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Borussia Mönchengladbach
Vestergaard passt zu Borussia

Vestergaard ist der dritte Neuzugang 2016/17
Vestergaard ist der dritte Neuzugang 2016/17 FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Am Freitag wurde der Zugang aus Bremen in Mönchengladbach vorgestellt. Eine Verbindung zum Niederrhein ist, dass seine Mutter aus Krefeld stammt. Sein Cousin spielt in der U 14 Borussias. Von Karsten Kellermann

Jörg Stiel, der frühere Borussen-Torwart, sagte an seinem ersten Arbeitstag in Gladbach, er fühle sich wie eine Kugel, die reinpasst. Ähnlich scheint es mit Jannik Vestergaard, dem hundertneunundneunzig Zentimeter langen dänischen Verteidiger zu sein: "Jannik passt sehr zu dem, was wir hier aufgebaut haben", sagte Sportdirektor Max Eberl am Freitag.

Jenseits der sportlichen Qualifikationen gibt es reichliche Fakten, die das belegen. Zum Beispiel, dass Vestergaards Mutter aus Krefeld kommt und er als junger Kerl regelmäßig am Niederrhein zu Besuch war. Er kommt quasi nach Hause. Sein Cousin Mika Schroers spielt gar in Borussias U14, indes ein Stürmer.

Zudem ist da die lange Dänen-Tradition in Gladbach, die 1969 mit Ulrik le Fevre begann und "nun ihre Fortsetzung findet", wie Manager Max Eberl sagte. Vestergaard ist Gladbachs 16. Däne. Für die elf Millionen Euro, die sie an Werder Bremen überweisen, bekommen die Gladbacher ganz viel Däne. Nicht nur der Größe des Verteidigers wegen. Dänen sagt man nach, dass sie sich bestens akklimatisieren können – ohne große Worte, sondern durch Taten. Eben das hat Vestergaard vor. "Ich will mir zunächst den Respekt der Mannschaft erarbeiten", sagte er. Der Rest wird von allein kommen.

Er weiß indes auch, dass er durchaus schattenspendenden Figuren folgt: Martin Stranzl, der gefühlt als Chef geboren wurde, war sein Vorgänger als Abwehrchef. Und die Rückennummer 4 hat Vestergaard von Roel Brouwers übernommen, dem Kultspieler der vergangenen Jahre. Als am Freitag im Innenraum des Borussia-Parks die Willkommensfotos gemacht wurden, war das Echo des "Roooooooel", das zum Abschied des Niederländers nach dem letzten Heimspiel aus der Nordkurve hallte, quasi noch immer zu hören.

Indes: Auch der Name "Vestergaard" ist gut gebrüllt mit einigen "a" vorstellbar. Die Selbstbeschreibung Verstergaards vereint dann auch die Qualitäten, die Stranzl und Brouwers eingebracht haben in Gladbach: Er sei einer, der immer Gas gibt, erklärte Vestergaard. Und einer, der seine Meinung sagt. Zudem sei er immer er selbst geblieben. Aus alldem ergibt sich das Profil einer ehrgeizigen, meinungsfreudigen und authentischen Profis – "Jannik ist ein sehr guter Spieler mit einer guten Persönlichkeit, der trotzdem noch Entwicklungspotenzial hat", fasste Max Eberl zusammen.

Tatsächlich hat er schon vor einigen Jahren über eine Verpflichtung Vestergaards nachgedacht, nachdem er ihn bei einem U19-Länderspiel in Krefeld gesehen hatte. Doch war Vestergaard in Hoffenheim angestellt und "für uns damals nicht erreichbar". Danach habe er sich zunächst für Bremen entschieden. Nun habe Borussia die zweite Chance genutzt, nachdem sich Vestergaard während der eineinhalb Jahre bei Werder noch mal weiterentwickelt habe zur echten Führungskraft. "Es ist jetzt einfach der richtige Zeitpunkt, ich bin bereit für diesen Schritt", sagte Vestergaard selbst. Gefühlt ist es ein Schritt, der lange überfällig war. Das ist jemand angekommen.

Quelle: RP
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