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Borussia Mönchengladbach
Viel Geld hilft nicht immer bei der Spielersuche

Rekord-Transfers von Borussia Mönchengladbach
Rekord-Transfers von Borussia Mönchengladbach FOTO: afp, PST
Mönchengladbach. 43 Millionen Euro zahlt der FC Arsenal für die Dienste des Gladbachers. Teurer war nie zuvor ein Borusse. Von Stefan Klüttermann

Die vergangenen Tage waren für die Social-Media-Abteilung des FC Arsenal zäh, vor allem, was die Interaktion mit den eigenen Fans anging. Die Mitarbeiter des Londoner Spitzenklubs konnten schreiben, was sie wollten, bei Twitter, Facebook und Co. - in der Regel bekamen sie nur eine Antwort: "Announce Xhaka!" Denn die Anhänger der "Gunners" interessierte seit dem Wochenende nur eine Neuigkeit: die Bekanntgabe des Wechsels von Mönchengladbachs Kapitän Granit Xhaka.

Gestern Mittag war es so weit: Beide Vereine vermeldeten den Vollzug eines Transfers, der für jedermann ein offenes Geheimnis geworden war, nachdem am Samstag Fotos von Xhaka im neuen Arsenal-Trikot aufgetaucht waren. Knapp 43 Millionen Euro zahlt Arsenal nach Informationen unserer Redaktion für den Schweizer, der einen Fünfjahres-Vertrag erhält. Damit ist er der teuerste Profi seines Landes und zudem Borussias Rekord-Abgang.

Natürlich machte, wie in der Branche üblich, keiner der Klubs Details zum Transfer publik, aber auch so wissen alle Akteure auf dem internationalen Transfermarkt, dass man am Niederrhein nun über einen dicken Batzen Geld verfügt, den man nach eigener Aussage komplett in die Verstärkung der Mannschaft reinvestieren will. "Wir verlieren einen sehr, sehr guten Spieler, aber wir haben mit der erzielten Ablösesumme die Möglichkeit, unsere Mannschaft weiter sinnvoll zu ergänzen", ließ Borussias Sportdirektor Max Eberl wissen. Mindestens 6,6 Millionen Euro der Ablöse wandern allerdings an Xhakas Ex-Verein FC Basel weiter.

Granit Xhaka – Schweizer, Ex-Borusse, Führungsspieler FOTO: dpa

Borussia verliert ihr Herzstück

Mit Xhaka verliert Borussia ihren Kapitän, ihren Strategen, ihr Herzstück im Mittelfeld. Weil er - bei aller Anfälligkeit für Gelbsperren und Platzverweise - die seltene Kombination aus aggressivem Führungsspieler und dominantem Spielmacher vereint, hatte er einen großen Anteil an zuletzt zwei Gladbacher Top-Vier-Platzierungen in Folge. Und für einen solchen Typ Spieler war Arsenal eben auch bereit, so viel auszugeben, wie vorher nur für den deutschen Weltmeister Mesut Özil. "In der Premier League zu spielen, war ein Kindheitstraum von mir. Ich mag die körperlich robuste Art Fußball, die in England gespielt wird. Das wird mir zugute kommen", sagte der 23-Jährige.

Eberl steht nun vor der Aufgabe, einen oder zwei Nachfolger zu präsentieren, die sportliche Qualität und Vorangeh-Mentalität mitbringen. Bayerns Edel-Reservist Sebastian Rode (25) haben die Borussen schon seit Jahren im Visier, eine Rückkehr von Christoph Kramer (25) aus Leverkusen wird ebenfalls heiß diskutiert. Bayerns Verleih-Objekt Pierre-Emile Höjbjerg (20) war schon mal ein Thema, und während der PR-Reise in die Schweiz in der Vorwoche beobachtete Borussia Edimilson Fernandes (20) vom FC Sion. Indes: Dass viel Geld in der Tasche die Kaderplanung nicht einfacher macht, zeigen die Verpflichtungen von Luuk de Jong und Josip Drmic, die als teuerste Borussen-Einkäufe nicht die erhoffte Verstärkung waren bzw. in Drmics Falle noch nicht sind.

Quelle: RP
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