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Champions League
Diesmal ist die Gruppe für Barcelona kein Pflichtprogramm

Für den FC Barcelona ist die Gruppe C kein Pflichtprogramm
Javier Cáceres ist bei der Süddeutschen Zeitung Experte für den spanischen Fußball. FOTO: Privat
Mönchengladbach. Borussia wird in Spanien beileibe nicht als "Laufkundschaft" angesehen. Das versichert auch Javier Cáceres, Korrespondent der Süddeutschen Zeitung für spanischen Fußball. Von Stefan Klüttermann

Jedes Jahr im Spätsommer freuen sich drei Vereine aus Europa wie kleine Kinder, weil ihnen die Auslosung zur Gruppenphase der Champions League mit dem FC Barcelona den vielleicht namhaftesten Klub im Topf als Gegner beschert hat. Borussia machte da 2016 keine Ausnahme, sondern bestätigte die Regel. Doch wie sieht eigentlich die andere Seite aus? Wie begegnet Barca selbst jede Saison aufs Neue einer Gruppenphase, in der man selbst immer der haushohe Favorit ist? Ist das, was für die Gegner zuweilen das größte Spiel der Vereinshistorie ist, für Barcelona nicht längst grauer Alltag?

"Ja, normalerweise ist die Gruppenphase für Barca ein reines Pflichtprogramm, weil der Anspruch der Spieler eben der ist, die Königsklasse zu gewinnen", sagt Javier Cáceres, Spanien-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung und ausgewiesener Kenner des FC Barcelona. Doch dieses Jahr könnte es ein wenig anders sein für das große Barcelona, denn man hat aus Sicht der Katalanen durchaus Lospech gehabt. Schließlich ist Manchester City mit Barcelona-Legende Pep Guardiola eine echte Hausnummer, man bekam mit Borussia aus Topf drei einen Bundesligisten zugelost. Und Celtic aus Topf vier bedeutet zumindest ein unangenehmes Gastspiel in Glasgow.

Und so sagt Javier Cáceres trotz Barcelonas 7:0-Kantersieg zum Auftakt gegen die Schotten: "In dieser Gruppe wird Barca um einiges konzentrierter zu Werke gehen als in den Vorjahren, diesmal werden sie mit einer anderen Spannung in die Vorrunde gehen." Immerhin wurmte es die stolzen und erfolgsverwöhnten Katalanen, dass nicht sie, sondern Real Madrid im Vorjahr die Champions League gewinnen konnten. "Die Wichtigkeit der spanischen Liga hat sich in Richtung Königsklasse verschoben", sagt Javier Cáceres, "die beiden Clásicos jeder Saison bleiben die großen Schlachten, aber gegen den großen Rivalen Real die Königsklasse zu gewinnen, hat an Bedeutung gewonnen."

Auf dem Weg zum Titel will der FC Barcelona natürlich auch in Mönchengladbach gewinnen. Dass das kein Selbstläufer wird, darüber ist man sich laut Cáceres in Spanien aber im Klaren. "Borussias Name hat aus den 70ern noch einen guten Klang, und auch die aktuelle Borussia wird in Barcelona beileibe nicht als Laufkundschaft angesehen", sagt er.

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