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Borussia Mönchengladbach
Xhaka: "Momentan macht es überhaupt keinen Bock mehr"

Bilder: Xhaka wettert nach Gelb-Rot gegen Werder
Bilder: Xhaka wettert nach Gelb-Rot gegen Werder FOTO: ap
Bremen. Granit Xhaka war bedient. Der Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach musste sich nach dem historischen 1:2 bei Werder Bremen und dem damit schlechtesten Saisonstart der Gladbacher in der Bundesliga-Geschichte den Frust von der Seele reden.

Und der richtete sich vor allem gegen Schiedsrichter Felix Zwayer und Werder-Kapitän Clemens Fritz. "Ich habe mir eigentlich geschworen, nie wieder einen Schiedsrichter zu beurteilen. Aber die erste Gelbe Karte kann man sich 500.000 Mal anschauen. Ich berühre ihn nicht und er gibt mir die Gelbe Karte. Langsam ist es lächerlich. Da müssen die Schiedsrichter doch einfach mehr die Augen aufmachen", sagte Xhaka.

Der Schweizer hatte nach einem vermeintlichen Foul an Fritz bereits in der 24. Minute Gelb gesehen und war, nachdem er kurz vor Schluss einen Foulelfmeter verursacht hatte, mit Gelb-Rot vom Platz geflogen. Xhaka kritisierte deshalb auch Ex-Nationalspieler Fritz.

"Er ist Nationalspieler und Kapitän. Da so hinzufallen, das hat auch etwas mit Respekt und Fairplay zu tun. Wenn er das als Kapitän nicht so sieht, hat das nichts mit Fußball zu tun", erklärte Xhaka und ergänzte: "Die zweite Gelbe war berechtigt. Aber dann bekomme ich Gelb-Rot und kann der Mannschaft gegen den HSV nicht helfen."

Bilder: Marvin Schulz verursacht dummen Foulelfmeter FOTO: ap

Werders Spielführer hatte die Schwalbe nach dem Spiel bei "Sky" zugegeben. "Ich will durch den engen Raum und drehe mich ein bisschen zur Seite. Er berührt mich nicht. Das muss ich ganz klar sagen", sagte Fritz. Dem Schiedsrichter gesagt hatte der Bremer es indes natürlich auch nicht.

Doch natürlich waren weder die Schwalbe, die erste Gelbe noch der Platzverweis letztendlich spielentscheidend. "Wir stehen defensiv sehr gut, bekommen aber zwei Standard-Tore. Beim zweiten Tor schlafen wir, das darf nicht passieren. Wir sind Fußballer und müssen wach sein. Und wenn man selbst die Chancen nicht macht, kann man die Spiele nicht gewinnen", wetterte Xhaka.

Pressestimmen: "Was ist bloß mit Gladbach los?" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO

Und gab dann einen gewohnt ehrlichen Einblick in seine Gefühlslage. "Es ist enttäuschend, dass wir wieder keinen Punkt mitnehmen. Und momentan macht es überhaupt keinen Bock mehr."

Sportdirektor Max Eberl erinnert in der ersten Krise der neuen Saison an die Krisen der Vergangenheit. "Es ist ja nicht so, dass wir den Misserfolg nicht kennen, dass wir eine Mannschaft sind, die von Erfolg verwöhnt ist. Dementsprechend werden wir jetzt auch mit dieser Situation umgehen", sagte Eberl.

Man müsse sich die Spiele im Moment unfassbar hart erarbeiten, so Eberl: "Und wir werden derzeit mit Toren hart bestraft für Kleinigkeiten, müssen auf der Gegenseite dafür einen sehr, sehr großen Aufwand betreiben. Aber dem müssen wir uns stellen und uns auf das Spiel in 14 Tagen gegen den HSV konzentrieren."

Theoretisch hätte die Borussia noch bis Montag, 18 Uhr Zeit, nochmals auf dem Transfermarkt zuzuschlagen. Beim Ex-Gladbacher Dante hatten es die Gladbacher jüngst probiert, doch der Brasilianer wechselte vom FC Bayern zum VfL Wolfsburg. "Ich halte es nicht für sehr wahrscheinlich, dass noch was passiert, aber ich will es nicht ausschließen", sagte Eberl zu weiteren Transferbemühungen.

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