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Borussia Mönchengladbach
"Haben ein Problem, wenn wir uns auseinander dividieren lassen"

Borussen-Frust nach Niederlage in Köln
Borussen-Frust nach Niederlage in Köln FOTO: Dirk Päffgen
Nach dem 0:1 im Derby beim 1. FC Köln spricht Borussia Mönchengladbachs Manager Max Eberl von "guten Ansätzen", die die Borussia aber nicht in Torchancen ummünzen kann. "Dann müssen wir es wenigstens schaffen, mit einem 0:0 nach Hause zu gehen."

Herr Eberl, fünf Spiele, fünf Niederlagen, was ist mit Gladbach los?

Eberl Es ist natürlich unfassbar bitter, dass wir einen solchen Negativlauf haben. Wir hatten in Köln einige gute Ansätze und schaffen es auch, 65 Minuten lang ordentlich zu spielen, lassen dann aber eine Aktion zu, die das Spiel entscheidet. Selbst schaffen wir es dagegen nicht, aus unseren Ansätzen mal eine Torchance zu erzwingen. Dann müssen wir es wenigstens schaffen, mit einem 0:0 nach Hause zu gehen, aber das schaffen wir momentan auch nicht.

Steckt Borussia damit schon nach fünf Spieltagen im Abstiegskampf?

Eberl Welche Beschreibung möchte man finden, wenn man nach fünf Spielen null Punkte hat? Der eine sagt Abstiegskampf, der zweite sagt Krise, der dritte sagt Debakel - natürlich wird einiges an Beschreibungen auf uns einprasseln. Das beste Heilmittel ist, es einfach nicht zu lesen.

Borussen-Block in Köln bleibt leer FOTO: dpa, mjh

Was muss besser werden?

Eberl Wir müssen die guten Ansätze, und in Köln waren es einige, nehmen und darauf aufbauen, um dann endlich auch mal zu punkten. Nur das zählt, das weiß ich auch. Ohne Punkte kannst du viel erzählen, was du besser machen willst.

Lucien Favre kann jeden Tag mit der Mannschaft an Besserung arbeiten. Wie schwierig ist für Sie, Geduld aufzubringen, bis sich der Wind mal wieder dreht?

Eberl Ich versuche schon, aktiv da zu sein und der Mannschaft in Gesprächen zu helfen. Das also, was man tun kann. Das Wichtigste ist, und das zeichnet diesen Verein auch aus, dass wir gemeinsam da durch gehen. Wenn wir anfangen, uns auseinander dividieren zu lassen, dann haben wir ein Problem. Der Mannschaft ist sehr wohl bewusst, wo wir drin stecken.

Hätten Sie sich mehr körperlichen Einsatz vom Team gewünscht?

Eberl Wir haben viereinhalb Jahre nicht körperlich gespielt. Jetzt zu sagen, jetzt brauchen wir es aber, und deswegen drehen wir alles? Momentan ist es einfach so, dass wir die Resultate nicht bringen. Wenn du verlierst, heißt es immer, du hast nicht gekämpft, aber wir haben lange Zeit ein ordentliches Spiel gemacht. Wir hatten sehr viel Ballbesitz, aber wenn wir in Richtung Tor kommen, werden wir nervös.

Wieso kriegt ihr keine Tiefe ins Spiel?

Eberl Wir müssen es als Mannschaft schaffen. Wir spielen die Situationen momentan zu hektisch zu Ende. Das ist unser Problem. Diese Ruhe zu haben, den richtigen Rückpass zu spielen im Sechzehner und dann eben die Torchance zu bekommen, das brauchen wir wieder.

Ultras diskutieren mit Spielern nach dem Fehlstart FOTO: Reichartz,Hans-Peter

Wer zumindest ein ziemlich gutes Spiel gemacht hat, ist Mo Dahoud.

Eberl Ich finde, dass Mo es sehr ordentlich gemacht hat und bestätigt hat, was er in den letzten Wochen schon nach seinen Einwechslungen gezeigt hat. Ich finde auch, dass Andreas Christensen ein gutes Spiel gemacht hat, gegen Modeste haben schon andere ein Kopfballduell verloren.

Fürchten Sie, dass Lucien Favre mal richtig ins Zweifeln gerät?

Eberl Nein, das spüre ich nicht. Der Trainer ist sehr akribisch. Wir gehen durch diese Phase gemeinsam durch.

STEFAN KLÜTTERMANN ZEICHNETE MAX EBERLS ANTWORTEN IM KÖLNER STADION AUF.

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