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Borussia Mönchengladbach
Hazard als Stürmer ordentlich, aber torlos

Porträt: Das ist Thorgan Hazard
Porträt: Das ist Thorgan Hazard FOTO: afp, jd ej
Augsburg. Der Belgier ersetzt beim 2:2 in Augsburg den gesperrten Lars Stindl im Zweierangriff. Der 22-Jährige hat einige gute Chancen, scheitert aber an Torwart Marvin Hitz. Er bietet sich als Alternative an, muss aber abgezockter werden. Von Stefan Klüttermann

Thorgan Hazard hatte eine klare Ansage gemacht: "Wir wollen eine Serie starten", stellte der Belgier klar, und er machte auch keinen Hehl daraus, wie und vor allem wo er seinem Team dabei helfen wolle beim Spiel der Borussen in Augsburg: Im offensiven Zentrum, dort, wo ein Platz frei geworden war, weil Lars Stindl gesperrt war wegen der fünften Gelben Karte. Hazard spielt am liebsten in der Mitte, als hängende Spitze zum Beispiel. Das weiß auch Trainer André Schubert. Und er tat dem 22-jährigen Belgier beim 2:2 den Gefallen: Hazard stürmte mit Raffael. Den Job auf dem rechten Flügel übernahm Hazards Kumpel Ibrahima Traoré.

Die beiden belegen bei Dienstreisen stets zusammen ein Zimmer, und man kann sich vorstellen, wie sie, untermalt von wummernden Hip-Hop-Rhythmen, Pläne geschmiedet haben für eine gemeinschaftliche Großtat. Traoré, der erstmals seit dem 0:1 in Mainz wieder zur Startelf gehörte, war dann auch tatsächlich am ersten Höhepunkt des Tages beteiligt: Oscar Wendt spielte ihm im Augsburger Strafraum den Ball zu, Traoré legte sich die Kugel selbst vor, indes etwas zu weit und so wurde aus Selbstvorlage ein Assist für Raffael, der den Ball vehement unters Tordach knallte.

Raffael lieferte also auch ohne Stindl - und Hazard hätte es auch tun können. Er war richtig gut im Spiel, flott, wendig, ideenreich und engagiert, zudem gut in der Balleroberung, und hatte auch den richtigen Riecher für die Situation. So, als Oscar Wendt von links flankte und Hazard optimal einlief. Sein Schuss jedoch, abbegeben aus kurzer Distanz, landete am Körper von Marvin Hitz, dem Augsburger Torhüter.

Augsburg - Gladbach FOTO: afp, CS

Hazard und die Großchancen - das ist so eine Geschichte in dieser Saison. Am zweiten Spieltag, daheim gegen Mainz, war er schon mal Sturmpartner von Raffael, und in diesem Spiel hätte er seinen großen Tag haben können. Dreimal war die Gelegenheit zum erfolgreichen Torschuss günstig, dreimal jedoch verpasste Hazard. Als er dann gegen Turin genauer zielte, war die Querlatte im Weg und verwehrte ihm kurz vor Schluss den eventuellen Siegtreffer gegen Italiens Meister.

Am Sonntag mühte er sich redlich, seine 33 Spiele währende Torlosigkeit in der Bundesliga zu beenden. Doch auch beim zweiten aussichtsreichen Versuch, stand Herr Hitz im Weg. Hazard hatte sich zuvor gegen zwei Augsburger mit viel Finesse durchgesetzt. Diese jedoch ging ihm beim Torschuss ab. Vier produzierte er insgesamt. Einen mehr hätte er haben können, als Fabian Johnson, Torschütze zum 2:2 mit seinem sechsten Saisontor (unter anderem hatte er im Hinspiel gegen den FCA das 1:0 und somit das erste Tor der Ära André Schubert erzielt), den Ball von links hineinspielte in den Strafraum, stand Hazard hinter Wendt, der den Ball zu hektisch am Tor vorbei drosch. Hazard vergrub hernach sein Gesicht in den Händen, ärgerte sich ebenso wie der schwedische Kollege über die leichtfertig vertane Chance. Denn Augsburger waren weit und breit nicht zu sehen.

85 Minuten dauerte Hazards Auftritt. Die ersten 45 waren richtig gut, nach dem Seitenwechsel tat er sich dann deutlich schwerer, vor allem auch, weil die Borussen kaum noch Brauchbares nach vorn produzierten. Vor dem Seitenwechsel hätte Hazard bei seinem vierten Startelfeinsatz in Folge dazu beitragen können, dass die Gladbacher Führung höher, ja vielleicht schon entscheidend hoch ausgefallen wäre. Denn ein 0:2, das hätte die Augsburger Kraftreserven vielleicht mehr destabilisiert als das knappe 0:1.

Weil er torlos blieb, war es eine ordentliche Vorstellung Hazards, eine, die zeigte, dass er immer eine Alternative sein kann für das Zentrum - aber auch, dass er noch abgezockter werden muss: Er ist quasi eine Bundesligasaison ohne Treffer, trotz vieler Chancen. Mittwoch, wenn Stuttgart kommt, indes wird André Schubert wohl wieder auf sein angestammtes Angriffs-Duo setzen, Raffael und Stindl. Hazard wird wohl zurückkehren auf den Flügel.

Quelle: RP
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