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Borussia Mönchengladbach
Heute ist die Nacht der Champions

Für Borussia Mönchengladbach ist heute die Nacht der Champions
Mönchengladbach. Es ist das erste Champions-League-Heimspiel der Borussia-Geschichte. Das Stadion muss dafür umgebaut werden. In mehr als 180 Länder wird die Partie gegen Manchester City am Mittwochabend übertragen. In der Stadt ist jedes Hotelzimmer ausgebucht. Von Kilian Treß

Zwei Spiele, zwei Siege, sieben Tore: Die Bilanz von Borussias Interimstrainer André Schubert ist prächtig: Jetzt wollen die Fohlen den Schwung aus der Bundesliga mit in die Champions-League nehmen und Gegner Manchester City sowie Klub-Besitzer Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan beim ersten Champions-League-Heimspiel der Vereinsgeschichte mächtig ärgern. Seit 2009 zieht der Milliardär die Fäden beim britischen Spitzenklub. National konnte der Verein zwei Meisterschaften, den FA-Cup, den FA-Community Shield und den Ligapokal unter seinen Fittichen erringen. In Europa ist die Bilanz allerdings mau: Damit nicht wieder das Vorrundenaus droht, investierte der Milliardär in diesem Sommer genau 203,38 Millionen Euro für neue Spieler in den Verein.

Das Stadion ist seit dem letzten Heimspiel gegen den FC Augsburg im Umbau: Dieses Mal mussten zwar nicht mehr zusätzliche Interviewzonen eingerichtet werden, wie es seinerzeit 2012/2013 zur ersten Euro-League-Saison der Fall war, aber es muss weiterhin jede Werbebande mit den Uefa-Partnern überklebt werden. Viel Arbeit. Zudem müssen alle Stehplätze zu Sitzplätzen umgewandelt werden. Das geschah nach und nach seit dem letzten Heimspiel gegen den FC Augsburg vor etwa sieben Tagen. Die Umbauten sind Sicherheitsauflage der Uefa. Diese Pflicht gilt für alle Euro- und Champions-League-Spiele. Anstatt der 54.100 Fans, die der Borussiapark bei Bundesliga- und Pokalspielen fasst, passen gegen Manchester City heute nur noch 46.279 Fans ins Stadion. Das sind etwa 15 Prozent weniger Zuschauer als gewöhnlich. "So gesehen, ist Bundesliga dann sogar das größere Event", sagt Markus Aretz, Pressesprecher der Borussia, mit einem Augenzwinkern. "Aber die Champions League ist mit der Bundesliga nicht vergleichbar: Es müssen unzählige Kleinigkeiten geändert werden." 380 Park- und Sitzplätze werden von VIP-Gästen der Uefa besetzt sein. Einige der insgesamt 7821 Plätze wegfallenden Plätze sind auch Opfer besonderer Kamerapositionen. "Die Uefa wünscht sich bestimmte Blickwinkel, die bei Bundesligaspielen nicht existieren", erklärt Aretz.

Die Borussen-Trainer im Europapokal FOTO: dpa, hrad nic

Insgesamt werden 18 Kameras das Spielgeschehen im Borussia-Park einfangen und in etwa 180 Länder der Erde übertragen. Sieben Fernsehteams mit Kommentatoren werden vor Ort sein. "Sky Deutschland, zwei englische, zwei belgische, ein Schweizer Sender sowie BeIn-Sports", sagt Aretz. Letzterer überträgt das Spiel nach Afrika, in den arabischen Raum, USA, Kanada und nach Australien. Theoretisch könnte mehr als eine Milliarde Menschen das Spiel sehen. Die Südtribüne des Borussia-Parks wird wohl zum ersten Mal seit Bestehen des neuen Stadions in Babyblau - der Vereinsfarbe der "Citizens" – erleuchten. Das Gäste-Kontingent, genau 2300 Tickets, ist restlos ausverkauft.

Den Andrang auf die Tickets spüren auch die Hotelbesitzer. "Jedes Bett und jedes Zimmer ist seit Wochen ausgebucht", sagt Peter Jost, stellvertretender Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Nordrhein. In seinem Hotel Elisenhof sind etwa 70 Prozent aller Gäste nur wegen des Spiels da. "Ich denke, dass zwei Drittel der Betten auch in der Stadt auf Fans aus Manchester und der Region fallen." Die Preise für ein Zimmer sind seiner Aussage nach für Mittwoch auf Donnerstag um über 100 Prozent gestiegen. "Statt 120 Euro kostet heute eine Nacht schon mal 250 Euro", sagt Jost. Wenn man so will, sei die Champions League für Gladbach so etwas, wie wenn in Düsseldorf Messe ist. Apropos Düsseldorf: Dort werden die Spieler von Manchester City nächtigen, wo auch der Flieger gelandet ist und starten wird.

Borussia Mönchengladbach: Borussias Bilanz gegen englische Teams

Kevin de Bruyne und Co. werden von dort mit dem Bus in den Borussia-Park chauffiert und nur wenig von der Stadt zu sehen bekommen.

Quelle: RP
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