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Borussia Mönchengladbach
Nordtveit: "Eine sehr wichtige Zeit für meine Karriere"

Das ist Havard Nordtveit
Das ist Havard Nordtveit FOTO: ap
Mönchengladbach. Vor seinem letzten Heimspiel spricht der Norweger über seine Gefühle vor dem Abschied, seine Zeit in Gladbach und seinen wichtigsten Einwurf.

Herr Nordtveit, für Sie sind es Abschiedswochen bei Borussia. Zuletzt gab es das letzte Spiel als Borusse beim FC Bayern, nun steht das letzte Heimspiel im Borussia-Park an. Wie fühlt sich das an?

Nordtveit Ich habe bisher nicht so viel über diese Dinge nachgedacht. Aber jetzt, vor dem letzten Heimspiel, kann man die Gedanken natürlich kaum unterdrücken. Ich bin ein bisschen traurig. Doch ich denke auch an die vielen tollen Dinge, die ich hier erlebt habe. Es war eine sehr wichtige Zeit für meine Karriere. In fünfeinhalb Jahren habe ich alles gespielt: die Relegation, Champions League, Europa League, das Halbfinale gegen die Bayern im Pokal. Ich habe alles erlebt.

Was werden Sie vermissen?

Nordtveit Die Atmosphäre in der Kabine. Als ich kam, waren wir Letzter - und trotzdem war die Power immer da in der Kabine, wir haben immer an uns geglaubt, auch wenn alle gesagt haben, wir sind abgestiegen. Zum Beispiel nach dem Spiel gegen Kaiserslautern, das wir verloren haben. Aber wir waren immer positiv. Mit der Mannschaft, mit dem Trainerteam, dem Staff - darum hatte ich immer ein gutes Gefühl hier.

Man hätte sich denken können, Sie würden vor allem Ihren Kumpel Oscar Wendt vermissen.

Nordtveit (lacht) Er gehört dazu.

Haben Sie jemals damit gerechnet, dass sich die Geschichte in Gladbach so entwickelt, als Sie im Januar 2011 kamen?

Nordtveit Nein, sicher nicht. Ich habe zuletzt öfter mal darüber nachgedacht, was wohl gewesen wäre, wenn wir gegen Bochum in der Relegation verloren hätten. Dann wäre es eine ganz andere Geschichte geworden. Aber es ist gut gegangen und davon haben wir alle profitiert. Das ist, was für mich über den fünf Jahren hier in Gladbach steht: Ich bin ein besserer Fußballer geworden, bin auf dieses Niveau gekommen - und nun werde ich schauen, ob ich noch besser werden kann.

Schauen wir noch mal auf das Relegationsspiel: Sie haben da den vielleicht wichtigsten Einwurf Ihrer Karriere getätigt - er war die Einleitung des 1:0-Siegtores in der Nachspielzeit durch Igor de Camargo.

Nordtveit Absolut. Das wird immer in Borussias Geschichtsbüchern stehen. Darauf bin ich stolz. Und ich habe jetzt gelesen, dass eines der drei schönsten Tore im Borussia-Park eines von Juan Arango war: Ich habe einen langen Pass gespielt und er hat direkt aus 20 Metern getroffen. Von diesen Bildern kommen jetzt viele in meinem Kopf vorbei.

Sie haben in der Bundesliga den zweiten Anlauf genutzt, sich durchzusetzen. Vor Gladbach waren Sie schon in Nürnberg, gingen dann zurück zu Arsenal London, um dann Borusse zu werden. Läuft die Geschichte jetzt ähnlich?

Nordtveit Klar will ich jetzt in der Premier League durchstarten. Ich war ja vorher nur in der Reserve und der Akademie von Arsenal, habe es also noch gar nicht richtig versucht. Jetzt kommt ein neues Kapitel. Das, was jetzt vorbei geht, war sehr gut. Und ich hoffe, dass das, was jetzt beginnt, ebenso gut wird.

Haben Sie beim Leverkusen-Spiel Taschentücher griffbereit? Oder weint ein Wikinger nicht?

Nordtveit (grinst) Oh doch, ich kann auch heulen. Das ist kein Problem. Und solche Situationen sind schon sehr speziell. Ich war schon sehr emotional berührt, als Marc-André ter Stegen seinen Abschied hatte vor zwei Jahren, das muss ich zugeben. Wir machen ja vor dem Spiel immer den Kreis - und als er dann zu uns kam mit nassen Augen, da musste ich schon schlucken.

Wie wird Ihr Abschied vor?

Nordtveit Daran denke ich nicht. Es ist ja ein sehr wichtiges Spiel für uns. Ein Traum wäre es natürlich, wenn ich mich mit einem Tor im letzten Heimspiel verabschieden kann. Was kommt, wenn das Spiel vorbei ist, werden wir sehen.

Quelle: RP
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