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Borussia Mönchengladbach
Granit Xhakas Bekenntnisse

Granit Xhaka – Schweizer, Ex-Borusse, Führungsspieler
Granit Xhaka – Schweizer, Ex-Borusse, Führungsspieler FOTO: dpa
Mönchengladbach. Gladbachs Kapitän Granit Xhaka stellt klar: Er will in die Champions League und Borusse bleiben. Von Karsten Kellermann

Granit Xhaka hat einiges klar gestellt. Zum einen, dass er nach wie vor davon ausgeht, dass er und sein Team die Champions League erreichen werden, genauer gesagt: die Play-off-Spiele. Xhaka ist ehrgeizig, darum hat er auch hohe Ziele. Das ist nicht großmäulig, sondern vernünftig. Nach oben schauen ist mutig, nach hinten schauen ängstlich. Mut hilft, Angst hemmt, wenn es darauf ankommt. Und wer viel will, der bekommt meist auch mehr als der, der sich vorab mit weniger zufrieden gibt.

Es gab Zeiten, da hat Xhaka zu viel geredet, das weiß er, er steht zu seinen Fehlern. Und er hat daraus gelernt. Das ist eine Stärke. Xhaka versteht das Amt des Kapitäns, das ihm Trainer André Schubert übertragen hat, als den Auftrag, voranzugehen. Mit Worten. Vor allem aber mit Taten. Xhaka ist gewachsen, seit er 2012 kam. Er hat sich zum zentralen Faktor entwickelt im Team. Aus dem ungeduldigen Teenager, der mit allem, was er tat, die Welt bewegen wollte und dabei nicht selten überdrehte, ist ein junger Mann geworden, der noch immer emotional ist bis in die Haarspitzen, der aber gelernt hat, seine Energie sinnvoll zu kanalisieren. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Wegen dieser Ausnahmen gibt es Menschen, denen das zweite Bekenntnis Xhakas vielleicht nicht so sehr gefällt. Denen, die sagen: "Nehmt viel Geld und lasst ihn gehen." Xhaka sagte nämlich, dass er wohl bleiben wird im Sommer, dass es trotz der vielen Gerüchte um seine Zukunft und der vielen Zahlen mit den vielen Nullen dahinter kein konkretes Angebot gebe. Und er ließ sein Herz sprechen: "Jeder weiß, dass ich hier glücklich bin. Ich spüre die Anerkennung vom Verein und den Mitspielern, das ist für mich auch als Mensch wichtig. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich hierbleibe, ist groß", sagte er der RP. Gewiss, Xhaka wird nicht ewig bleiben, und angesichts des bevorstehenden Wahnsinns auf dem Transfermarkt, den die EM und der englische Geldregen noch anstiften werden, kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass im Sommer doch noch ein Gebot eintrudelt (45 bis 50 Millionen plus x?), das so unmoralisch ist, dass Borussia und/oder Xhaka umdenken. Zunächst aber gilt: Granit Xhaka spielt auch in der neuen Saison für Gladbach.

Das ist gut. Denn Xhaka, das hat zuletzt das 3:1 gegen Hoffenheim gezeigt, als er der besonnene Strippenzieher aus der Tiefe war, der mit einem genialen Pass auch das 1:0 einfädelte, ist das pochende Herz des Teams. Seit er 2014 sein WM-Erlebnis hatte, ist er gereift, und in dieser Saison ist er zum Anführer geworden. Mit 23. Mit erst 23. Diese 23 steht auch dafür, dass er noch unfertig ist, dass er noch viel schlummerndes Potenzial hat. Wie das gesamte Team. Darum ist Xhaka der perfekte Kapitän. Und Borussia der derzeit perfekteste Klub für ihn.

Sein Bekenntnis zu Borussia, das so ehern ist wie es in Zeiten wie diesen sein kann, ist ein Signal: Der Kapitän glaubt an den Klub, an den Weg des Klubs, an das Team. Er will noch ein paar Schritte mitmachen mit Borussia. Das ist gut auch für ihn. Denn Xhaka weiß, was ihm noch fehlt. Und auch, dass er bei einem der ihn dem Vernehmen nach umgarnenden Topklubs nicht die schillernde Figur wäre wie in Gladbach. Xhaka ist selbstbewusst genug, zu sagen: Ich setze mich überall durch. Aber er ist wohl auch klug genug zu wissen: Ich muss mich noch stabilisieren. Bei Borussia bekommt er die Gelegenheit dazu. Fehler sind erlaubt.

Xhaka ist gewillt, sich noch Zeit zu geben, weiter zu wachsen. Bei Borussia. Mit Borussia. Aber er will es auch auf der großen Bühne tun. In der Champions League. Heute in München, gegen den FC Bayern, einem der besten Klubs der Welt, der ganz sicher auch Xhakas Qualitäten schätzt, will er wieder zeigen, was er drauf hat. Als Fußballer. Als Anführer. Als Borusse.

Quelle: RP
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