer-Stau um Ibo Traoré, Patrick Herrmann, (bald wieder) André Hahn und eben auch Jonas Hofmann, für den sich im Vergleich zu seiner Reservistenrolle in Dortmund nichts geändert hat.

Quelle: RP
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