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Borussia Mönchengladbach
Der "Fußballgott" ist wieder bei Borussia

Igor Demo: Der "Fußballgott" ist wieder bei Borussia Mönchengladbach
Igor Demo, hier 2003 in einem Bundesligaspiel bei Leverkusen, ist einer der torgefährlichsten Mittelfeldspieler, die der Klub je hatte. FOTO: Dieter Wiechmann
Rottach-Egern. Igor Demo war knapp sechs Jahre am Bökelberg, wurde zu einem "Kultspieler" der Gladbacher. Nun ist der 40-jährige Slowake wieder dabei. Er betreut einen neuen Jungen Spieler bei Borussia: seinen Landsmann Laszlo Bénes, derzeit im Trainingslager am Tegernsee. Von Karsten Kellermann

Igor Demo ist ganz ehrlich: Ein Teil seines Herzens sei immer in Gladbach geblieben, in der Stadt, in der seine beiden Kinder geboren wurden, und bei dem Klub, bei dem er seine "schönste Zeit als Fußballer hatte", bei Borussia. Im Spätherbst 1999 war er vom PSV Eindhoven gekommen, nach 151 Pflichtspielen und 31 Toren ist er 2005 gegangen als einer der Kultspieler der "Generation Wiederaufstieg 2001".

"Es ist schön, wieder bei Borussia zu sein", sagt Demo nun im Trainingslager in Rottach-Egern. Er ist gekommen um zu helfen, wie damals, als Borussia seine Kreativität, seine Laufstärke und seine Tore brauchte. Heute braucht sie ihn, um die Zukunft zu unterstützen. Demo betreut Laszlo Bénes, seinen slowakischen Landsmann. Das Mittelfeldtalent, das Sportdirektor Max Eberl aus Zilina geholt hat, ist 18 und spricht bisher weder deutsch noch englisch.

Der erste Ex-Borusse, den Eberl als Unterstützer für einen neuen Spieler holte, war Jörg Stiel. Der Ex-Torwart kümmerte sich um den Venezolaner Juan Arango. Stiel spielte mal in Mexiko und spricht daher spanisch. "Als mich Max gefragt hat, ob ich für ein paar Monate kommen kann, um Laszlo zu unterstützen, habe ich sofort zugesagt", erzählt Igor Demo. Eberl setzt auf Talente wie Bénes, sie sollen nicht alleingelassen werden beim Start ins neue Leben fern der Heimat. Demo hilft dem jungen Mann auch im Alltag. Bénes wird bald seine Wohnung am Bunten Garten beziehen. Jetzt am Tegernsee ist Demo auch Seelsorger. Laszlo Bénes hat einen Muskelfaserriss und kann zurzeit nur im Kraftraum trainieren. "Es muss Geduld haben", weiß Demo.

Er hat Bénes auch erzählt, warum Borussia kein Klub wie jeder andere ist. "Ich habe ihm gesagt, wie viele Legenden es hier gibt", sagt Demo. Am Tegernsee stellt der Neuling fest, dass sein Mentor eine davon ist. Igor Demo muss viele Autogramme schreiben, die Fans haben eigens die alten Demo-Trikots mit der 6 auf dem Rücken mitgebracht. Er ist einer der torgefährlichsten Mittelfeldspieler, die der Klub je hatte. "Ich wollte immer Tore machen", berichtet Demo. Natürlich wird viel über die alten Zeiten geplaudert. "Ich habe dir einige Dinger aufgelegt", ruft Max Eberl Igor Demo zu. Demo lächelt. Auch beim letzten Bökelberg-Spiel 2004 traf er, nach einer Flanke Ivo Ulichs zur 2:1-Führung gegen 1860 München. Demo ist ein Teil der jüngeren Klubgeschichte. "Fußballgott" rief ihn die Nordkurve. Das ist eine besondere Auszeichnung in Gladbach. Tony Jantschke ist aktuell Demos Erbe.

"Gladbach und Borussia sind für mich Heimat. Aber meine Zeit war der Bökelberg. Wenn ich 2005 noch mal verlängert hätte, wäre ich vielleicht für immer in Gladbach geblieben", sagt Demo. Viele seiner Mitstreiter von einst sind noch da: Trainer Hans Meyer ist nun Vorstandsmitglied, Max Eberl Manager, Steffen Korell Teammanager, Uwe Kamps Torwarttrainer, Manni Stefes Co-Trainer, Arie van Lent U23-Coach, Oliver Neuville Co-Trainer der U19, Markus Hausweiler Koordinator für das Jugendscouting. "Und jetzt ist auch Igor zurück", sagt Demo, der 2001 mit Borussia das Pokal-Halbfinale erreichte, das dann aber bei Union Berlin verloren ging.

Borussia ist verblüffend gewachsen seit seiner aktiven Zeit, die in der Zweiten Liga begann. Darum will er die heutigen Spieler auch nicht mit damals vergleichen. "Wir haben damals immer bis zuletzt gegen den Abstieg gespielt, heute geht es um die Champions League. Aber eines ist geblieben: Die Stimmung im Team war früher bei uns toll - und so ist es auch heute noch", sagt Demo. Das macht ihm den neuen Job leichter. "Ich fühle mich wohl bei Borussia, ich lebe meinen Traum weiter dank Borussia und Max Eberl", sagt sein Schützling Laszlo Bénes.

Quelle: RP
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